Ein Beispiel zeigt, wie es funktionieren kann — Geflüchtete finden Arbeit im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

von | 13. Mai 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Die Inte­gra­ti­on der geflüch­te­ten Men­schen aus vie­len Län­dern, aktu­ell vor allem aus der Ukrai­ne, klappt in Bay­ern immer bes­ser. Auch im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen gibt es ein kon­kre­tes Bei­spiel aus dem Job­cen­ter Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, in wel­chem die Bun­des­agen­tur für Arbeit mit der Kom­mu­ne koope­riert. Der Fall gibt einen posi­ti­ven Ein­blick in die Pra­xis – direkt aus dem Leben gegrif­fen.

„Der Ende des Jah­res 2023 ins Leben geru­fe­ne „Job-Tur­bo“, mit dem Geflüch­te­te gezielt in den Arbeits­markt inte­griert wer­den sol­len, greift in den Job­cen­tern und Agen­tu­ren für Arbeit in Bay­ern“, sagt der Vor­sit­zen­de der Regio­nal­di­rek­ti­on Bay­ern der Bun­des­agen­tur für Arbeit, Dr. Mar­kus Schmitz. Er fügt an: „Bei unse­ren Mit­ar­bei­ten­den, die mit viel Herz und Lei­den­schaft die Geflüch­te­ten unter­stüt­zen, aber auch bei den Arbeit­ge­bern, die den Geflüch­te­ten eine Chan­ce auf Beschäf­ti­gung eröff­nen, möch­te ich mich an die­ser Stel­le herz­lich bedan­ken.“

Nach­fol­gend fin­det sich ein loka­les Inte­gra­ti­ons­bei­spiel aus dem Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, wel­ches stell­ver­tre­tend für vie­le wei­te­re Erfolgs­ge­schich­ten von Arbeits- und Aus­bil­dungs­auf­nah­men geflüch­te­ter Men­schen steht.

Das Bei­spiel zeigt ganz kon­kret und authen­tisch beschrie­ben das Arbeits­er­geb­nis der loka­len Zusam­men­ar­beit zwi­schen Job­cen­ter und Agen­tur für Arbeit.

Clau­dia Wol­fin­ger, Vor­sit­zen­de der Geschäfts­füh­rung der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg betont: „Mit der Arbeits­auf­nah­me erfolgt nun der nächs­te Schritt zum ver­tie­fen­den Sprach­er­werb und der gesell­schaft­li­chen Inte­gra­ti­on. Durch die enga­gier­te und gemein­sa­me Arbeit der Mit­ar­bei­ten­den in unse­rer Agen­tur und dem Job­cen­ter kommt die Inte­gra­ti­on der Geflüch­te­ten gut vor­an.“

Bernd Burg­schnei­der, Geschäfts­füh­rer des Job­cen­ters Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ergänzt: „Zusam­men schaf­fen wir es, geflüch­te­te Men­schen in Arbeit zu brin­gen. Die Beschäf­ti­gung von Geflüch­te­ten aus der Ukrai­ne, aber auch aus den wich­tigs­ten Her­kunfts­län­dern für Asyl­su­chen­de in Deutsch­land, nimmt zu. Unser Bei­spiel zeigt wie die Inte­gra­ti­on geflüch­te­ter Men­schen gelin­gen kann und mit wel­cher Moti­va­ti­on und Fle­xi­bi­li­tät die geflüch­te­ten Men­schen die Arbeits­auf­nah­me anstre­ben.“

Das Pra­xis-Bei­spiel

Frau B., Kon­struk­teu­rin Elek­tro­tech­nik

Frau B. ist 30 Jah­re alt, stu­dier­te Bau­in­ge­nieu­rin und kam mit ihrem Kind im März 2022 aus der Ukrai­ne nach Deutsch­land. Im Inte­gra­ti­ons­kurs hat sie Deutsch gelernt und erfolg­reich die B1-Prü­fung bestan­den. Berufs­be­glei­tend absol­viert sie aktu­ell bis Ende Mai noch den Auf­bau­sprach­kurs, um das Niveau B2 zu errei­chen. Seit Juli 2023 arbei­tet sie mit 20 Wochen­stun­den als Kon­struk­teu­rin Elek­tro­tech­nik (=Fach­ar­bei­te­rin) bei einem Inge­nieur­bü­ro.

Arbeit­ge­ber

Beim Arbeit­ge­ber han­delt es sich um ein fami­li­en­ge­führ­tes Unter­neh­men aus der Bau­bran­che im Land­kreis Weißenburg-Gunzenhausen.Der Ein­glie­de­rungs­zu­schuss, den das Job­cen­ter gewährt ist ein attrak­ti­ver Anreiz für den Arbeit­ge­ber, da Frau B. ihre Sprach­kennt­nis­se, vor allem in fach­li­cher Hin­sicht noch ver­tie­fen und sich die in Deutsch­land gül­ti­gen bau­recht­li­chen Vor­schrif­ten aneig­nen muss und will.

Job­cen­ter

Das Job­cen­ter Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen hat mit Frau B. eine Lot­sen­be­ra­tung zur Aner­ken­nung ihrer beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen durch­ge­führt, ihr den Berech­ti­gungs­schein für den B2-Sprach­kurs aus­ge­ge­ben und ein Job­coa­ching durch einen Bil­dungs­trä­ger finan­ziert. Dar­über hin­aus gewährt das Job­cen­ter dem Arbeit­ge­ber einen Ein­glie­de­rungs­zu­schuss für die Beschäf­ti­gung von Frau B.

Arbeit­ge­ber-Ser­vice

Der gemein­sa­me Arbeit­ge­ber-Ser­vice (AG‑S) von Agen­tur für Arbeit und Job­cen­ter hat den Arbeit­ge­ber zur geför­der­ten Inte­gra­ti­ons­stra­te­gie für Frau B. bera­ten und den Arbeit­ge­ber bei den För­der­for­ma­li­tä­ten unter­stützt. Dar­über hin­aus beglei­tet der AG‑S das Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis wäh­rend der För­de­run­gen und steht dem Arbeit­ge­ber sowie Frau U. bei Bedarf bera­tend zur Sei­te.

Foto: Bri­git­te Dorr