Besuch von Umweltinitiative „Guter Grund“ — Sorge um Wasservorräte in Treuchtlingen

von | 15. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Treucht­lin­gen (red). Die anhal­ten­de Tro­cken­heit in wei­ten Tei­len Deutsch­lands beschäf­tigt zuneh­mend auch Bür­ger­initia­ti­ven auf kom­mu­na­ler Ebe­ne. In Treucht­lin­gen traf sich die ört­li­che Was­ser­grup­pe nun mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der bun­des­weit akti­ven Umwelt­in­itia­ti­ve „Guter Grund“, die sich für pla­ne­ta­re Gren­zen und eine enge Zusam­men­ar­beit mit der Land­wirt­schaft ein­set­zen, um über die ange­spann­te Situa­ti­on vor Ort zu dis­ku­tie­ren.

Der Besuch fand im Zei­chen der zuneh­men­den Was­ser­knapp­heit statt. Die­se Pro­ble­ma­tik wird aktu­ell täg­lich in der Pres­se und der Poli­tik the­ma­ti­siert und als höchst besorg­nis­er­re­gend ein­ge­stuft. Beson­ders kri­tisch sieht die Was­ser­grup­pe Treucht­lin­gen die lang­jäh­ri­ge, gebüh­ren­freie Was­ser­ent­nah­me durch die Fir­ma Alt­mühl­ta­ler Mine­ral­brun­nen / Aldi Nord.

„Sol­che Prak­ti­ken, bei denen öffent­li­che Res­sour­cen ohne ent­spre­chen­de Gegen­leis­tung genutzt wer­den, sind in Zei­ten knap­per wer­den­der Was­ser­vor­rä­te nicht mehr zeit­ge­mäß und nicht zu ver­ant­wor­ten“, so eine Spre­che­rin der Was­ser­grup­pe. Bei einem gemein­sa­men Rund­gang durch die Innen­stadt wur­den unter ande­rem das Abfüll­werk, sowie die zwei neu gebohr­ten Brun­nen u.a. auf städ­ti­schem Grund und auf dem Grund­stück des Logis­tik­zen­trums an der Heustei­ge besich­tigt.

In der anschlie­ßen­den Gesprächs­run­de wur­de deut­lich, dass ähn­li­che Pro­ble­me auch in ande­ren Regio­nen Deutsch­lands bestehen – etwa in Ber­gen oder Osna­brück, wo „Guter Grund“ bereits mit loka­len Initia­ti­ven zusam­men­ar­bei­tet. Neben dem Umgang mit den Was­ser­rech­ten wur­de auch die star­ke Belas­tung der Stadt durch den LKW-Ver­kehr des Unter­neh­mens Fa. Alt­mühl­ta­ler / Aldi Nord the­ma­ti­siert.

Die Was­ser­grup­pe sieht sich durch den Aus­tausch bestärkt, ihre Infor­ma­ti­ons­ar­beit in der Regi­on fort­zu­set­zen. In regel­mä­ßi­gen Ver­an­stal­tun­gen möch­te sie wei­ter­hin auf die Dring­lich­keit eines ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgangs mit Was­ser auf­merk­sam machen und Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­ter gewin­nen. Die Fa. Alt­mühl­ta­ler Mineralbrunnen/Aldi Nord hat zur­zeit Ent­nah­me­rech­te von 250.000 cbm Tie­fen­grund­was­ser aus dem Sand­stein­keu­per und 400.000 cbm Ober­flä­chen­was­ser im Jahr. Allein die 400.000 cbm Ober­flä­chen­was­ser wür­den aus­rei­chen, um den Was­ser­be­darf der Bevöl­ke­rung der Stadt Treucht­lin­gen zu decken.

Foto: Was­ser­grup­pe Treucht­lin­gen