Das ISB Bootcamp in Gunzenhausen – Gipfeltreffen für die Sicherheit der Bürgerdaten

von | 16. Mai 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Wie groß ist die Bedro­hung öffent­li­cher IT-Infra­struk­tur durch Cyber­kri­mi­na­li­tät, wie kön­nen sich Kom­mu­nen schüt­zen, und wie kön­nen sie sich auf das vor­be­rei­ten, wor­an kein Ver­ant­wort­li­cher ger­ne denkt: den IT-Total­aus­fall, nach­dem Hacker das gesam­te Sys­tem geknackt haben?

Dar­über haben sich 110 Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­be­auf­trag­te aus ganz Bay­ern beim „ISB Boot­camp“ in Gun­zen­hau­sen mit den füh­ren­den Köp­fen der baye­ri­schen IT-Sicher­heit aus­ge­tauscht. „Die Gefähr­dun­gen sind real und die Ein­tritts­wahr­schein­lich­kei­ten stei­gen“, mahn­te Gun­zen­hau­sens Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz in sei­nem Gruß­wort. Sein Dank galt dem Lan­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (LSI), wel­ches die Kom­mu­nen kom­pe­tent beglei­te und als Part­ner sowie Unter­stüt­zer stets zur Ver­fü­gung ste­he.

Wie wich­tig das ist, zeig­te Fach­jour­na­list und Pod­cas­ter Mar­cel Roth in einem Vor­trag über Deutsch­lands ers­te Cyber­ka­ta­stro­phe im Jahr 2022 im Land­kreis Anhalt-Bit­ter­feld. Die Fol­gen, so Roth, sei­en noch heu­te spür­bar. Roths beun­ru­hi­gen­des Fazit: „Es kann und wird jeden ein­mal tref­fen, nur der Zeit­punkt ist unge­wiss. Daher ist eine gute Vor­be­rei­tung auf den IT-Total­aus­fall zwin­gend not­wen­dig.“

Auch der Vor­trag der mit­tel­frän­ki­schen Bezirks­kli­ni­ken zu einem Cyber­vor­fall im letz­ten Jahr war äußerst span­nend und lehr­reich. Das Bezirks­kli­ni­ken-Vor­stands­mit­glied Dr. Mat­thi­as Kei­len berich­te­te über sei­ne Erfah­run­gen aus der „Innen­per­spek­ti­ve“ und ließ die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer an sei­nen Erkennt­nis­sen par­ti­zi­pie­ren.

Wie eine gute Vor­be­rei­tung auf den Ernst­fall aus­se­hen kann, erfuh­ren die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus ers­ter Hand: Neben LSI-Prä­si­dent Bernd Geis­ler waren auch Rei­ner Schmidt, der ehe­ma­li­ge Lei­ter des LSI-Refe­rats „IT-Sicher­heit für Kom­mu­nen“ sowie der renom­mier­te Exper­te für Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit Sascha Kuhr­au zu Gast. Fun­dier­te Infor­ma­tio­nen aus der Pra­xis für die Pra­xis ver­mit­tel­ten den Teil­neh­mern in Vor­trä­gen und Work­shops das Wis­sen, das sie brau­chen, um im per­ma­nen­ten Hase- und Igel-Wett­lauf zwi­schen Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit und orga­ni­sier­ter, teils staat­lich gelenk­ter Cyber­kri­mi­na­li­tät bestehen zu kön­nen. Eine Erkennt­nis teil­ten alle Besu­cher: Neben immer aus­ge­feil­te­ren Schutz­maß­nah­men sind eine gute Aus­bil­dung und die per­ma­nen­te Sen­si­bi­li­sie­rung der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der Ver­wal­tung unab­ding­bar, um Scha­den abzu­wen­den.

Das ISB Boot­camp, das Gun­zen­hau­sen Anfang Mai nun schon zum sieb­ten Mal für zwei Tage zum Brenn­punkt der kom­mu­na­len Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit in ganz Bay­ern gemacht hat, wird all­jähr­lich von der Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­schu­le orga­ni­siert. Es fin­det in Koope­ra­ti­on mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik, Sascha Kuhr­aus Team von a.s.k. Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit und der Stadt Gun­zen­hau­sen statt.

Bild­un­ter­schrift: (v. l. n. r.): Horst Schä­fer, Refe­rent und Vor­be­rei­tungs­team ISB Boot­camp, Michae­la Win­ter­mayr-Greck, Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­schu­le und Refe­ren­tin für Infor­ma­ti­ons­tech­nik und Digi­ta­li­sie­rung in der Fort­bil­dung, Ers­ter Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz, Mari­on Stie­fe­l­er, Refe­ren­tin und Busi­ness Coach, Rei­ner Schmidt, ehe­ma­li­ger LSI-Refe­rats­lei­ter „IT-Sicher­heit für Kom­mu­nen“, Mar­kus Stein, Refe­rent und Bereichs­lei­ter in der Stadt Augs­burg für Digi­ta­li­sie­rung und IT, Sascha Kuhr­au, Vor­be­rei­tungs­team ISB Boot­camp und Refe­rent, Bernd Geis­ler, Prä­si­dent des LSI, Ste­fan Ober­mei­er, Refe­rats­lei­ter ISMS am LSI und Micha­el Pent­za, Vor­be­rei­tungs­team ISB Boot­camp und IT-Lei­ter der Stadt Gun­zen­hau­sen). Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser