Digitalisierung der Energiewende: Steuerungsrollout beginnt

von | 14. Juli 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Smart-Meter-Roll­out in der Regi­on kommt Schritt für Schritt vor­an

Die N‑ERGIE Netz GmbH ist nicht nur Netz­be­trei­ber, son­dern gleich­zei­tig grund­zu­stän­di­ger Mess­stel­len­be­trei­ber in der Regi­on. Als sol­cher treibt sie die Digi­ta­li­sie­rung der Ener­gie­wen­de in ihrem Netz­ge­biet vor­an. Dazu gehö­ren auch die siche­re Kom­mu­ni­ka­ti­on für die Über­tra­gung der Mess­da­ten und die Mög­lich­keit, bestimm­te Anla­gen zu steu­ern. In vie­len Gebäu­den wur­den bereits intel­li­gen­te Mess­sys­te­me, auch Smart Meter genannt, ein­ge­baut. In den kom­men­den Mona­ten läuft nun auch der Steue­rungs­roll­out an. Im Netz­ge­biet der N‑ERGIE gibt es regio­na­le Schwer­punk­te für die unter­schied­li­chen Arbeits­pha­sen: ein aktu­el­ler Über­blick.

Wer bekommt auto­ma­tisch einen Smart Meter?


Gesetz­lich sind Smart Meter vor­ge­schrie­ben für Photovoltaik(PV)-Anlagen mit einer Leis­tung über 7 Kilo­watt (kW), steu­er­ba­re Ver­brau­cher wie leis­tungs­star­ke Wall­bo­xen oder Wär­me­pum­pen und Haus­hal­te mit einem Strom­ver­brauch über 6.000 Kilo­watt­stun­den (kWh) pro Jahr. Sie infor­mie­ren die Mess­stel­len­be­trei­ber über Strom­ver­brauch und Ein­spei­se­men­gen. Außer­dem ermög­li­chen sie die Nut­zung dyna­mi­scher Strom­ta­ri­fe.

Wo wer­den Smart Meter zuerst instal­liert?

Die N‑ERGIE Netz GmbH hat sich für einen regio­nal gesteu­er­ten Smart-Meter-Roll­out ent­schie­den, der dem Auf­bau des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­zes folgt. Denn die Vor­aus­set­zung für den Ein­bau ist eine funk­tio­nie­ren­de Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Smart Meter und Mess­stel­len­be­trei­ber. Daher star­tet der Ein­bau über­all dort, wo das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz bereits eta­bliert ist. Die aktu­el­len Schwer­punk­te für den Roll­out lie­gen in den Land­krei­sen Ans­bach, Neu­stadt­/A­isch-Bad Winds­heim und Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen.

Was kos­tet der vor­ge­zo­ge­ne Ein­bau eines Smart Meters?

Die soge­nann­ten Pflicht­ein­bau­fäl­le, die der Gesetz­ge­ber defi­niert hat, wer­den beim Smart-Meter-Roll­out auto­ma­tisch zuerst berück­sich­tigt. Doch es gibt auch Verbraucher*innen, die nicht war­ten möch­ten, bis der intel­li­gen­te Zäh­ler kos­ten­los von der N‑ERGIE Netz GmbH ein­ge­baut wird. Wer so schnell wie mög­lich einen Smart Meter möch­te, kann bei der N‑ERGIE Netz GmbH als grund­zu­stän­di­gem Mess­stel­len­be­trei­ber einen intel­li­gen­ten Zäh­ler bestel­len. Der Ein­bau auf Wunsch kos­tet dann 100 Euro und zusätz­lich 30 Euro im Jahr, wenn es sich nicht um einen Pflicht­ein­bau han­delt. Zusätz­lich zum grund­zu­stän­di­gen Mess­stel­len­be­trei­ber gibt es auch wett­be­werb­li­che Mess­stel­len­be­trei­ber, die mit dem Ein­bau eines Smart Meters beauf­tragt wer­den kön­nen. Teil­wei­se erwe­cken sie den Ein­druck eines Hand­lungs­drucks und tre­ten unter einer offi­zi­ell klin­gen­den Fir­men­be­zeich­nung auf. In jedem Fall gilt: Bit­te unbe­dingt genau hin­schau­en und die Kon­di­tio­nen prü­fen.

