Badeverbot gefährdet unternehmerische Existenzen

von | 24. August 2026 | Allgemein, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Klei­ner Brom­b­ach­see muss vor Belas­tung geschützt wer­den — Seen­Land-Express fährt aber regel­mä­ßig die unbe­las­te­ten Strän­de an

Langlau — Die „Initia­ti­ve Brom­b­ach­see“ – der Zusam­men­schluss der tou­ris­ti­schen Anbie­ter am Brom­b­ach­see – sieht in dem erneu­ten Bade­ver­bot eine mas­si­ve Bedro­hung vie­ler unter­neh­me­ri­scher Exis­ten­zen am Brom­b­ach­see, die in die­ser Form auf Dau­er die tou­ris­ti­sche Attrak­ti­vi­tät die­ses Sees in Fra­ge stel­len wird, erklär­te Die­ter Popp als Spre­cher der Initia­ti­ve in Langlau. Es wird aus­drück­lich aner­kannt, dass seit den Seen­land­kon­fe­ren­zen vor 15 Jah­ren zahl­rei­che und auch bedeu­ten­de Maß­nah­men zu Reduk­ti­on der das Blau­al­gen­wachs­tum ein­ge­lei­tet und kon­kret umge­setzt wur­den. Es wird auch ver­stan­den, dass eine Rei­he die­ser ein­ge­lei­te­ten Schrit­te erst – den natür­li­chen Abläu­fen fol­gend — mit zeit­li­chem Ver­zug ihre Wirk­sam­keit ent­fal­ten. Und den­noch sieht die „Initia­ti­ve Brom­b­ach­see jetzt einen aku­ten Hand­lungs­be­darf.

Aus heu­ti­ger Sicht hät­ten sicher am Alt­mühl­see ent­we­der ande­re Rah­men­be­din­gun­gen bei der Her­stel­lung des Gewäs­ser­kör­pers ein­ge­plant wer­den oder zumin­dest den in eine tou­ris­ti­sche Inves­ti­ti­on berei­ten Akteu­ren weni­ger ambi­tio­nier­te sport­tou­ris­ti­sche Per­spek­ti­ven auf­ge­zeigt wer­den müs­sen. Die mit den ein­ge­lei­te­ten Was­ser­men­gen zu erwar­ten­den Ver­än­de­run­gen der Gewäs­ser­qua­li­tät waren bei der ein­ge­plan­ten See­tie­fe abseh­bar. Daher kön­nen bedau­er­li­cher­wei­se die tou­ris­ti­schen Anbie­ter am Alt­mühl­see jetzt nur dar­auf hof­fen, dass all die noch wei­ter ange­kün­dig­ten Ver-bes­se­rungs­maß­nah­men sehr zeit­nah grei­fen.

Für die Situa­ti­on am Klei­nen Brom­b­ach­see ist es jetzt aber über­fäl­lig und im Inter­es­se der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on der betrof­fe­nen Unter­neh­men auch exis­tenz­ent­schei­dend, dass nicht erneut in Zei­ten der Som­mer­ur­laubs- und wich­ti­gen Was­ser­sport-Sai­son der die gesam­te Jah­res­bi­lanz domi­nie­ren­de Umsatz die­ser Wochen weg­bricht! Die­ses Pro­blem ist seit Jah­ren bekannt und schon in den Seen­land-Kon­fe­ren­zen wur­de auf die Not­wen­dig­keit hin­ge­wie­sen, dass im Ver­lauf des Über­lei­ters Schutz­vor­keh­run­gen getrof­fen wer­den müs­sen, damit die Belas­tun­gen des Alt­mühl­sees nicht auch in den ähn­lich gefähr­de­ten Klei­nen Brom­b­ach­see gelan­gen. Hier­für lie­gen Vor­schlä­ge für natur­na­he Rei­ni­gungs­ver­fah­ren vor und es gäbe auch tech­ni­sche Maß­nah­men, die aber mit Sicher­heit einen sehr hohen Finan­zie­rungs­auf­wand erfor­dern. Die für die Prü­fung und Umset­zung sol­cher, als not­wen­di­ge Zwi­schen­lö­sung denk­ba­ren Maß­nah­men erfor­der­li­che Zeit stand aus­rei­chend zur Ver­fü­gung, wur­de aber offen­bar nicht genutzt.

