Deutschlandticket nur online erwerbbar

von | 3. Mai 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Bay­erns Senio­ren­ver­tre­tun­gen sind empört und emp­fin­den es als skan­da­lös und dis­kri­mi­nie­rend, dass das Deutsch­land­ti­cket nur online zu erwer­ben ist.

In Bay­ern sind laut einer reprä­sen­ta­ti­ven Erhe­bung nur 13 Pro­zent der über 65-Jäh­ri­gen in der Lage ein­fa­che Behör­den­gän­ge online zu erle­di­gen. „Die­se Zah­len sind sicher auch für Wei­ßen­burg zutref­fend“, davon ist der Vor­sit­zen­de des Senio­ren­bei­rats der Stadt Wei­ßen­burg Nor­bert Mat­tusch über­zeugt. „Dar­aus folgt,“ so Mat­tusch wei­ter, „dass 87% der älte­ren in Bay­ern – respek­ti­ve in Wei­ßen­burg – leben­den Men­schen das Deutsch­land­ti­cket gar nicht oder nur unter erschwer­ten Bedin­gun­gen erwer­ben kön­nen.“ Das vom Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Vol­ker Wis­sing (FDP) vor­ge­leg­te, im Bun­des­rat und Bun­des­tag mehr­heit­lich ver­ab­schie­de­te Gesetz sieht näm­lich nur ein digi­ta­les Deutsch­land­ti­cket vor. Die Über­gangs­frist, in der ver­schie­de­ne Ver­kehrs­ver­bün­de ihren Kun­den auch die Papier­form des Deutsch­land­ti­ckets anbie­ten, wird nur von kur­zer Dau­er sein.

Nicht nur der Senio­ren­bei­rat der Stadt Wei­ßen­burg meint, dass dies skan­da­lös und eine Dis­kri­mi­nie­rung aller „Off­li­ner“ und damit vie­ler älte­rer Men­schen gleich­kommt. „Immer­hin ist rund ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung Deutsch­lands über 65 Jah­re und aus die­sem Per­so­nen­kreis nutzt nur jeder zwei­te das Inter­net,“ so der Vor­sit­zen­de der Lan­des­Se­nio­ren­Ver­tre­tung-Bay­erns Franz Wölfl. Sol­len die älte­ren Men­schen nicht gesell­schaft­lich abge­hängt wer­den, dann muss es eine Mög­lich­keit geben, das Deutsch­land­ti­cket dau­er­haft auch in ana­lo­ger Form und ohne zu gro­ßen for­ma­len Auf­wand zu erwer­ben.

Foto: Pix­a­bay