Begleitung für bäuerliche Familien

von | 1. Juli 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

25 Jah­re Lan­des­ku­ra­to­ri­um Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung e. V.

Pap­pen­heim — Mit einem fest­li­chen Akt wur­de das 25-jäh­ri­ge Bestehen des Lan­des­ku­ra­to­ri­ums Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung der Kir­chen in Bay­ern e. V. gefei­ert. Die öku­me­ni­sche Initia­ti­ve beging ihr Jubi­lä­um im Evan­ge­li­schen Bil­dungs- und Tagungs­zen­trum Pap­pen­heim gemein­sam mit zahl­rei­chen Gäs­ten aus Kir­che, Land­wirt­schaft und Poli­tik.

Seit ihrer Grün­dung vor einem Vier­tel­jahr­hun­dert koor­di­niert das Lan­des­ku­ra­to­ri­um Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung e. V. die Arbeit von 8 Bera­tungs­stel­len mit 110 haupt- und vor allem ehren­amt­li­chen Bera­te­rin­nen und Bera­tern, die bäu­er­li­chen Fami­li­en in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen zur Sei­te ste­hen. Die Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung bie­tet pro­fes­sio­nel­le, ver­trau­li­che Unter­stüt­zung ins­be­son­de­re dann, wenn Belas­tun­gen auf dem Hof und in der Fami­lie zuneh­men – etwa bei Gene­ra­tio­nen­kon­flik­ten, wirt­schaft­li­chen Sor­gen, gesund­heit­li­chen Kri­sen oder per­sön­li­chen Über­for­de­run­gen.

Im Rah­men des Fest­akts ließ die Baye­ri­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Michae­la Kani­ber, ver­tre­ten durch Minis­te­ri­al­di­ri­gent Dr. Maxi­mi­li­an Wohlg­schaft, daher ihren Dank via Gruß­bot­schaft zukom­men:
„Gera­de in einer Zeit, in der Erwar­tun­gen und Belas­tun­gen zuneh­men, ist die Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung unver­zicht­bar. Ein so struk­tu­rier­tes und koor­di­nier­tes Ange­bot gibt es nur in Bay­ern, vor allem auch Dank der bei­den Kir­chen. Das gilt es wei­ter zu unter­stüt­zen.“  Die bei­den baye­ri­schen Lan­des­kir­chen tra­gen den Groß­teil der Auf­wän­de, das Minis­te­ri­um stellt zusätz­lich jähr­lich gut 280.000 € För­der­mit­tel zur Ver­fü­gung.

Die Bera­tungs­ar­beit rich­tet sich an Men­schen, die vor wich­ti­gen Ent­schei­dun­gen ste­hen, mit Kon­flik­ten im fami­liä­ren oder betrieb­li­chen All­tag kon­fron­tiert sind oder ein­fach einen Gesprächs­part­ner benö­ti­gen. Dabei ver­bin­det die LFB fach­li­che Kom­pe­tenz mit einem offe­nen Ohr und einem seel­sor­ger­li­chen Ansatz.

Pfar­rer Wal­ter Enge­ler von der Land­wirt­schaft­li­chen Fami­li­en­be­ra­tung der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kir­che in Bay­ern blick­te dank­bar auf die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen 25 Jah­re zurück und unter­strich die beson­de­re Rol­le der ehren­amt­li­chen Berater*innen: „Ein Ein­satz als ehren­amt­li­che* Berater*in ist nicht immer ein­fach, die frei­wil­li­ge Arbeit die hier geleis­tet wird, ist daher nicht hoch genug ein­zu­schät­zen. Wir als Haupt­amt­li­che sind dank­bar, dass es immer vie­le Interessent*innen für unse­re Aus­bil­dungs­kur­se gibt – oft mehr, als wir bewäl­ti­gen kön­nen.“

Die Land­wirt­schaft­li­che Fami­li­en­be­ra­tung ver­steht sich als nied­rig­schwel­li­ges Ange­bot und beglei­tet Betrof­fe­ne indi­vi­du­ell und lösungs­ori­en­tiert. Die Bera­tung ist unab­hän­gig und ver­trau­lich – ein wich­ti­ger Aspekt, ins­be­son­de­re in sen­si­blen fami­liä­ren und wirt­schaft­li­chen Situa­tio­nen.

Dom­propst Alfred Rott­ler, Diö­ze­san­ad­mi­nis­tra­tor des Bis­tums Eich­stätt, hob den seel­sor­ge­ri­schen Aspekt der Bera­tung her­vor, der eben auch vom kirch­li­chen Hin­ter­grund abzu­lei­ten ist und Teil des Erfolgs­re­zepts ist. Hubert Stan­ka, stellv. Land­rat von Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, cha­rak­te­ri­sier­te die Fami­li­en­be­ra­tung als „Orte des Ver­trau­ens, in denen Enga­ge­ment und christ­li­chen Nächs­ten­lie­be sicht­bar wer­den“.

Die Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Gabi Schmidt, Beauf­trag­te der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung für das Ehren­amt, lob­te des Zusam­men­spiel aus Haupt- und Ehren­amt: „Es ist nicht selbst­ver­ständ­lich, dass ein so gro­ßes und brei­tes Spek­trum von Berater*innen aus allen Alters­stu­fen zur Ver­fü­gung steht. Das ist auch ein Ver­dienst der guten Arbeit der Haupt­amt­li­chen, die moti­vie­ren und immer neu­es Enga­ge­ment wach­sen las­sen. Wir brau­chen hier wei­ter ver­läss­li­che För­de­rung – auch als Stüt­ze für das Ehren­amt.“ Gera­de in Zei­ten wach­sen­der Her­aus­for­de­run­gen für land­wirt­schaft­li­che Betrie­be – etwa durch wirt­schaft­li­chen Druck, stei­gen­de Anfor­de­run­gen oder struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen – gewinnt die Arbeit der LFB zuneh­mend an Bedeu­tung. Das Lan­des­ku­ra­to­ri­um wird daher auch in Zukunft sein bewähr­tes Netz­werk stär­ken, neue ehren­amt­li­che Kräf­te gewin­nen und die Qua­li­tät der Bera­tung kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckeln. Ziel bleibt es, betrof­fe­ne Fami­li­en früh­zei­tig zu errei­chen, sie ver­läss­lich zu beglei­ten und ihnen Per­spek­ti­ven zu eröff­nen – damit bäu­er­li­ches Leben auch in kom­men­den Gene­ra­tio­nen trag­fä­hig und lebens­wert bleibt.

Bild­un­ter­schrift: Das Bild zeigt alle anwe­sen­den haupt­amt­lich täti­gen Lei­te­rin­nen und Lei­ter der Land­wirt­schaft­li­chen Fa-mili­en­be­ra­tung. Von links: Chris­ti­an Büt­tel (LFB Bam­berg), Rita Mergler-Spies (LFB Würz­burg), Chris­ti­ne Beu­er (LFB Augs­burg), Peter Bartlech­ner (LFB Mün­chen-Frei­sing), Anges Brei­ten­hu­ber (LFB Eich­stätt), Harald Stau­din­ger (LFB Regens­burg), Wal­ter Enge­ler (LFB der ELKB). Foto: ©StMELF/Eirich