Ein starkes Zeichen!

von | 13. November 2025 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­häu­ser Bür­ger arbei­ten gemein­sam mit der Gun­zen­häu­ser Agen­da 21-Grup­pe am Wald von mor­gen

Gun­zen­hau­sen — Im Okto­ber wur­de die Stadt Gun­zen­hau­sen vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft, Fors­ten und Tou­ris­mus mit dem Staats­preis für vor­bild­li­che Wald­be­wirt­schaf­tung geehrt. Maß­geb­lich an die­sem gro­ßen Erfolg betei­ligt, war ein eher unschein­ba­res Gun­zen­häu­ser Wald­pro­jekt in der Nähe von Cron­heim: Das Zukunfts­wäld­chen im Orts­teil Filchen­hard, das abseits von Besu­cher­strö­men von der Agen­da 21-Grup­pe und zahl­rei­chen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ange­pflanzt, gehegt und gepflegt wird. Auf dem ca. 1 Hekt­ar gro­ßen städ­ti­schen Grund­stück wach­sen und gedei­hen nun hei­mi­sche, kli­ma­re­sis­ten­te Baum­ar­ten. Auf die­se Wei­se ist ein Lebens­raum ent­stan­den, der dem Kli­ma­wan­del trot­zen soll. Noch sind die Bäu­me klein, denn der Wald­um­bau braucht Zeit. Doch posi­ti­ve öko­lo­gi­sche Zei­chen wur­den gesetzt und die Saat für eine gute Zukunft hei­mi­scher Wäl­der ist gelegt.

„Unse­re Agen­da-Grup­pe beschäf­tigt sich seit eini­gen Jah­ren inten­siv mit dem The­ma Wald und den Aus­wir­kun­gen des Kli­mas auf den Wald“, erklärt Ingrid Papp­ler. „Doch vom Reden allei­ne wird es unse­ren Wäl­dern nicht bes­ser gehen. So wur­de aus den theo­re­ti­schen Übel­re­gun­gen eine Erst­auf­fors­tung auf städ­ti­schem Grund. Wir woll­ten nicht nur dar­über reden, son­dern selbst aktiv wer­den. Daher haben wir uns ent­schlos­sen, ein klei­nes Wäld­chen zu pflan­zen. Dabei wur­den wir von vie­len Sei­ten tat­kräf­tig unter­stützt. Ange­fan­gen vom Bür­ger­meis­ter Karl-Heinz Fitz bis hin zu tat­kräf­ti­gen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern, dar­un­ter hoch­mo­ti­vier­te Kin­der und Jugend­li­che. Bei ins­ge­samt 6 Arbeits­ein­sät­zen, die alle im Win­ter statt­fan­den, arbei­ten wir gemein­sam mit dem Revier­förs­ter Bern­hard Lei­del an unse­rem Wald und damit auch an der Zukunft der nächs­ten Gene­ra­tio­nen.“

So ent­stand mit akti­ver Bür­ger­be­tei­li­gung in der Nähe von Filchen­hard ein „neu­er“ Wald mit rund 2000 Laub­bäu­men, ein­ge­säumt von Wild­obst­bäu­men und Heckensträu­cher. Der wohl­über­leg­te Pflanz­plan ent­stand zusam­men mit Förs­ter Lei­del. So wur­den vier „Baum­in­seln“ mit beson­de­ren Baum­ar­ten gepflanzt, die das Zukunfts­wäld­chen prä­gen: Els­bee­re, Ess­kas­ta­nie, Wal­nuss und Vogel­kir­sche. Als Haupt­be­stand wur­de die Stiel­ei­che, Win­ter­lin­de und der Feld­ahorn in die Erde gesetzt.

Um die Anpflan­zung vor Ver­biss zu schüt­zen, wur­de zu Beginn der Akti­on ein Zaun errich­tet. Aus Grün­den der Nach­hal­tig­keit bau­te die Agen­da 21 Grup­pe in mühe­vol­ler Hand­ar­beit einen alten, ein­ge­wach­se­nen Maschen­draht­zaun ab, um ihn wie­der­zu­ver­wer­ten.

„Das Pro­jekt Gun­zen­häu­ser Zukunfts­wald beinhal­tet vie­le Beson­der­hei­ten. Ange­fan­gen von der Stadt, die ein Stück­chen Flä­che zur Ver­fü­gung stellt bis hin zur Umset­zung bzw. Pflan­zung, die aus­schließ­lich mit ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern voll­zo­gen wur­de. Das Kon­zept über­zeugt und hat sich bis nach Mün­chen ins Staats­mi­nis­te­ri­um rum­ge­spro­chen. Vor kur­zem wur­den wir mit dem Staats­preis für vor­bild­li­che Forst­wirt­schaft bedacht.“, schwärmt Ingrid Papp­ler.

Ein beson­de­rer Neben­ef­fekt am Pro­jekt ist das Wir-Gefühl, das sich bei den Hel­fe­rin­nen und Hel­fern ein­ge­stellt hat. Das Bewusst­sein, gemein­sam anzu­pa­cken und die Zukunft unse­rer Wäl­der, gemäß dem Mot­to: „Wir brau­chen den Wald, der Wald braucht uns!“ mit­zu­ge­stal­ten, gab allen ein gutes Gefühl. Babett Gut­mann, eine der Initia­to­rin­nen und Mit­ar­bei­te­rin­nen am Pro­jekt. „Und die Arbeit hört nicht auf! Im Zukunfts­wäld­chen bei Filchen­hard wird es wei­te­re Arbeits­ein­sät­ze geben und hier ist jede hel­fen­de Hand will­kom­men! Wir ver­spre­chen: Es macht Spaß und der schöns­te Lohn das Zusam­men­sit­zen auf den Brot­zeit­bänk­chen ober­halb des Wäld­chens.“

„Das Pro­jekt ist natür­lich noch längst nicht abge­schlos­sen. Die nächs­ten Arbeits­ein­sät­ze sind bereits in Pla­nung. So müs­sen wir im Früh­jahr aus­si­cheln, im Som­mer den Aus­fall fest­stel­len, bei Tro­cken­heit bewäs­sern und im Win­ter, wenn nötig, nach­pflan­zen.“, fasst Papp­ler abschlie­ßend zusam­men.

Wer mehr über den Gun­zen­häu­ser Zukunfts­wald wis­sen möch­te oder gar mit­hel­fen will, der kann sich ger­ne unter agenda21@gunzenhausen.de mit der Agen­da 21 Beauf­trag­ten Ingrid Papp­ler in Ver­bin­dung set­zen.

Foto: Stadt Gunzenhausen/Manuel Gros­ser