Eine neue Regentin für Schaf und Schäfer

von | 7. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Die neue „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Königin heißt Anna Wiest / Enga­ge­ment für ein regio­na­les Lamm­fleisch und den Land­schaft­schutz

Natur­park Alt­mühl­tal — Anna Wiest aus Gre­ding ist für die kom­men­den zwei Jah­re die neue „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Königin. Die offi­zi­el­le Über­ga­be der Kro­ne erfolgt zwar erst beim „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Auftrieb in Mörns­heim (16. und 17. Mai 2026), doch am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag kamen die Pro­jekt­be­tei­lig­ten und die noch regie­ren­de Köni­gin Anne­ma­rie Mack im Infor­ma­ti­ons­zen­trum Natur­park Alt­mühl­tal in Eich­stätt zusam­men, um die desi­gnier­te Reprä­sen­tan­tin vor­zu­stel­len.

Als im Janu­ar zur Bewer­bung für die neue „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Königin auf­ge­ru­fen wur­de, befand sich Anna Wiest über 18.000 Kilo­me­ter vom Natur­park Alt­mühl­tal ent­fernt: Die 23-Jäh­ri­ge leb­te zu die­ser Zeit in Neu­see­land. Doch ihre Mut­ter las zu Hau­se im Beiln­g­rie­ser Orts­teil Lit­terz­ho­fen den ent­spre­chen­den Zei­tungs­ar­ti­kel und lei­te­te ihn an ihre Toch­ter wei­ter. Die­se muss­te nicht lan­ge über­le­gen, ob sie sich bewer­ben woll­te. Denn gera­de ihre Aus­lands­er­fah­run­gen – neben Neu­see­land zähl­te auch Mal­ta zu ihren Wohn­or­ten – haben ihr gezeigt, wie ein­zig­ar­tig ihre Hei­mat ist. „Ich habe wirk­lich schon an vie­len Orten gelebt“, betont Anna Wiest, „aber das Alt­mühl­tal ist etwas ganz Beson­de­res.“

Vom hei­mi­schen Stall in die wei­te Welt

Zudem ist sie seit ihrer Jugend eng mit den Scha­fen ver­bun­den. Ihre Eltern, die frü­her eine Milch­vieh-Land­wirt­schaft betrie­ben, hal­ten seit rund zehn Jah­ren eine „Hob­by­her­de“ mit zwölf Mut­ter­scha­fen, einem Bock und einer wech­seln­den Zahl von Läm­mern. Die ers­ten Tie­re über­nah­men die Wiests von einem ver­stor­be­nen Schä­fer und zogen sie mit der Fla­sche auf – eine Auf­ga­be, die auch Toch­ter Anna mit gro­ßer Freu­de über­nahm.

Mitt­ler­wei­le ist Gre­ding das Zuhau­se der künf­ti­gen Regen­tin, die haupt­be­ruf­lich im Mar­ke­ting arbei­tet. „Ich freue mich auf die kom­men­den zwei Jah­re als Köni­gin und vor allem auf die Erfah­run­gen, die ich dabei sam­meln kann“, betont sie. Scheu, vor gro­ßen Grup­pen zu spre­chen, habe sie nicht. Eine wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für die kom­men­de Zeit – schließ­lich zie­hen Ver­an­stal­tun­gen wie der Lamm-Auf­trieb in Mörns­heim oder der Lamm-Abtrieb in Böh­ming meh­re­re Tau­send Besu­cher an.

Fokus auf die Schä­fe­rei im Natur­park Alt­mühl­tal

Einen Ein­blick in das, was sie wäh­rend ihrer Amts­zeit erwar­tet, gab ihr die noch amtie­ren­de „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Königin Anne­ma­rie Mack. Ob bei der „Grü­nen Woche“ in Ber­lin, beim Neu­jahrs­emp­fang von Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder, auf dem Weih­nachts­markt in der fran­zö­si­schen Küs­ten­stadt Anglet oder vor Kin­der­gar­ten­kin­dern: Anne­ma­rie Mack ver­trat das Alt­mühl­ta­ler Lamm mit viel Enga­ge­ment und Freu­de. „Für mich war es sehr wich­tig, das Inter­es­se auf unse­re hei­mi­sche Schä­fe­rei zu len­ken. Umso schö­ner war es, dass die Men­schen auch wirk­lich offen dafür waren“, blickt sie zurück.

