Gemeinsame Aktion des Evangelischen Bildungswerkes und der Kindergärten
Baumpflanzen ist „in“. Geradezu überrollt wurden die sozialen Medien landauf, landab heuer von einer „Challenge“: Vereine und Betriebe nominierten andere, einen Baum zu setzen, um nicht eine Brotzeit zahlen zu müssen. Jeder gepflanzte Baum ist auch ein Hoffnungszeichen.
Deshalb startete das Evangelische Bildungswerk Jura-Altmühltal-Hahnenkamm bereits im letzten Jahr gemeinsam mit den evangelischen Kindertagesstätten im Dekanat Weißenburg eine ähnliche Aktion.
Im Rahmen des übergreifenden Themas Hoffnung, das das Bildungswerk in dieser krisengeschüttelten Zeit vielfältig aufgreift, sollen auch die Kinder und Familien einbezogen werden, die in der unsicher gewordenen Zukunft leben sollen und werden. Bildung und Befähigung zur Resilienz ist schließlich ein ureigenes Anliegen evangelischer Kindergärten. Die Weißenburger Dekanin Ingrid Gottwald-Weber und Pfarrer Joachim Piephans (Ettenstatt) erarbeiteten das Konzept eines Familiengottesdienstes, in dem gemeinsam ein Apfelbaum gepflanzt wird. Damit machten Weißenburg mit dem Evangelischen Kindergarten „Tausendfüßler“ bereits im vergangenen Herbst, der Alesheimer Naturkindergarten sowie der Johannes-Kindergarten in Greding vor einigen Tagen den Anfang. Nun setzt sich die Reihe am 22. Oktober im Garten der KiTa Burgsalach fort. Es folgen am Sonntag, 26. Oktober, die Familiengottesdienste in der Evangelischen KiTa „Spatzennest“ in Höttingen (Beginn dort um 9.30 Uhr, Pflanzung im neuen Baugebiet) sowie im Kindergarten Eysölden (11.00 Uhr). Für heuer machen der „Arche Noah“-Kindergarten und die Mühlbachkrippe in Thalmässing den Abschluss, sie pflanzen gemeinsam im Pfarrgarten von St. Michael am 28. Oktober.
Lieder zur guten Schöpfung Gottes führen in den Gottesdienst hinein. Mit den Kindern wird ein großer Baum betrachtet: wie lange er wohl schon steht, woher er sich nährt, womit er uns Gutes tut. Mehr für die erwachsenen Teilnehmer schließen sich Gedanken zum biblischen Bild neuer Triebe aus einem abgehauenen Wurzelstock an, wie es im Buch Hiob oder bei Jesaja erzählt wird. Das rührt an die Frage, ob einmal Kaputtgemachtes sich wieder revitalisieren kann. Ist die Klimaerwärmung, ist eine überhitzte Erde ein unabwendbares Schicksal? Oder setzen wir inmitten der Krise auf das Zusammenspiel von Schöpferkraft und menschlicher Einsicht – wenn schon nicht zur Abwendung, so doch zu einer deutlichen Abmilderung der Erderwärmung? Evangelische Lebensgestaltung neigt sicher zu letzterem.
„Der kleine Apfelsetzling, der jeweils zum Abschluss gepflanzt wird, ist darum auch ein Zeichen ‚wider die Hoffnungslosigkeit‘ und gegen das derzeit so spürbare Krisen- und Ohnmachtsgefühl“, so Marina Müller, pädagogische Leiterin des Bildungswerkes: „Es ist nicht nur ein schöner Traum, sondern ein realistisches Ziel, dass der gemeinsam gepflanzte Baum in einigen Jahrzehnten die heutigen Kinder als Erwachsene mit seinen Blüten, seinem Schatten und seinen Äpfeln an das gemeinsame Pflanzen erinnert. An ihm wird sich ablesen lassen, ob und wie eine gemeinsame Sorge um die Lebenswelt nachhaltig wirkt.“
Pfarrer Piephans ergänzt: „In Höttingen setzen wir den Baum bewusst nicht im Außengelände des Kindergartens. Wir pflanzen ihn am Rand des Dorfes, wo Familien sich ein Haus bauen wollen. Er wird zum öffentlichen Zeichen, dass erstrebte Zukunft möglich ist – weil Lebenskraft Gott sei Dank unverfügbar ist und unser Tun trägt. Im Vertrauen auf Gottes Kraft ist Aufbruch möglich.“
Die Bäume zwischen Alesheim und Greding werden mit fachkundiger Hilfe gepflanzt, aber natürlich helfen alle Kinder beim Einschaufeln und Angießen mit. Immer wieder werden die Erzieherinnen mit den Gruppen „ihren“ Baum aufsuchen und nachschauen, wie das Widmungswort wahr wird, das bei jeder dieser Pflanzaktionen gesprochen wird: „Wachsen sollst du, aus der Kraft der Erde dem Himmel entgegen, unter dem Segen Gottes in Sonne und Regen. Ihm vertrauen wir dich an, kleiner Baum, und warten voller Freude auf deine Blüten und ersten Äpfel. Sei uns ein Zeichen der Hoffnung!“
Bildunterschrift: In Alesheim pflanzten die Kinder ihren Baum im historischen Kirchhof. Dort werden sie ihn öfter besuchen und sein Wachsen miterleben. Foto: Anja Näpflein


