Deutschland am Abgrund? Jetzt die Chance zur Wende nutzen!

von | 3. Juni 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Dr. Ingo Fried­rich — Prä­si­dent des Euro­päi­schen Wirt­schafts­se­nats

Gun­zen­hau­sen — In Deutsch­land herr­schen heu­te ein von vie­len gepfleg­ter Pes­si­mis­mus und schlim­me Ängs­te bis hin zu regel­rech­ten Unter­gangs­sze­na­ri­en. Ist die­se Hal­tung berech­tigt? Nun: wir soll­ten mal sprich­wört­lich die Kir­che im Dorf las­sen und die wich­tigs­ten Fak­ten spre­chen las­sen:

  1. Ja, die Poli­tik hat vor lau­ter Sucht nach Wäh­ler­wohl­wol­len „zu viel des Guten“ getan, sprich die Sozi­al­staats­kos­ten deut­lich über das Leist­ba­re hin­aus über­dehnt. Offen­bar haben Hun­dert­tau­sen­de statt per­sön­li­cher Leis­tung zu erbrin­gen, ihren Ehr­geiz dafür ein­ge­setzt, staat­li­che För­de­run­gen zu bekom­men. Dass dabei ins­be­son­de­re Zuwan­de­rer „hin­ge­langt“ haben, ist inzwi­schen nicht mehr abzu­strei­ten. Die Poli­tik hat offen­sicht­lich ver­ges­sen, neben dem schö­nen För­dern auch das schwie­ri­ge For­dern ein­zu­brin­gen. Aber das kann und muss sich ändern, sprich nor­ma­li­siert wer­den! Das sol­che unpo­pu­lä­ren
    Refor­men auch in Euro­pa mög­lich und erfolg­reich sind, zeigt sich etwa in Grie­chen­land und Por­tu­gal.
  2. War­um war Deutsch­land über vie­le Jah­re und Jahr­zehn­te so erfolg­reich und ist es seit weni­gen Jah­ren. nicht mehr? Weil offen­bar von zu vie­len Men­schen die eigent­lich „ewi­gen sozu­sa­gen deut­schen Wer­te“ Fleiß, Dis­zi­plin und Gründ­lich­keit irgend­wie abge­legt oder ein­fach ver­ges­sen wor­den sind. Die Arbeit der stän­dig wach­sen­den Zahl von NGOs hat dar­an
    gewollt oder unge­wollt auch ihren Anteil denn: Vie­le die­ser Orga­ni­sa­tio­nen ver­mit­teln den Ein­druck, wenn nur die „rich­ti­gen“ Poli­ti­ker die „rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen“ tref­fen wür­den, wäre alles in Ord­nung. Die Tat­sa­che, dass es aber in der gan­zen Wirt­schaft auf Fleiß, Gründ­lich­keit und Dis­zi­plin eines jeden ein­zel­nen Mit­ar­bei­ters ankommt, inter­es­siert dabei viel zu weni­ge. Das kann und muss sich ändern und wie­der so wer­den wie es lan­ge war. Dann kommt auch der Erfolg zurück.
  3. Natür­lich ist die Här­te des heu­ti­gen glo­ba­len Wett­be­werbs — Stich­wort Chi­na — von einer völ­lig ande­ren Dimen­si­on als die Her­aus­for­de­run­gen, die wir in frü­he­ren Zei­ten bewäl­ti­gen muss­ten. Das bedeu­tet unver­meid­bar, wir Deut­sche müs­sen heu­te mehr neue Ideen und her­vor­ra­gen­de Leis­tun­gen „auf die Mat­te brin­gen“, wenn wir in die­ser neu­en Welt unse­ren
    Platz und unse­ren Wohl­stand behal­ten wol­len. Das ist aber auch kei­ne Hexe­rei, son­dern durch­aus mach­bar, weil auch die Bäu­me der Wett­be­wer­ber nicht in den Him­mel wach­sen. Für die Poli­tik heißt das: Vor­rang für alle Maß­nah­men, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Wachs­tum för­dern.
  4. In der Situa­ti­on in der wir uns gera­de befin­den kann die Maxi­me nur lau­ten: gera­de, weil es gera­de so her­aus­for­dernd und dra­ma­tisch ist, muss die­se Situa­ti­on als außer­or­dent­li­che und beson­de­re Chan­ce zur Erneue­rung genutzt wer­den. Wann wenn nicht jetzt ist in brei­ten Krei­sen die Bereit­schaft vor­han­den. auch ans „Ein­ge­mach­te“ zu gehen und alte Zöp­fe
    abzu­schnei­den. Wann wenn nicht jetzt kann die Lage grund­sätz­lich gewen­det wer­den. Trau­en wir uns das zu denn die Chan­ce, dass die Wen­de gelingt ist objek­tiv vor­han­den.

Foto. Dr. Ingo Fried­rich