Begutachtung des Rettungsdienstes im Rettungsdienstbereich Mittelfranken Süd

von | 6. Oktober 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Alt­mühl­fran­ken (red). Im Rah­men der Trend- und Struk­tur­ana­ly­se (TRUST) des Insti­tuts für Not­fall­me­di­zin und Medi­zin­ma­nage­ment (INM) am Kli­ni­kum der Uni­ver­si­tät Mün­chen wur­de das Ein­satz­ge­sche­hen im Ret­tungs­dienst­be­reich Mit­tel­fran­ken Süd, der die Land­krei­se Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen und Roth sowie die Stadt Schwa­bach umfasst, beob­ach­tet und aus­ge­wer­tet.

Grund­la­ge der Begut­ach­tung war das Ein­satz­ge­sche­hen im Zeit­raum vom 01.07.2022 bis 30.06.2023. In Auf­trag gege­ben wur­de das Gut­ach­ten vom Baye­ri­schen Innen­mi­nis­te­ri­um und den Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gern in Bay­ern. Neben dem Ret­tungs­dienst­be­reich Mit­tel­fran­ken Süd wur­de auch der Ret­tungs­dienst­be­reich Ans­bach begut­ach­tet. In den kom­men­den Mona­ten wird das Ein­satz­ge­sche­hen der wei­te­ren 23 baye­ri­schen Ret­tungs­dienst­be­rei­che ana­ly­siert.

Für den Ret­tungs­dienst­be­reich Mit­tel­fran­ken Süd wird in der Not­fall­ret­tung ein Plus von 480 Stun­den emp­foh­len, was eine erheb­li­che Aus­wei­tung der ret­tungs­dienst­li­chen Vor­hal­tung zur Fol­ge hat. „Das ent­spricht einer Erhö­hung der aktu­el­len Gesamt­vor­hal­tung in der Not­fall­ret­tung um 27%“, erläu­tert Knut Engel­brecht, Stadt­rechts­rat der Stadt Schwa­bach und Ver­bands­vor­sit­zen­der des Zweck­ver­ban­des für Ret­tungs­dienst und Feu­er­wehr­alar­mie­rung (ZRF) Mit­tel­fran­ken Süd. Ursa­che für den erhöh­ten Bedarf an Ret­tungs­wä­gen sind vor allem die gestie­ge­nen Ein­satz­zah­len. Seit 2013 sind die Not­fall­ereig­nis­se mit Aus­nah­me der Coro­na-Jah­re 2020 und 2021 kon­ti­nu­ier­lich um ins­ge­samt 28% ange­stie­gen. Hin­zu kommt, dass die Ret­tungs­wä­gen die Pati­en­ten immer häu­fi­ger in wei­ter ent­fern­te Kran­ken­häu­ser trans­por­tie­ren müs­sen dadurch zeit­lich län­ger gebun­den sind. Die emp­foh­le­nen Maß­nah­men sol­len alle­samt umge­setzt wer­den.

Dies hat die Ver­bands­ver­samm­lung des ZRF beschlos­sen. An zwei Stand­or­ten sol­len zwei neue Ret­tungs­dien­st­ein­rich­tun­gen eta­bliert wer­den: In der Gemein­de Red­nitzhem­bach (tags­über, 112 Wochen­stun­den) und in der Gemein­de Nenns­lin­gen (tags­über, 112 Wochen­stun­den). Der Stell­platz in Aller­s­berg soll zur Ret­tungs-
wache aus­ge­wei­tet wer­den (rund um die Uhr, gesamt 168 Wochen­stun­den). Dar­über hin­aus wird emp­foh­len, zu dem bereits vor­han­de­nen Ret­tungs­wa­gen in den Städ­ten Wei­ßen­burg und Gun­zen­hau­sen jeweils einen zusätz­li­chen Ret­tungs­wa­gen tags­über vor­zu­hal­ten (tags­über, 84 Wochen­stun­den; gesamt jeweils 252 Wochen­stun­den) und die ret­tungs­dienst­li­che Vor­hal­tung in Soln­ho­fen tags­über aus­zu­wei­ten (tags­über, gesamt 112 Wochen­stun­den). Der sai­so­nal und nur an den Wochen­en­den betrie­be­ne Stell­platz in Plein­feld soll mit Umset­zung der Vor­hal­tungs­aus­wei­tung im Stadt­ge­biet Wei­ßen­burg geschlos­sen wer­den. Des­wei­te­ren
soll der ZRF Mit­tel­fran­ken Süd prü­fen, ob die Ret­tungs­wa­che Gre­ding inner­halb des Orts­ge­bie­tes ver­la­gert wer­den kann, wobei die­se Maß­nah­me kei­ne Ände­rung der ret­tungs­dienst­li­chen Vor­hal­tung zur Fol­ge hat. Ins­ge­samt wächst die Zahl der Ret­tungs­wä­gen im gesam­ten Ver­bands­ge­biet von 13 auf 17 an, wovon 10 rund um die Uhr im Ein­satz sind.

Im Kran­ken­trans­port wird hin­ge­gen emp­foh­len, die Vor­hal­tung um weni­ge Stun­den zu redu­zie­ren. Nach Ana­ly­se der Ein­sät­ze kommt das Gut­ach­ten zu dem Ergeb­nis, dass in der Regi­on Stadt Schwabach/Landkreis Roth 13 Wochen­stun­den und im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen 24,5 Wochen­stun­den redu­ziert wer­den kön­nen. Die War­te­zei­ten für einen­Kran­ken­trans­port sind im Ret­tungs­dienst­be­reich Mit­tel­fran­ken Süd ver­gleichs­wei­se kurz. Wei­ter wur­de posi­tiv gewer­tet, dass Ret­tungs­wä­gen sel­te­ner als in ande­ren Ver­bands­ge­bie­ten für den Kran­ken­trans­port ein­ge­setzt wer­den. Der ZRF strebt nun die Zustim­mung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger an, die die Kos­ten des Ret­tungs­diens­tes tra­gen.

Foto: Pix­a­bay