Mit dem Solarstromspeicher Geld verdienen

von | 28. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mit dem Solar­strom­spei­cher Geld ver­die­nen — Die Wirt­schaft­lich­keit des Bat­te­rie­spei­chers in drei — Schrit­ten berech­nen


Zukunft Alt­bau: Bat­te­rie­spei­cher sind inzwi­schen pro­fi­ta­bel.: Wer sich eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge zulegt, soll­te auch über einen Solar­strom­spei­cher nach­den­ken. Mit ihnen kann man inzwi­schen viel Geld spa­ren. Ein paar Kenn­zah­len rei­chen aus, um die Wirt­schaft­lich­keit des Spei­chers zu ermit­teln. Dar­auf weist das vom Umwelt­mi­nis­te­ri­um Baden-Würt­tem­berg geför­der­te Infor­ma­ti­ons­pro­gramm Zukunft Alt­bau hin. Ent­schei­dend sind vor allem die Zahl der Spei­cher­zy­klen, die Lebens­dau­er des
Solar­spei­chers und der Preis pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät. Als Faust­re­gel gilt: Kos­tet der Spei­cher weni­ger als 600 Euro pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät und hat im Schnitt eine Lebens­dau­er von 15 Jah­ren, kann sich die Inves­ti­ti­on loh­nen. Auf dem Markt sind inzwi­schen zahl­rei­che Sys­te­me zu Ein­kaufs­prei­sen um 300 Euro pro Kilo­watt­stun­de ver­füg­bar – sie spa­ren damit meist weit mehr ein, als sie in der Anschaf­fung kos­ten. Mit die­sem Wis­sen las­sen sich Ange­bo­te bes­ser ein­schät­zen. Dyna­mi­sche Strom­ta­ri­fe kön­nen den finan­zi­el­len Über­schuss erhö­hen, wenn der Spei­cher zusätz­lich bil­li­gen Netz­strom „zwi­schen­parkt“ und teu­ren Netz­strom ersetzt.

Fra­gen beant­wor­tet das Team von Zukunft Alt­bau kos­ten­frei am Bera­tungs­te­le­fon unter 08000 12 33 33 (Mon­tag bis Frei­tag von 9 bis 13 Uhr) oder per E‑Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de.

Neue Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf dem Haus­dach oder an der Fas­sa­de erzeu­gen Strom für durch­schnitt­lich nur noch rund zehn bis 13 Cent pro Kilo­watt­stun­de und sind damit deut­lich güns­ti­ger als Netz­strom, der der­zeit im Schnitt bei etwa 33 Cent pro Kilo­watt­stun­de liegt. Wer Solar­strom selbst nutzt, spart also einen zwei­stel­li­gen Cent­be­trag pro Kilo­watt­stun­de. Bat­te­rie­spei­cher erhö­hen den Anteil des selbst ver­brauch­ten Solar­stroms: ihre Anschaf­fung ist inzwi­schen meist pro­fi­ta­bel. Das ist ins­be­son­de­re des­halb inter­es­sant, da die Alter­na­ti­ve Strom­netz­ein­spei­sung für Neu­an­la­gen mit rund acht Cent pro Kilo­watt­stun­de nicht
kos­ten­de­ckend ist und künf­tig sogar ganz weg­fal­len könn­te.

Die Nach­fra­ge nach den kom­pak­ten Heim­spei­chern ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark estie­gen. Laut Bun­des­ver­band Solar­wirt­schaft (BSW-Solar) waren Anfang 2026 rund 2,4 Mil­lio­nen Haus­bat­te­rie­spei­cher in Deutsch­land in Betrieb. „Allein 2025 wur­den in Deutsch­land meh­re­re hun­dert­tau­send Sys­te­me instal­liert“, sagt Frank Hett­ler von Zukunft Alt­bau. „Bei neu­en Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen zäh­len sie inzwi­schen zur Stan­dard­aus­stat­tung.“ Inzwi­schen haben sin­ken­de Prei­se ihre Wirt­schaft­lich­keit deut­lich ver­bes­sert. Die Kos­ten KEA Kli­ma­schutz- und Ener­gie­agen­tur lie­gen heu­te zwi­schen rund 300 bis 500 Euro pro Kilo­watt­stun­de Kapa­zi­tät. Hin­zu kom­men noch gerin­ge Zusatz­kot­zen für die Instal­la­ti­on durch einen Fach­be­trieb.

