Nachdem wichtige Vorleistungen abgeschlossen werden konnten, beginnt das Staatliche Bauamt Ansbach nach den Sommerferien mit den Planungen für eine Ortsumgehung des Weißenburger Ortsteils Rothenstein im Zuge der Bundesstraße 13.
Zu einem Vor-Ort Termin lud Weißenburgs Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt gemeinsam mit Vertretern des Staatlichen Bauamts Ansbach in das Gasthaus Schnitzlein nach Rothenstein ein, um über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. „Die Stadt und die Bürgerinitiative haben sich richtig ins Zeug gelegt“ fasst sie die letzten Entwicklungen zusammen. So wurden die erforderlichen Grundstücke für die Trasse und Ausgleichsmaßnahmen von der Stadt Weißenburg erworben. Gespräche wurden mit dem Bund Naturschutz und weiteren Partnern geführt, um mögliche Planungshemmnisse frühzeitig zu erkennen.
Auch Martin Assum, Bereichsleiter beim Straßenbauamt Ansbach zog eine positive Bilanz und klärte über die weitere Vorgehensweise auf. Die Ortsumgehung Rothenstein ist im aktuellen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen im „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ (WB*) eingestuft. Diese gegenüber dem „Vordringlichen Bedarf“ (VB) nachrangige Einstufung sieht eine Umsetzung des Projekts grundsätzlich erst nach dem Jahr 2030 vor. Gleichzeitig eröffnet sie den zuständigen Behörden vor Ort die Möglichkeit, bereits vor diesem Zeitpunkt mit den Planungen zu beginnen. Diese erstrecken sich über mehrere Phasen (Voruntersuchung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung mit Planfeststellungsverfahren, Ausführungsplanung) und dauern in der Regel mehrere Jahre. „Das ist ein Marathonlauf. Wir sind momentan bei Kilometer 5“, beschrieb Assum.
Weiterhin hob er das große Engagement der örtlichen Bürgerinitiative hervor, deren Mitglieder den Grunderwerb unterstützt haben. Parallel dazu beauftragte das Staatliche Bauamt Ansbach naturschutzfachliche Erhebungen. Ziel der Untersuchungen war insbesondere die Feststellung, wie sehr streng geschützte Tierarten oder andere naturschutzfachliche Gegebenheiten einer Straßenplanung entgegenstehen könnten. Diese Untersuchungen wurden mittlerweile durchgeführt und ausgewertet. Es wurden dabei keine Erkenntnisse gewonnen, die einer weiteren Planung grundsätzlich entgegenstehen würden.
Im Zuge der nun beginnenden Voruntersuchung werden unter anderem ein Verkehrsgutachten sowie umfangreiche Geländevermessungen und Bestandsaufnahmen beauftragt. Diese wird voraussichtlich einen Zeitraum von rund 1,5 bis 2 Jahren in Anspruch nehmen. Am Ende steht eine Vorzugslösung mit zugehöriger Kostenermittlung. Auf dieser Grundlage ist dann in Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium zu klären, ob das Projekt weiterhin wirtschaftlich ist und die Planung weiter vorangetrieben werden kann oder bei fehlender Wirtschaftlichkeit beendet werden muss. Zahlen aus dem Jahr 2013 weisen für das Projekt ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 2,4 aus. Die geplante 2,2 Kilometer lange Neubaustrecke südwestlich des Ortes wurde damals mit Gesamtkosten von rund 4,4 Millionen Euro veranschlagt.
MdB Artur Auernhammer betonte beim Pressegespräch, das Hauptargument für den Stern bei Rothenstein sei gewesen, dass bereits eine halbe Umgehung existiere und die Bevölkerung vor Ort hinter dem Projekt stehe. „Das, was jetzt passiert, macht nicht der Bund – vielmehr geht das Land in Vorleistung. Ort, Stadt und Abgeordnete haben gemeinsam daran gearbeitet“, betonte MdL Helmut Schnotz, der mit MdL Wolfgang Hauber am Vor-Ort-Termin teilnahm.
Vor allem der Schwerverkehr sei in Rothenstein das Problem, deshalb freute sich auch Karl Hüttinger von der Bürgerinitiative, die sich nachdrücklich für den Bau der Umgehung einsetzt, dass alle an einen Strang ziehen.
Zum Vor-Ort-Termin lud Weißenburgs Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt (4. v. r.) Vertreter des Staatlichen Bauamts Ansbach, der Politik und der Bürgerinitiative ein, die sich für den Bau der Umgehung einsetzt. Foto: Amadeus Meyer


