Tradition und Regionalität in der Braukunst vereint

von | 7. November 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­rat Manu­el West­phal besucht die Braue­rei Rit­ter St. Geor­gen

Nenns­lin­gen (red). Die Braue­rei Rit­ter St. Geor­gen in Nenns­lin­gen, eine der ältes­ten Braue­rei­en Alt­mühl­fran­kens, durf­te kürz­lich Land­rat Manu­el West­phal begrü­ßen. Bei sei­nem Besuch wur­de nicht nur die lan­ge Brau­tra­di­ti­on, son­dern auch der bewuss­te Fokus der Fami­li­en­braue­rei auf Regio­na­li­tät her­vor­ge­ho­ben.

Seit 1645 steht die Braue­rei Rit­ter St. Geor­gen für hand­werk­li­che Brau­kunst und her­aus­ra­gen­de Bier­qua­li­tät. Pro Tag wer­den hier rund 7.000 Liter Bier her­ge­stellt, dar­un­ter klas­si­sche frän­ki­sche Bie­re wie das Rit­ter Hell sowie das mild­ge­hopf­te Hel­le, wel­ches sich an der ober­baye­ri­schen Brau­kul­tur ori­en­tiert. Doch die Braue­rei zeich­net sich nicht nur durch ihre tra­di­tio­nel­le Bier­her­stel­lung aus, son­dern auch durch ihren umwelt­be­wuss­ten Pro­duk­ti­ons­pro­zess.

So wird der Malztre­ber, ein Neben­pro­dukt des Brau­pro­zes­ses, in einer Bio­gas­an­la­ge zur Ener­gie­ge­win­nung genutzt. Zusätz­lich wird die beim Abküh­len des Suds abge­ge­be­ne Ener­gie über ein effi­zi­en­tes Wär­me­rück­ge­win­nungs­sys­tem im Maisch­bot­tich wie­der­ver­wen­det, was den Ener­gie­ein­satz wei­ter opti­miert. „Als regio­na­le Braue­rei sehen wir uns in der Ver­ant­wor­tung, nicht nur ein­zig­ar­ti­ge Bie­re her­zu­stel­len, son­dern auch unse­ren Bei­trag zum Schutz der Umwelt zu leis­ten. Kur­ze Trans­port­we­ge, der Ein­satz regio­na­ler Roh­stof­fe und moder­ne ener­gie­spa­ren­de Tech­no­lo­gien sind für uns eben­so selbst­ver­ständ­lich wie die Lie­be zum hand­werk­li­chen Brau­en“, erklärt Geschäfts­füh­rer Diet­mar Gloss­ner.

Trotz der lan­gen Tra­di­ti­on setzt die Braue­rei auch auf moderns­te Tech­nik: Eine voll­au­to­ma­ti­sche Fla­schen­prü­fung stellt sicher, dass nur ein­wand­freie Fla­schen in den Abfüll­pro­zess gelan­gen, wäh­rend die Eti­ket­tier-Anla­ge bis zu 5.000 Fla­schen pro Stun­de eti­ket­tie­ren kann. Die Bie­re lagern nach der Gärung, die bereits nach einer Woche zu „Jung­bier“ führt, noch vier Wochen in den Lager­tanks im Lager­kel­ler. Jedes Bier ent­wi­ckelt so sei­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Geschmack.

„Beson­de­re Bie­re sind unser Hand­werk“, so der Slo­gan der Braue­rei, und die­ses Hand­werk lebt in Nenns­lin­gen seit über 350 Jah­ren. Neben den hel­len und kräf­ti­gen Bier­spe­zia­li­tä­ten wie dem 1645 Urmärzen oder dem Geor­gi-Sud, bie­tet die Braue­rei auch sai­so­na­le Spe­zia­li­tä­ten wie den Win­ter­stoff an.

„Rit­ter Bier schmeckt nach Hei­mat“, betont Diet­mar Gloss­ner, „jedes Rit­ter Bier ist ein ech­ter Bier­ge­nuss aus unse­rer Regi­on – von den Roh­stof­fen über die Rezep­tur bis hin zur Her­stel­lung“. Ganz nach dem Mot­to „Lebensmittel.Regional.Genießen“ wur­den des­halb, auf dem kürz­lich ver­an­stal­te­ten „Tag der regio­na­len Genüs­se“, Braue­rei­füh­run­gen mit Bier­ver­kos­tun­gen für die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit ange­bo­ten.

Mit ihrem hohen Qua­li­täts­an­spruch und ihrem Bewusst­sein für Regio­na­li­tät beweist die Braue­rei Rit­ter St. Geor­gen, dass Tra­di­ti­on und Fort­schritt in Ein­klang gebracht wer­den kön­nen. Der Besuch von Land­rat Manu­el West­phal unter­strich die Bedeu­tung die­ser regio­na­len Brau­kul­tur, die nicht nur den Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen berei­chert, son­dern auch weit über des­sen Gren­zen hin­aus bekannt ist.

Bild­un­ter­schrift: Diet­mar Gloss­ner (m.) gab Land­rat Manu­el West­phal (l.) und För­der­lot­se Sebas­ti­an Regens­bur­ger von der Wirt­schafts­för­de­rung (r.) einen genau­en Ein­blick in die Abläu­fe der Braue­rei. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Nico Kögel