Wel­che Anla­gen müs­sen vom Netz­be­trei­ber gesteu­ert wer­den kön­nen?

Steu­er­ba­re Ver­brauchs­an­la­gen wie leis­tungs­star­ke Wär­me­pum­pen und Wall­bo­xen müs­sen nach gesetz­li­chen Vor­ga­ben mit einer Steue­rungs­ein­rich­tung aus­ge­stat­tet wer­den. Das gilt auch für PV-Anla­gen mit einer Leis­tung über 7 kW. Alle Anlagenbetreiber*innen müs­sen vor­ab die Vor­aus­set­zung für die Mon­ta­ge schaf­fen und bei­spiels­wei­se den Zäh­ler­schrank durch einen Fach­be­trieb vor­be­rei­ten las­sen. Eine Aus­nah­me besteht für Anla­gen, die anmel­den, ledig­lich für den Eigen­ver­brauch Strom zu pro­du­zie­ren und die­sen ganz­jäh­rig nicht ins Netz ein­zu­spei­sen.

Was bedeu­tet die Steu­er­mög­lich­keit für die Anla­gen­be­trei­ben­den?

Eine Steue­rungs­ein­rich­tung ermög­licht Netz­be­trei­bern, die Leis­tung von Wär­me­pum­pen und Wall­bo­xen zeit- und stu­fen­wei­se zu ver­rin­gern oder PV-Anla­gen abzu­re­geln, falls im Strom­netz Über­las­tun­gen dro­hen. Der nor­ma­le Haus­halts­strom für Licht, Kühl­schrank, Com­pu­ter usw. wird dadurch nicht abge­schal­tet, die Gerä­te kön­nen wei­ter­hin betrie­ben wer­den. So bleibt die Strom­ver­sor­gung für alle sta­bil – auch wenn die Net­ze zum Bei­spiel durch sehr viel Son­nen- und Wind­strom stark aus­ge­las­tet sind. Die Anla­gen­be­trei­ben­den kön­nen nach­voll­zie­hen, ob ihre Anla­ge gesteu­ert wur­de, und erhal­ten eine Ent­schä­di­gung für nicht ein­ge­speis­ten Strom.

Wie geht die N‑ERGIE Netz GmbH beim Steue­rungs­roll­out vor?

Der Steue­rungs­roll­out soll ab Juli 2026 im Netz­ge­biet der N‑ERGIE bei PV-Anla­gen mit Voll­ein­spei­sung star­ten, um best­mög­li­che Effek­te zur Netz­sta­bi­li­sie­rung zu erzie­len. Nach und nach erhal­ten alle steu­er­ba­ren Anla­gen, die vom Gesetz­ge­ber dafür vor­ge­se­hen sind, einen Smart Meter mit Steue­rungs­ein­rich­tung, der in ein siche­res Kom­mu­ni­ka­ti­ons­netz ein­ge­bun­den ist. Wer zum Ein­bau einer Steue­rungs­ein­rich­tung ver­pflich­tet ist, wird von der N‑ERGIE Netz GmbH per­sön­lich infor­miert. Ein Instal­la­ti­ons­be­trieb berei­tet die Anla­ge für die Mon­ta­ge vor. Die Kos­ten dafür tra­gen die Anlagenbetreiber*innen. Die Instal­la­ti­on der Steu­er­ein­rich­tung durch die N ERGIE Netz GmbH ist kos­ten­los. Die jähr­li­chen Betriebs­kos­ten betra­gen 50 Euro.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter www.n‑ergie-netz.de/smart-meter.

Bild­un­ter­schrift: Ein­bau intel­li­gen­ter Zäh­ler, Foto: N‑ERGIE, Sime­on John­ke