Digitale Medien spielen im Alltag vieler Jugendlicher eine große Rolle. Doch was für viele Austausch, Unterhaltung und Teilhabe bedeutet, kann durch Cybermobbing schnell zum Problem werden. „Mobbing und Cybermobbing beeinträchtigen junge Menschen meist massiv in ihrem psychosozialen Wohlbefinden“, so Linda Schäff, Gesundheitsexpertin bei der AOK in Mittelfranken. Laut Deutschem Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung sind bundesweit 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler mindestens einmal im Monat davon betroffen. Für das Schulbarometer hat die Stiftung 1.507 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren sowie je ein Elternteil befragt.
Generell bedeutet Mobbing, dass meist mehrere Personen einen anderen Menschen belästigen, bedrängen, diffamieren, lächerlich machen und quälen. „Beim Cybermobbing geschieht dies online, zum Beispiel per E‑Mail, in Chat-Gruppen, in den sozialen Medien oder in Online-Foren“, so Linda Schäff .Neben verbalen Angriffen kommen auch herabsetzende Fotos und Videos zum Einsatz, die häufig bearbeitet und verfälscht sind. Die digitale Umgebung verstärkt die Wirkung zusätzlich, da Inhalte gespeichert, schnell weitergeleitet und nur schwer vollständig gelöscht werden können.
Cybermobbing gefährdet die Gesundheit
Für die Betroffenen ist Cybermobbing eine Tortur: Die andauernden Angriffe schwächen ihr Selbstvertrauen, verursachen Selbstzweifel und viele ziehen sich zurück. „Cybermobbing kann einen Menschen langfristig krank machen und verschiedene Symptome hervorrufen“. Neben körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Magen-Darm-Problemen, Herzklopfen oder Kopfschmerzen können auch ernsthafte Krankheiten wie etwa Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen.
Cybermobbing wirksam vorbeugen
Das Risiko von Cybermobbing lässt sich senken. Generell gilt, mit sensiblen Daten sparsam umzugehen. „Je mehr man preisgibt, desto angreifbarer macht man sich“, so Linda Schäff. Wer auf Online-Plattformen unterwegs ist, sollte Freundschaftsanfragen gründlich prüfen und nur gute Bekannte aus dem realen Leben akzeptieren. Dazu gehört, private Daten wie Adresse, Handynummer oder Mailadresse mit Klarnamen nur mit echten Freunden zu teilen, das Gleiche trifft auf Fotos und Videos zu. Wenn Nutzerinnen und Nutzer beleidigende oder unangemessene Inhalte schicken, kann man sie blockieren und beim Betreiber der Website melden. „Der digitale Raum ist nicht rechtsfrei: Wer sich massiv beleidigt, bedroht oder in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt fühlt, hat die Möglichkeit, eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen“.
AOK unterstützt Berufsschule vor Ort
Die AOK fördert das für Berufsschulen kostenfreie Präventionsprogramm „Wir alle gegen Mobbing und Gewalt im Netz“ des „Bündnis gegen Cybermobbing e.V.“.
Die Lehrkräfte erwerben praxisnahes Wissen über die Dynamik digitaler Gewalt, rechtliche Rahmenbedingungen und Erhöhung der Handlungssicherheit in der Prävention und Intervention. Zudem unterstützt ein Expertenteam die Berufsschülerinnen und Berufsschülern mit einem Workshop. Dort lernen sie, sich selbst und andere vor Cybermobbing zu schützen und online respektvoll zu kommunizieren.
Ziel der Schulungen ist, einen nachhaltigen Kulturwandel an der Schule zu initiieren, der von der Schulleitung über das Lehrpersonal bis hin zu den Auszubildenden und ihren Eltern reicht.
Bildunterschrift: Wer die Möglichkeiten und Risiken digitaler Medien kennt, kann sich besser vor Cybermobbing schützen. Foto: AOK


