DGB Mittelfranken macht sich stark für eine gute Rente

von | 4. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Ste­phan Doll: Es braucht fai­re Löh­ne, mehr Beschäf­ti­gung und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen.

(red). Ange­sichts neu­er Zah­len der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung macht sich der DGB Mit­tel­fran­ken stark für eine gute Ren­te.

Deutsch­land steht nach der Bun­des­tags­wahl 2025 an einem Wen­de­punkt. Wir brau­chen schnell eine sta­bi­le Regie­rung, die die Wei­chen für ein zukunfts­fä­hi­ges Land stellt. Bei all den Debat­ten um not­wen­di­ge mili­tä­ri­sche Wei­chen­stel­lun­gen darf eines nicht ver­ges­sen wer­den. Zur inne­ren Sicher­heit gehört ein star­ker Sozi­al­staat. Er ist die Grund-lage des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts! Dazu gehört eine ver­läss­li­che und gute gesetz­li­che Ren­te. Sie ist für vie­le Men­schen die ein­zi­ge Alters­si­che­rung.

„Bei der Ren­te ver­hält es sich wie bei einem Cap­puc­ci­no: Die gesetz­li­che Ren­te ist der gute Kaf­fee, die betrieb­li­che Alters­vor­sor­ge ist die Sah­ne und die pri­va­te Alters­vor­sor­ge sind die Scho­ko­streu­sel. Ohne einen guten und star­ken Kaf­fee gibt es kei­nen guten Cap­puc­ci­no und ohne eine gute und star­ke gesetz­li­che Ren­te gibt es kein gutes Aus­kom­men im Alter“, so Ste­phan Doll, alter­nie­ren­der Vor­sit­zen­der des Vor­stands der DRV Nord­bay­ern und Geschäfts­füh­rer des DGB Mit­tel­fran­ken. „Dar­um brau­chen wir brau­chen ein star­kes Ren­ten­sys­tem, das für alle Gene­ra­tio­nen funk­tio­niert und sozia­le Gerech­tig­keit und Sicher­heit im Alter garan­tiert. Mit Blick auf die Daten aus dem neu­en Ren­ten­re­port des DGB Bay­ern erfüllt sich das sozi­al­staat­li­che Grund­ver­spre­chen, nach einem lan­gen Arbeits­le­ben eine aus­rei­chen­de Ren­te zu erhal­ten, für viel zu vie­le Men­schen in Mit­tel­fran­ken lei­der nicht.“

Laut DGB-Ren­ten­re­port erhiel­ten Män­ner, die 2023 in Nürn­berg erst­mals eine Alters­ren­te bezo­gen haben, durch­schnitt­lich 1.209 Euro pro Monat. Frau­en muss­ten mit durch-schnitt­lich 933 Euro aus­kom­men. Damit lie­gen sowohl die Män­ner als auch die Frau­en deut­lich unter der baye­ri­schen Armuts­ge­fähr­dungs­schwel­le von zuletzt 1.322 Euro im Jahr 2023. Im Ver­gleich zum Regie­rungs­be­zirk Mit­tel­fran­ken bezie­hen die Men­schen in Nürn­berg nied­ri­ge­re Durch­schnitts­ren­ten. In Mit­tel­fran­ken erhiel­ten Män­ner im Schnitt 1.366 Euro, Frau­en 930 Euro.

„Neben der Sta­bi­li­sie­rung und per­spek­ti­vi­schen Anhe­bung des Ren­ten­ni­veaus auf min­des­tens 50 Pro­zent braucht es vor allem wie­der mehr Ord­nung am Arbeits­markt, also unter ande­rem eine höhe­re Tarif­bin­dung wie auch ein Zurück­drän­gen des Nied­rig­lohn­sek­tors, um eine gute Absi­che­rung im Alter zu orga­ni­sie­ren. Letz­te­rer ist gera­de in Nürn­berg über­durch­schnitt­lich aus­ge­prägt. Dafür braucht es fai­re Löh­ne, mehr Beschäf­ti­gung und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen“, so Ste­phan Doll.

Laut DGB Mit­tel­fran­ken lag der Anteil der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten in Voll­zeit im unte­ren Ent­gelt­be­reich im Jahr 2023 in Nürn­berg bei 16,2 Pro­zent. Bay­ern-weit lag der Anteil bei 14,3 Pro­zent (weni­ger als 2.598 €/Brutto/Vollzeit). Gleich­zei­tig waren im Jahr 2023 über 60.000 Men­schen in Nürn­berg aus­schließ­lich gering­fü­gig beschäf­tigt, über 33.000 davon Frau­en. Nicht nur aus sozi­al­po­li­ti­scher, son­dern auch aus arbeits­markt- und gleich­stel­lungs­po­li­ti­scher Sicht sind Mini­jobs nicht zu befür­wor­ten. Mini­jobs ver­drän­gen sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung. Gera­de Minijobber*innen arbei­ten zudem häu­fig deut­lich unter­halb ihrer eigent­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on zu Nied­rig­löh­nen und par­ti­zi­pie­ren kaum an beruf­li­chen Auf­stiegs- und Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten. Auch zeigt sich, dass Minijobber*innen wich­ti­ge Rech­te wie der Min­dest­lohn, die Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall und Urlaub des Öfte­ren vor­ent­hal­ten wer­den.

„Mini­löh­ne brin­gen ledig­lich Mini­ren­ten her­vor. Nur Gute Arbeit sorgt auch für gute Ren­ten. Gute Arbeit ist Arbeit, bei der Beschäf­tig­te mit­be­stim­men und mit­ge­stal­ten kön­nen. Gute Arbeit ist Arbeit mit einer fai­ren Ent­loh­nung, einem nach­hal­ti­gen Arbeits- und Gesund­heits­schutz und sozia­ler Sicher­heit. Mehr Gute Arbeit ist die Grund­la­ge für eine star­ke Ren­te und zudem eine Vor­aus­set­zung, um die nach wie vor gro­ße Ren­ten­lü­cke zwi­schen den Geschlech­tern zu schlie­ßen“, so Ste­phan Doll abschlie­ßend.

Wei­te­re aktu­el­le Zah­len und Fak­ten zur Situa­ti­on der Rent­ne­rin­nen und Rent­ner im Frei­staat fin­den Sie im neu­en Ren­ten­re­port 2025 des DGB Bay­ern. Die­ser kann hier her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Foto: DGB Mit­tel­fran­ken