Sicht­ba­res Zei­chen ihrer zahl­rei­chen Ter­mi­ne ist ihre Köni­gin­nen­schär­pe. Die­se hat durch die vie­len Pins und Abzei­chen, die sie im Lau­fe ihrer Amts­zeit gesam­melt hat, deut­lich an Gewicht zuge­nom­men; kaum ein Fleck­chen Stoff ist frei geblie­ben. Dass aus­ge­rech­net die Lamm­kö­ni­gin bei der Deut­schen Hop­fen­zupfen­meis­ter­schaft in der Hal­ler­tau als Sie­ge­rin her­vor­ging, darf Anne­ma­rie Mack als ganz per­sön­li­chen Erfolg ver­bu­chen.

Enga­ge­ment für den Land­schafts­schutz

Für ihr Enga­ge­ment bedank­ten sich die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen, die zur Vor­stel­lung der neu­en Köni­gin zusam­men­ge­kom­men waren: Chris­toph Würf­lein, Geschäfts­füh­rer des Natur­park Alt­mühl­tal, Mörns­heims Bür­ger­meis­ter Richard Mittl, Erich Neu­lin­ger, Vor­sit­zen­der des Ver­eins der Hüte­schä­fer im Natur­park Alt­mühl­tal, sowie Klaus Amann, Geschäfts­füh­rer des Land­schafts­pfle­ge­ver­bands Kel­heim. Sie waren sich einig, dass Anne­ma­rie Mack das Alt­mühl­ta­ler Lamm her­vor­ra­gend nach außen ver­tre­ten hat.

„Sie hat nicht nur das Alt­mühl­ta­ler Lamm als regio­na­les Pro­dukt gestärkt, son­dern auch sei­ne Bedeu­tung für den Land­schafts­schutz her­vor­ge­ho­ben“, so Chris­toph Würf­lein. Denn wenn die Schä­fer nicht seit Jahr­hun­der­ten mit ihren Her­den die arten­rei­chen Wachol­der­hei­den vor dem Ver­bu­schen bewah­ren wür­den, „hät­ten wir drau­ßen ein­fach nur noch Wald“, führ­te Würf­lein wei­ter aus. Gera­de der Wech­sel aus Wald, Wachol­der­hei­den und Fluss­tä­lern mache jedoch den land­schaft­li­chen – und damit auch tou­ris­ti­schen – Reiz des Natur­park Alt­mühl­tal aus.

Schä­fer Erich Neu­lin­ger ergänz­te, dass das vor knapp 30 Jah­ren ins Leben geru­fe­ne Pro­jekt nicht nur die Ver­mark­tung des Lamm­flei­sches ren­ta­bler gemacht habe, son­dern der Schaf­hal­tung auch eine stär­ke­re Stim­me in der Poli­tik ver­lie­hen habe. Dazu passt, dass die Ver­ein­ten Natio­nen 2026 zum „Inter­na­tio­na­len Jahr der Wei­de­land­schaf­ten und des Hir­ten­tums“ aus­ge­ru­fen haben, um Bau­ern und Hir­ten welt­weit mehr Gehör zu ver­schaf­fen – und die neue Lamm­kö­ni­gin wird dazu sicher ihren Bei­trag leis­ten.

Bild­un­ter­schrift: Klaus Amann, Chris­toph Würf­lein, Richard Mittl und Erich Neu­lin­ger (v. l.) stel­len die neue „Alt­mühl­ta­ler Lamm“-Königin Anna Wiest (vor­ne links) vor und dan­ken Vor­gän­ge­rin Anne­ma­rie Mack (vor­ne rechts). (Foto: Natur­park Alt­mühl­tal / Sisi Wein). Foto: Infor­ma­ti­ons­zen­trum Natur­park Alt­mühl­tal