Planungen für Ortsumgehung Rothenstein laufen an

von | 29. Juli 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Nach­dem wich­ti­ge Vor­leis­tun­gen abge­schlos­sen wer­den konn­ten, beginnt das Staat­li­che Bau­amt Ans­bach nach den Som­mer­fe­ri­en mit den Pla­nun­gen für eine Orts­um­ge­hung des Wei­ßen­bur­ger Orts­teils Rothen­stein im Zuge der Bun­des­stra­ße 13.
Zu einem Vor-Ort Ter­min lud Wei­ßen­burgs Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva Reich­stadt gemein­sam mit Ver­tre­tern des Staat­li­chen Bau­amts Ans­bach in das Gast­haus Schnitz­lein nach Rothen­stein ein, um über den aktu­el­len Stand der Pla­nun­gen zu infor­mie­ren. „Die Stadt und die Bür­ger­initia­ti­ve haben sich rich­tig ins Zeug gelegt“ fasst sie die letz­ten Ent­wick­lun­gen zusam­men. So wur­den die erfor­der­li­chen Grund­stü­cke für die Tras­se und Aus­gleichs­maß­nah­men von der Stadt Wei­ßen­burg erwor­ben. Gesprä­che wur­den mit dem Bund Natur­schutz und wei­te­ren Part­nern geführt, um mög­li­che Pla­nungs­hemm­nis­se früh­zei­tig zu erken­nen.
Auch Mar­tin Assum, Bereichs­lei­ter beim Stra­ßen­bau­amt Ans­bach zog eine posi­ti­ve Bilanz und klär­te über die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se auf. Die Orts­um­ge­hung Rothen­stein ist im aktu­el­len Bedarfs­plan für Bun­des­fern­stra­ßen im „Wei­te­ren Bedarf mit Pla­nungs­recht“ (WB*) ein­ge­stuft. Die­se gegen­über dem „Vor­dring­li­chen Bedarf“ (VB) nach­ran­gi­ge Ein­stu­fung sieht eine Umset­zung des Pro­jekts grund­sätz­lich erst nach dem Jahr 2030 vor. Gleich­zei­tig eröff­net sie den zustän­di­gen Behör­den vor Ort die Mög­lich­keit, bereits vor die­sem Zeit­punkt mit den Pla­nun­gen zu begin­nen. Die­se erstre­cken sich über meh­re­re Pha­sen (Vor­un­ter­su­chung, Ent­wurfs­pla­nung, Geneh­mi­gungs­pla­nung mit Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren, Aus­füh­rungs­pla­nung) und dau­ern in der Regel meh­re­re Jah­re. „Das ist ein Mara­thon­lauf. Wir sind momen­tan bei Kilo­me­ter 5“, beschrieb Assum.
Wei­ter­hin hob er das gro­ße Enga­ge­ment der ört­li­chen Bür­ger­initia­ti­ve her­vor, deren Mit­glie­der den Grund­er­werb unter­stützt haben. Par­al­lel dazu beauf­trag­te das Staat­li­che Bau­amt Ans­bach natur­schutz­fach­li­che Erhe­bun­gen. Ziel der Unter­su­chun­gen war ins­be­son­de­re die Fest­stel­lung, wie sehr streng geschütz­te Tier­ar­ten oder ande­re natur­schutz­fach­li­che Gege­ben­hei­ten einer Stra­ßen­pla­nung ent­ge­gen­ste­hen könn­ten. Die­se Unter­su­chun­gen wur­den mitt­ler­wei­le durch­ge­führt und aus­ge­wer­tet. Es wur­den dabei kei­ne Erkennt­nis­se gewon­nen, die einer wei­te­ren Pla­nung grund­sätz­lich ent­ge­gen­ste­hen wür­den.
Im Zuge der nun begin­nen­den Vor­un­ter­su­chung wer­den unter ande­rem ein Ver­kehrs­gut­ach­ten sowie umfang­rei­che Gelän­de­ver­mes­sun­gen und Bestands­auf­nah­men beauf­tragt. Die­se wird vor­aus­sicht­lich einen Zeit­raum von rund 1,5 bis 2 Jah­ren in Anspruch neh­men. Am Ende steht eine Vor­zugs­lö­sung mit zuge­hö­ri­ger Kos­ten­er­mitt­lung. Auf die­ser Grund­la­ge ist dann in Abstim­mung mit dem Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um zu klä­ren, ob das Pro­jekt wei­ter­hin wirt­schaft­lich ist und die Pla­nung wei­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den kann oder bei feh­len­der Wirt­schaft­lich­keit been­det wer­den muss. Zah­len aus dem Jahr 2013 wei­sen für das Pro­jekt ein Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis (NKV) von 2,4 aus. Die geplan­te 2,2 Kilo­me­ter lan­ge Neu­bau­stre­cke süd­west­lich des Ortes wur­de damals mit Gesamt­kos­ten von rund 4,4 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlagt.
MdB Artur Auern­ham­mer beton­te beim Pres­se­ge­spräch, das Haupt­ar­gu­ment für den Stern bei Rothen­stein sei gewe­sen, dass bereits eine hal­be Umge­hung exis­tie­re und die Bevöl­ke­rung vor Ort hin­ter dem Pro­jekt ste­he. „Das, was jetzt pas­siert, macht nicht der Bund – viel­mehr geht das Land in Vor­leis­tung. Ort, Stadt und Abge­ord­ne­te haben gemein­sam dar­an gear­bei­tet“, beton­te MdL Hel­mut Schnotz, der mit MdL Wolf­gang Hau­ber am Vor-Ort-Ter­min teil­nahm.
Vor allem der Schwer­ver­kehr sei in Rothen­stein das Pro­blem, des­halb freu­te sich auch Karl Hüt­tin­ger von der Bür­ger­initia­ti­ve, die sich nach­drück­lich für den Bau der Umge­hung ein­setzt, dass alle an einen Strang zie­hen.

Zum Vor-Ort-Ter­min lud Wei­ßen­burgs Ober­bür­ger­meis­te­rin Eva Reich­stadt (4. v. r.) Ver­tre­ter des Staat­li­chen Bau­amts Ans­bach, der Poli­tik und der Bür­ger­initia­ti­ve ein, die sich für den Bau der Umge­hung ein­setzt. Foto: Ama­de­us Mey­er