Cybermobbing — Angriff aus dem Netz

von | 28. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Digi­ta­le Medi­en spie­len im All­tag vie­ler Jugend­li­cher eine gro­ße Rol­le. Doch was für vie­le Aus­tausch, Unter­hal­tung und Teil­ha­be bedeu­tet, kann durch Cyber­mob­bing schnell zum Pro­blem wer­den. „Mob­bing und Cyber­mob­bing beein­träch­ti­gen jun­ge Men­schen meist mas­siv in ihrem psy­cho­so­zia­len Wohl­be­fin­den“, so Lin­da Schäff, Gesund­heits­exper­tin bei der AOK in Mit­tel­fran­ken. Laut Deut­schem Schul­ba­ro­me­ter 2025/26 der Robert Bosch Stif­tung sind bun­des­weit 30 Pro­zent der Schü­le­rin­nen und Schü­ler min­des­tens ein­mal im Monat davon betrof­fen. Für das Schul­ba­ro­me­ter hat die Stif­tung 1.507 Kin­der und Jugend­li­che zwi­schen acht und 17 Jah­ren sowie je ein Eltern­teil befragt.

Gene­rell bedeu­tet Mob­bing, dass meist meh­re­re Per­so­nen einen ande­ren Men­schen beläs­ti­gen, bedrän­gen, dif­fa­mie­ren, lächer­lich machen und quä­len. „Beim Cyber­mob­bing geschieht dies online, zum Bei­spiel per E‑Mail, in Chat-Grup­pen, in den sozia­len Medi­en oder in Online-Foren“, so Lin­da Schäff .Neben ver­ba­len Angrif­fen kom­men auch her­ab­set­zen­de Fotos und Vide­os zum Ein­satz, die häu­fig bear­bei­tet und ver­fälscht sind. Die digi­ta­le Umge­bung ver­stärkt die Wir­kung zusätz­lich, da Inhal­te gespei­chert, schnell wei­ter­ge­lei­tet und nur schwer voll­stän­dig gelöscht wer­den kön­nen.

Cyber­mob­bing gefähr­det die Gesund­heit

Für die Betrof­fe­nen ist Cyber­mob­bing eine Tor­tur: Die andau­ern­den Angrif­fe schwä­chen ihr Selbst­ver­trau­en, ver­ur­sa­chen Selbst­zwei­fel und vie­le zie­hen sich zurück. „Cyber­mob­bing kann einen Men­schen lang­fris­tig krank machen und ver­schie­de­ne Sym­pto­me her­vor­ru­fen“. Neben kör­per­li­chen Beschwer­den wie Schlaf­stö­run­gen, Magen-Darm-Pro­ble­men, Herz­klop­fen oder Kopf­schmer­zen kön­nen auch ernst­haf­te Krank­hei­ten wie etwa Depres­si­on oder Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen ent­ste­hen.

Cyber­mob­bing wirk­sam vor­beu­gen

Das Risi­ko von Cyber­mob­bing lässt sich sen­ken. Gene­rell gilt, mit sen­si­blen Daten spar­sam umzu­ge­hen. „Je mehr man preis­gibt, des­to angreif­ba­rer macht man sich“, so Lin­da Schäff. Wer auf Online-Platt­for­men unter­wegs ist, soll­te Freund­schafts­an­fra­gen gründ­lich prü­fen und nur gute Bekann­te aus dem rea­len Leben akzep­tie­ren. Dazu gehört, pri­va­te Daten wie Adres­se, Han­dy­num­mer oder Mail­adres­se mit Klar­na­men nur mit ech­ten Freun­den zu tei­len, das Glei­che trifft auf Fotos und Vide­os zu. Wenn Nut­ze­rin­nen und Nut­zer belei­di­gen­de oder unan­ge­mes­se­ne Inhal­te schi­cken, kann man sie blo­ckie­ren und beim Betrei­ber der Web­site mel­den. „Der digi­ta­le Raum ist nicht rechts­frei: Wer sich mas­siv belei­digt, bedroht oder in sei­nen Per­sön­lich­keits­rech­ten ver­letzt fühlt, hat die Mög­lich­keit, eine Straf­an­zei­ge bei der Poli­zei zu stel­len“.

AOK unter­stützt Berufs­schu­le vor Ort

Die AOK för­dert das für Berufs­schu­len kos­ten­freie Prä­ven­ti­ons­pro­gramm „Wir alle gegen Mob­bing und Gewalt im Netz“ des „Bünd­nis gegen Cyber­mob­bing e.V.“.

Die Lehr­kräf­te erwer­ben pra­xis­na­hes Wis­sen über die Dyna­mik digi­ta­ler Gewalt, recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und Erhö­hung der Hand­lungs­si­cher­heit in der Prä­ven­ti­on und Inter­ven­ti­on. Zudem unter­stützt ein Exper­ten­team die Berufs­schü­le­rin­nen und Berufs­schü­lern mit einem Work­shop. Dort ler­nen sie, sich selbst und ande­re vor Cyber­mob­bing zu schüt­zen und online respekt­voll zu kom­mu­ni­zie­ren.

Ziel der Schu­lun­gen ist, einen nach­hal­ti­gen Kul­tur­wan­del an der Schu­le zu initi­ie­ren, der von der Schul­lei­tung über das Lehr­per­so­nal bis hin zu den Aus­zu­bil­den­den und ihren Eltern reicht.

Bild­un­ter­schrift: Wer die Mög­lich­kei­ten und Risi­ken digi­ta­ler Medi­en kennt, kann sich bes­ser vor Cyber­mob­bing schüt­zen. Foto: AOK