Nach dem Ablas­sen erheb­li­cher Was­ser­men­gen aus dem Brom­b­ach­see – zur Erfül­lung sei­ner ihm auf-getra­ge­nen und daher ja auch zwin­gend not­wen­di­gen Maß­nah­men zur Sta­bi­li­sie­rung der Was­ser­ver­hält­nis­se im Main-Abfluss­ge­biet – steht zur Auf­fül­lung die­ses Defi­zits in Kür­ze wie­der eine Flu­tung aus dem Alt­mühl­see über den Über­lei­ter an. Damit wer­den die noch höhe­ren Blau­al­gen-Kon­zen­tra­tio­nen aus dem Alt­mühl­see dazu füh­ren, dass sich die Gewäs­ser­gü­te­zu­stän­de am Klei­nen Brom­b­ach­see wei­ter mas­siv ver­schlech­tern und die Unter­neh­men auch die­se Sai­son öko­no­misch end­gül­tig abha­ken kön­nen.

Auch wenn daher für das lau­fen­de Jahr lei­der kei­ne Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on mehr mög­lich sein wird, erwar­ten die Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer am Brom­b­ach­see jetzt eine poli­ti­sche Aus-sage, wie man den dro­hen­den öko­no­mi­schen Kol­laps des Tou­ris­mus am Klei­nen Brom­b­ach­see künf­tig noch ver­hin­dern kann und wel­che Maß­nah­me jetzt am Über­lei­ter vor­ge­se­hen wird, um die noch sehr lan­ge Zeit zu befürch­ten­den gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen zu mini­mie­ren und schließ­lich kom­plett zu unter­bin­den.

Es darf dabei die ver­hee­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wir­kung die­ser Bade­ver­bo­te nicht über­se­hen wer­den. Auch wenn es im Frän­ki­schen Seen­land noch Bade­ge­wäs­ser mit unbe­las­te­ten Strän­den – vor allem am Gro­ßen Brom­b­ach­see – gibt, wird in der Außen­kom­mu­ni­ka­ti­on oft­mals ohne jeg­li­che Dif­fe­ren­zie­rung das gesam­te Seen­land mit die­sen Nega­tiv­schlag­zei­len ver­bun­den. Und dies schlägt sich auch in die­sem Jahr an erkenn­bar weni­ger Gäs­ten, vor allem aber Tages­gäs­ten wie­der. Selbst wenn die­ses Dilem­ma sogar wei­te­re Seen in Bay­ern trifft, hier ist der Frei­staat Bay­ern in der direk­ten Ver­ant­wor­tung, denn die Seen und alle an ihnen durch­ge­führ­ten Maß­nah­men wur­den von ihm als Eigen­tü­mer ver­an­lasst. Daher erwar­tet die „Initia­ti­ve Brom­b­ach­see“ jetzt eine ver­bind­li­che Erklä­rung des Frei­staats Bay­ern über die extrem gefähr­de­te Zukunft der Unter­neh­men an die­sem See, wovon immer­hin die Exis­ten­zen von mehr als 650 Men­schen direkt abhän­gig sind.

Es ist und bleibt ein schwa­cher Trost – aber immer­hin ein lei­der sel­te­ner Hoff­nungs­schum­mer – dass mit dem Seen­Land­Ex­press seit die­ser Sai­son ein Mobi­li­täts­na­ge­bot unter­brei­tet wur­de, wel­ches die­se bei­den Seen ver­bin­det und damit den Gäs­ten die Opti­on unter­brei­tet, die noch nicht belas­te­ten Strän­de zu errei­chen. Die Unter­neh­men am Brom­b­ach­see sind den ver­ant­wort­li­chen Trä­gern die­ses Mobi­li­täts­an­ge­bots daher außer­or­dent­lich dank­bar, dass die­se Mög­lich­keit geschaf­fen wur­de.

Foto: Bri­git­te Dorr