In drei Schrit­ten zur eige­nen Wirt­schaft­lich­keits­rech­nung

Kern der Wirt­schaft­lich­keits­rech­nung ist die Fra­ge, wie viel Solar­strom der Spei­cher über sei­ne Lebens­dau­er tat­säch­lich bereit­stellt und wel­che Strom­kos­ten man dadurch ver­mei­det. „Gut aus­ge­leg­te Sys­te­me errei­chen in Ein­fa­mi­li­en­häu­sern typi­scher­wei­se 200 bis 250 Voll­zy­klen pro Jahr, also voll­stän­di­ge Be- und Ent­la­dun­gen“, sagt Bir­git Groh vom Deut­schen Ener­gie­be­ra­ter-Netz­werk (DEN). „Die vom Spei­cher ins­ge­samt zur Ver­fü­gung gestell­te Ener­gie­men­ge ergibt sich aus den Fak­to­ren Voll­zy­klen pro Jahr, Spei­cher­ka­pa­zi­tät in Kilo­watt­stun­den und Lebens­dau­er in Jah­ren.“ Zu berück­sich­ti­gen sind außer­dem typi­sche
Spei­cher­ver­lus­te von etwa 15 Pro­zent, die durch Be- und Ent­la­den sowie Stand-by Ver­brauch ent­ste­hen. So kön­nen Haus­ei­gen­tü­me­rin­nen und Haus­ei­gen­tü­mer die Wirt­schaft­lich­keit des Spei­chers in drei Schrit­ten selbst grob über­schla­gen.

Ein Bei­spiel: o Zuerst muss man die Erspar­nis berech­nen, die sich dar­aus ergibt, dass man statt einer Kilo­watt­stun­de Strom aus dem Netz eine selbst erzeug­te und gespei­cher­te Kilo­watt­stun­de nutzt. Eine Kilo­watt­stun­de aus dem Netz kos­tet rund 33 Cent. Für das Ein­spei­sen des eigens pro­du­zier­ten Stroms wür­de man knapp acht Cent erhal­ten. Die Erspar­nis pro Kilo­watt­stun­de beträgt somit rund 25 Cent, nutzt man den Solar­strom selbst.

Danach ermit­telt man die Kos­ten­ein­spa­rung pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät über die Lebens­dau­er der Bat­te­rie: Dabei kann man von 225 Voll­zy­klen pro Jahr aus­ge­hen.

Das heißt eine Kilo­watt­stun­de der Bat­te­rie wird in einem Jahr 225-Mal durch die eige­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge voll­ge­la­den und durch die Eigen­nut­zung des Stroms wie­der voll­stän­dig ent­la­den. Somit spart man rech­ne­risch über 15 Jah­ren Lebens­dau­er rund 840 Euro pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät ein (225 Zyklen mul­ti­pli­ziert mit 25 Cent Erspar­nis hoch­ge­rech­net auf die 15 Jah­re).

Schließ­lich zieht man noch die Spei­cher­ver­lus­te ab: Abzüg­lich der Ver­lus­te von 15 Pro­zent blei­ben etwa 720 Euro Erspar­nis pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät über die Lebens­dau­er der Bat­te­rie übrig. Lie­gen die Anschaf­fungs­kos­ten des Bat­te­rie­spei­chers
pro Kilo­watt­stun­de Kapa­zi­tät unter die­sem Wert, ist der Spei­cher vor­aus­sicht­lich wirt­schaft­lich, lie­gen sie dar­über, rech­net er sich finan­zi­ell eher nicht.

Bran­chen­stu­di­en sehen die Wirt­schaft­lich­keits­gren­ze in einer ähn­li­chen Grö­ßen­ord­nung; bei etwa 600 bis 700 Euro pro Kilo­watt­stun­de. Mög­li­che Ände­run­gen am Zäh­ler­schrank, die zusätz­li­che Kos­ten ver­ur­sa­chen, sind in der Kos­ten­kal­ku­la­ti­on nicht ent­hal­ten.

Tipps: Spei­cher­grö­ße rich­tig wäh­len und varia­blen Strom­ta­rif nut­zen Für die Pra­xis gilt: „Der Spei­cher soll­te nicht wesent­lich grö­ßer sein als der Jah­res­strom­ver­brauch in Mega­watt­stun­den“, so Frank Hett­ler von Zukunft Alt­bau. „Ein Haus­halt mit 6.000 Kilo­watt­stun­den Jah­res­ver­brauch, das sind sechs Mega­watt­stun­den, fährt in der Regel mit einer Spei­cher­ka­pa­zi­tät von rund sechs bis acht Kilo­watt­stun­den gut.

Mit Blick auf eine Zukunft mit Elek­tro­au­to und Wär­me­pum­pe kann aller­dings bereits heu­te die Anschaf­fung eines grö­ße­ren Spei­chers sinn­voll sein.“ Die Leis­tung der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in Kilo­watt soll­te min­des­tens so hoch sein wie die Spei­cher­ka­pa­zi­tät in Kilo­watt­stun­den, damit der Spei­cher in aus­rei­chend vie­len Stun­den voll­ge­la­den wer­den kann. Ein guter Auf­stell­ort im Haus ist ein Raum mit mode­ra­ten Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen fünf und 20 Grad Cel­si­us. Das maxi­miert die Lebens­dau­er.

