Christa Naaß zeichnet ehemaligen tschechischen Premierminister Špidla aus

von | 7. November 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Im Rah­men des Ver­trie­be­nen­emp­fangs der SPD-Land­tags­frak­ti­on, der im Ple­nar­saal des Baye­ri­schen Land­tags statt­fand, wur­de auch der Wen­zel-Jaksch-Gedächt­nis-Preis der Seli­ger-Gemein­de, der Gesin­nungs­ge­mein­schaft sude­ten­deut­scher Sozi­al­de­mo­kra­ten, ver­lie­hen.

Der nach dem sude­ten­deut­schen Sozi­al­de­mo­kra­ten und spä­te­ren SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten benann­te Preis ging in die­sem Jahr an den ehe­ma­li­gen tsche­chi­schen Pre­mier­mi­nis­ter und ehe­ma­li­gen EU-Kom­mis­sar Vla­dimír Špidla.

„Das poli­ti­sche Leben des Sozi­al­de­mo­kra­ten Vla­dimír Špidla war geprägt durch sein sozia­les und demo­kra­tisch enga­gier­tes Wir­ken für ein fried­li­ches Euro­pa, das auch zu einer deut­li­chen Ver­bes­se­rung der kom­pli­zier­ten Nach­bar­schafts­be­zie­hun­gen mit Deutsch­land bei­trug“ begrün­de­te Chris­ta Naaß als Vor­sit­zen­de der Jury und Bun­des­vor­sit­zen­de der Seli­ger-Gemein­de die Aus­wahl des Preis­trä­gers.

„Nicht nur als Pre­mier­mi­nis­ter der Tsche­chi­schen Repu­blik (2002 – 2004) son­dern vor allem auch als EU-Kom­mis­sar für Beschäf­ti­gung, sozia­le Ange­le­gen­hei­ten und Chan­cen­gleich­heit (2004 – 2010) und als Direk­tor der Demo­kra­ti­schen Masa­ryk-Aka­de­mie (ab 2011) war und ist es ihm wich­tig, der schlei­chen­den Legi­ti­ma­ti­ons­kri­se der EU zu begeg­nen“.

In sei­ner Lau­da­tio wür­dig­te der lang­jäh­ri­ge SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de und ehe­ma­li­ge Vize­prä­si­dent des Baye­ri­schen Land­ta­ges Franz Maget den Preis­trä­ger als die ent­schei­den­de Per­sön­lich­keit, die Tsche­chi­en in die Euro­päi­sche Uni­on geführt hat­te. Maget bezeich­ne­te Špidla „als per­sön­li­chen Gegen­ent­wurf“ zu Natio­na­lis­mus und Popu­lis­mus.

Neben dem Wen­zel-Jaksch-Gedächt­nis-Preis wur­de auch Brü­cken­bau­er­prei­se durch die SPD-Land­tags­frak­ti­on ver­lie­hen. Zwei Prei­se gin­gen auf Vor­schlag von Chris­ta Naaß dies­mal nach Mit­tel­fran­ken:

Clau­dia Kuchar­ski vom Thea­ter Kopf­über in Ans­bach erhielt den Preis für die künst­le­ri­sche Arbeit und ihren Bei­trag über Län­der­gren­zen hin­weg – z.B. durch gemein­sa­me Thea­ter­stü­cke mit pol­ni­schen Thea­tern.

Und die Lei­te­rin der Trach­ten­for­schungs­stel­le des Bezirks Mit­tel­fran­ken Kat­rin Weber wur­de für das Buch­pro­jekt „Hei­mat im Gepäck: Ver­trie­be­ne und ihre Trach­ten“ aus­ge­zeich­net.

Volk­mar Halbleib, ver­trie­be­nen­po­li­ti­scher Spre­cher der Land­tags­frak­ti­on dank­te den aus­ge­zeich­ne­ten Per­sön­lich­kei­ten, die sym­bo­lisch für ein Euro­pa, das Brü­cken baut, ste­hen und die sich für ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben enga­gie­ren.

Bild­un­ter­schrift: (v. l.): Ko-Vor­sit­zen­de Hele­na Päss­ler, Ko-Vor­sit­zen­de Chris­ta Naaß, Vla­dimír Špidla, Volk­mar Halbleib, Franz Maget. Foto: pri­vat