25 Jahre Landeskuratorium Landwirtschaftliche Familienberatung e. V.
Pappenheim — Mit einem festlichen Akt wurde das 25-jährige Bestehen des Landeskuratoriums Landwirtschaftliche Familienberatung der Kirchen in Bayern e. V. gefeiert. Die ökumenische Initiative beging ihr Jubiläum im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum Pappenheim gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Landwirtschaft und Politik.
Seit ihrer Gründung vor einem Vierteljahrhundert koordiniert das Landeskuratorium Landwirtschaftliche Familienberatung e. V. die Arbeit von 8 Beratungsstellen mit 110 haupt- und vor allem ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern, die bäuerlichen Familien in schwierigen Lebenssituationen zur Seite stehen. Die Landwirtschaftliche Familienberatung bietet professionelle, vertrauliche Unterstützung insbesondere dann, wenn Belastungen auf dem Hof und in der Familie zunehmen – etwa bei Generationenkonflikten, wirtschaftlichen Sorgen, gesundheitlichen Krisen oder persönlichen Überforderungen.
Im Rahmen des Festakts ließ die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, vertreten durch Ministerialdirigent Dr. Maximilian Wohlgschaft, daher ihren Dank via Grußbotschaft zukommen:
„Gerade in einer Zeit, in der Erwartungen und Belastungen zunehmen, ist die Landwirtschaftliche Familienberatung unverzichtbar. Ein so strukturiertes und koordiniertes Angebot gibt es nur in Bayern, vor allem auch Dank der beiden Kirchen. Das gilt es weiter zu unterstützen.“ Die beiden bayerischen Landeskirchen tragen den Großteil der Aufwände, das Ministerium stellt zusätzlich jährlich gut 280.000 € Fördermittel zur Verfügung.
Die Beratungsarbeit richtet sich an Menschen, die vor wichtigen Entscheidungen stehen, mit Konflikten im familiären oder betrieblichen Alltag konfrontiert sind oder einfach einen Gesprächspartner benötigen. Dabei verbindet die LFB fachliche Kompetenz mit einem offenen Ohr und einem seelsorgerlichen Ansatz.
Pfarrer Walter Engeler von der Landwirtschaftlichen Familienberatung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern blickte dankbar auf die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre zurück und unterstrich die besondere Rolle der ehrenamtlichen Berater*innen: „Ein Einsatz als ehrenamtliche* Berater*in ist nicht immer einfach, die freiwillige Arbeit die hier geleistet wird, ist daher nicht hoch genug einzuschätzen. Wir als Hauptamtliche sind dankbar, dass es immer viele Interessent*innen für unsere Ausbildungskurse gibt – oft mehr, als wir bewältigen können.“
Die Landwirtschaftliche Familienberatung versteht sich als niedrigschwelliges Angebot und begleitet Betroffene individuell und lösungsorientiert. Die Beratung ist unabhängig und vertraulich – ein wichtiger Aspekt, insbesondere in sensiblen familiären und wirtschaftlichen Situationen.
Dompropst Alfred Rottler, Diözesanadministrator des Bistums Eichstätt, hob den seelsorgerischen Aspekt der Beratung hervor, der eben auch vom kirchlichen Hintergrund abzuleiten ist und Teil des Erfolgsrezepts ist. Hubert Stanka, stellv. Landrat von Weißenburg-Gunzenhausen, charakterisierte die Familienberatung als „Orte des Vertrauens, in denen Engagement und christlichen Nächstenliebe sichtbar werden“.
Die Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für das Ehrenamt, lobte des Zusammenspiel aus Haupt- und Ehrenamt: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein so großes und breites Spektrum von Berater*innen aus allen Altersstufen zur Verfügung steht. Das ist auch ein Verdienst der guten Arbeit der Hauptamtlichen, die motivieren und immer neues Engagement wachsen lassen. Wir brauchen hier weiter verlässliche Förderung – auch als Stütze für das Ehrenamt.“ Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe – etwa durch wirtschaftlichen Druck, steigende Anforderungen oder strukturelle Veränderungen – gewinnt die Arbeit der LFB zunehmend an Bedeutung. Das Landeskuratorium wird daher auch in Zukunft sein bewährtes Netzwerk stärken, neue ehrenamtliche Kräfte gewinnen und die Qualität der Beratung kontinuierlich weiterentwickeln. Ziel bleibt es, betroffene Familien frühzeitig zu erreichen, sie verlässlich zu begleiten und ihnen Perspektiven zu eröffnen – damit bäuerliches Leben auch in kommenden Generationen tragfähig und lebenswert bleibt.
Bildunterschrift: Das Bild zeigt alle anwesenden hauptamtlich tätigen Leiterinnen und Leiter der Landwirtschaftlichen Fa-milienberatung. Von links: Christian Büttel (LFB Bamberg), Rita Mergler-Spies (LFB Würzburg), Christine Beuer (LFB Augsburg), Peter Bartlechner (LFB München-Freising), Anges Breitenhuber (LFB Eichstätt), Harald Staudinger (LFB Regensburg), Walter Engeler (LFB der ELKB). Foto: ©StMELF/Eirich