Zusätz­li­che Ertrags­po­ten­zia­le bie­tet die Kom­bi­na­ti­on mit varia­blen Strom­ta­ri­fen: Seit Anfang 2025 müs­sen alle Strom­ver­sor­ger sol­che Ange­bo­te machen. Sie geben die Bör­sen­preis­schwan­kun­gen an die Kund­schaft wei­ter. In Zei­ten nied­ri­ger Bör­sen­prei­se und
gerin­gem oder feh­len­dem Solar­er­trag kann der Spei­cher güns­ti­gen Netz­strom auf­neh­men und spä­ter – wenn die Prei­se hoch sind oder die Solar­an­la­ge kei­nen Strom lie­fert – im Haus­halt bereit­stel­len. Dann ist auch eine grö­ße­re Spei­cher­ka­pa­zi­tät sinn­voll, die sowohl den eige­nen Solar­strom als auch güns­ti­gen Netz­strom nutzt. Zukünf­tig kön­nen auch Elek­tro­au­tos mit bidi­rek­tio­na­ler Lade­funk­ti­on die loka­le Spei­cher­ka­pa­zi­tät wei­ter ver­grö­ßern und das Strom­netz ent­las­ten.

Gute Ange­bo­te erken­nen und ver­glei­chen

Wer einen Solar­strom­spei­cher instal­lie­ren möch­te, soll­te meh­re­re Ver­gleichs­an­ge­bo­te von qua­li­fi­zier­ten Fach­be­trie­ben aus der Regi­on ein­ho­len. Spe­zia­li­sier­te Solar­teu­re, Fach­kräf­te für Solar­tech­nik und Elek­tro­fach­be­trie­be infor­mie­ren über Effi­zi­enz, Lebens­dau­er, Prei­se und die pas­sen­de Grö­ße des Spei­chers. Für Baden-Würt­tem­berg stellt das Pho­to­vol­ta­ik Netz­werk eine Über­sicht über Solar­teur­be­trie­be zur Ver­fü­gung (www.photovoltaik bw.de/pv-netzwerk/solarteurbetriebe).

Bei der Aus­wahl hel­fen auch her­stel­ler­un­ab­hän­gi­ge Tests: Die Hoch­schu­le für Tech­nik und Wirt­schaft Ber­lin (HTW Ber­lin) etwa unter­sucht jähr­lich eine Viel­zahl von Heim­spei­chern und bewer­tet sie. Die aktu­el­len Ergeb­nis­se der „Strom­spei­cher-Inspek­ti­on“ sind online abruf­bar und erleich­tern die Aus­wahl qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Sys­te­me: solar.htw-berlin.de/studien/stromspeicher-inspektion-2026.

Info­kas­ten:

Bat­te­rie­spei­cher: Lohnt sich eine Nach­rüs­tung bei älte­ren Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen? Für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, die aus der Ein­spei­se­ver­gü­tung des Erneu­er­ba­re-Ener­gien Geset­zes (EEG) gefal­len sind, loh­nen sich Solar­strom­spei­cher beson­ders. Da nur noch gerin­ge Betriebs- und War­tungs­kos­ten bei der abge­schrie­be­nen Solar­an­la­ge anfal­len, ist der Solar­strom vom Dach mit drei bis vier Cent pro Kilo­watt­stun­de beson­ders güns­tig.

Eigen­ver­brauch und Spei­che­rung wer­den damit beson­ders attrak­tiv. In Deutsch­land gibt es über 5,5 Mil­lio­nen Haus­dach­an­la­gen, die nach und nach in die ver­gü­tungs­freie Pha­se ein­tre­ten – ein enor­mes Poten­zi­al für zusätz­li­che Spei­cher­instal­la­tio­nen. Für älte­re, nicht abge­schrie­be­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen mit wei­ter­lau­fen­der Ein­spei­se­ver­gü­tung sieht die Sache schon schwie­ri­ger aus. Ist die Anla­ge bei­spiels­wei­se 15 Jah­re alt und hat der Solar­strom aus der Anla­ge einen Wert von 17 Cent pro Kilo­watt­stun­de, muss der Spei­cher pro Kilo­watt­stun­de Spei­cher­ka­pa­zi­tät unter 460 Euro kos­ten.

Info­kas­ten:

Zukunft Alt­bau infor­miert Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer von Wohn­häu­sern und Gebäu­den neu­tral über den Nut­zen einer ener­ge­ti­schen Sanie­rung und wirbt dabei für eine qua­li­fi­zier­te und ganz­heit­li­che Gebäu­de­en­er­gie­be­ra­tung. Das vom Minis­te­ri­um für Umwelt, Kli­ma und Ener­gie­wirt­schaft Baden-Würt­tem­berg geför­der­te Infor­ma­ti­ons­pro­gramm berät gewer­keneu­tral, f fach­über­grei­fend und kos­ten­frei. Zukunft Alt­bau hat sei­nen Sitz in Stutt­gart und wird von der KEA Kli­ma­schutz- und Ener­gie­agen­tur Baden-Würt­tem­berg umge­setzt.

Foto: Zukunft Alt­bau / Dani­el Döb­ler