Baumart mit Zukunft? Esche ist Baum des Jahres 2027

von | 7. November 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Die Gemei­ne Esche (Fra­xi­nus excel­si­or) wur­de nach 2001 zum zwei­ten Mal zum Baum des Jah­res gewählt. Die­se hei­mi­sche Laub­baum­art prägt ins­be­son­de­re Auwäl­der und ande­re Waldlebensräume.Seit eini­gen Jah­ren bedroht jedoch das Eschen­triebster­ben, eine gefähr­li­che Pilz­er­kran­kung, die Zukunft die­ser wert­vol­len Baum­art.

Beson­ders wert­voll in Auwäl­dern

Die Esche kann 30 bis 40 Meter hoch und bis zu 300 Jah­re alt wer­den. Zumeist wächst sie auf gut nähr­stoff- und was­ser­ver­sorg­ten Böden. Mit ihrem leicht zer­setz­ba­ren Laub för­dert sie die Nähr­stoff­kreis­läu­fe im Wald und trägt zur bio­lo­gi­schen Viel­falt bei.

Auf Kalk­stand­or­ten kann die Esche auch Tro­cken­heit ertra­gen. Eine bestim­men­de Rol­le spielt die Esche jedoch in vie­len Auwäl­dern, wo sie mit ihrem kräf­ti­gen Wur­zel­sys­tem auch Bach- und Fluss­ufer sta­bi­li­sie­ren kann.

Gera­de auf die­sen beson­de­ren Stand­or­ten ist die Esche öko­lo­gisch und forst­lich nur schwer zu erset­zen. Ande­re hei­mi­sche Baum­ar­ten kön­nen ihre Funk­tio­nen nicht ohne Wei­te­res voll­stän­dig über­neh­men.

„Die Esche ist eine der öko­lo­gisch und forst­lich wich­tigs­ten Laub­baum­ar­ten Mit­tel­eu­ro­pas“, betont LWF-Prä­si­dent Dr. Peter Pröbs­t­le.

„Auch im Kli­ma­wan­del besitzt sie inter­es­san­te Eigen­schaf­ten, doch durch einen vom Men­schen ein­ge­schlepp­ten Pilz ist die­se Hoff­nungs­trä­ge­rin mas­siv gefähr­det. Die Wahl zum Baum des Jah­res lenkt daher zu Recht den Blick auf die­sen fas­zi­nie­ren­den Laub­baum.“

Durch das Eschen­triebster­ben bay­ern­weit gefähr­det

Das Eschen­triebster­ben wur­de 2008 erst­mals in Bay­ern nach­ge­wie­sen. Ver­ur­sacht wird die Krank­heit durch einen aus Asi­en ein­ge­schlepp­ten Pilz. Mitt­ler­wei­le geht die LWF davon aus, dass nahe­zu jede Esche in Bay­ern mit dem Erre­ger infi­ziert ist.

Der Pilz lässt Trie­be und Kro­nen­tei­le abster­ben und schwächt die Bäu­me über Jah­re. Zusätz­li­che Pilz­in­fek­tio­nen im Wur­zel­be­reich kön­nen betrof­fe­ne Eschen wei­ter desta­bi­li­sie­ren. Das erschwert auch die Ver­kehrs­si­che­rung ent­lang von Stra­ßen und Wegen.

Nach den Ergeb­nis­sen der vier­ten Bun­des­wald­in­ven­tur hat die Esche in Bay­ern inner­halb von zehn Jah­ren rund 14.000 Hekt­ar Stand­flä­chen­an­teil ver­lo­ren – haupt­säch­lich bedingt durch das Eschen­triebster­ben. Bis heu­te konn­ten kei­ne voll­stän­dig pilz­re­sis­ten­ten Eschen nach­ge­wie­sen wer­den.

Hoff­nung macht jedoch ein klei­ner Anteil von Bäu­men, die den Pilz­be­fall offen­sicht­lich bes­ser tole­rie­ren. Die­se Tole­ranz ist zumin­dest teil­wei­se gene­tisch bedingt und kann wei­ter­ver­erbt wer­den. Posi­tiv stimmt auch, dass sich die Esche dort, wo sie noch vor­kommt, wei­ter­hin natür­lich ver­jüngt.

Esche wei­ter­hin im Fokus baye­ri­scher For­schungs­ein­rich­tun­gen

Aktu­ell unter­su­chen die Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft und das Amt für Wald­ge­ne­tik die Anfäl­lig­keit ver­schie­de­ner Eschen­ar­ten gegen­über dem Eschen­triebster­ben.

Dane­ben setzt die forst­li­che Pra­xis dar­auf, beson­ders vita­le Alte­schen zu erhal­ten, Natur­ver­jün­gung zu för­dern und die gene­ti­sche Viel­falt der Baum­art zu bewah­ren.

Anläss­lich der Wahl zum Baum des Jah­res wird die LWF das Wis­sen rund um die Esche bün­deln und gemein­sam mit der Schutz­ge­mein­schaft Deut­scher Wald (SDW) im Juli 2027 eine Tagung durch­füh­ren.

Zudem soll ein neu­er Band der Schrif­ten­rei­he „LWF Wis­sen“ aktu­el­le Erkennt­nis­se zur Esche zusam­men­füh­ren.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie unter www.eschentriebsterben.org und im LWF-Forst­cast „Stirbt die Esche in Bay­ern aus?“ mit Wald­schutz­ex­per­tin Susan­ne Rit­ter.

Foto: L. Heinz

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