Einführung von Pfarrerin Amelie Knöll – ein Blick in den Sternenhimmel

von | 27. Oktober 2024 | Altmühlfranken, Weißenburg

Wei­ßen­burg (red). Am Sams­tag, 19. Okto­ber, wur­de Pfar­re­rin Ame­lie Knöll in der St. Andre­as Kir­che in Wei­ßen­burg ein­ge­führt. Sie über­nimmt die 3. Pfarr­stel­le in Wei­ßen­burg, zu der auch die Gemein­de Wülz­burg gehört. In einem fei­er­li­chen Got­tes­dienst wur­de Pfar­re­rin Knöll für ihren Dienst geseg­net. Die musi­ka­li­sche Gestal­tung über­nah­men die Kan­to­rei St. Andre­as und KMD Micha­el Haag. Beim anschlie­ßen­den Emp­fang begrüß­ten Ver­tre­ter von Kir­che und Gesell­schaft die neue Pfar­re­rin sehr herz­lich.

Mit einem fest­li­chen Ein­zug begann der Got­tes­dienst in der St. Andre­as Kir­che. Pfar­rer Alex­an­der Rei­chelt begrüß­te die Ehren­gäs­te, die Gemein­de und die Fami­lie von Pfar­re­rin Ame­lie Knöll.

Bei der Ein­füh­rungs­hand­lung erzähl­te Deka­nin Ingrid Gott­wald-Weber vom Wer­de­gang der neu­en Pfar­re­rin. Die gebür­ti­ge Für­the­rin stu­dier­te zuerst an der Uni Erlan­gen-Nürn­berg Theo­lo­gie und ver­brach­te 2014 ein Jahr in Jeru­sa­lem in einer inter­na­tio­na­len bene­dik­t­i­ni­schen Gemein­schaft, in der 13 Mön­che leben. Dort lern­te sie auch ihren Mann Andre­as ken­nen. Die Deka­nin beschreibt Ame­lie Knöll als jun­ge, hoch enga­gier­te, freund­li­che und sou­ve­rä­ne Pfar­re­rin, die man nicht ger­ne gehen ließ an ihrer vor­he­ri­gen Stel­le im Deka­nat Kro­nach. Sie ver­bin­de vie­les, was gegen­sätz­lich scheint: reden und tun, ver­wur­zelt sein in Tra­di­ti­on und Offen­heit für neue Wege, tie­fe Ernst­haf­tig­keit und zugleich über­schwäng­li­che Freu­de an ihrem Dienst, Stu­di­um der Bibel und Beglei­tung der Men­schen, Freu­de am Got­tes­dienst und christ­li­ches Leben im All­tag. Ins Team der Haupt­amt­li­chen in Wei­ßen­burg wer­de so eine enga­gier­te und pro­fi­lier­te Theo­lo­gin ger­ne auf­ge­nom­men.

In ihrer Pre­digt erzähl­te Pfar­re­rin Ame­lie Knöll von einer Erfah­rung in ihrer Zeit in Jeru­sa­lem. Bei einer 10tägigen Wüs­ten­wan­de­rung konn­te sie in einer schlaf­lo­sen Nacht einen Ster­nen­him­mel bewun­dern, wie sie ihn noch nie gese­hen hat­te mit Tau­sen­den von Ster­nen. Im Pre­digt­text in 1. Mose 15, 1–6 in der Geschich­te von Abram wird auch von so einem Ster­nen­him­mel erzählt. Auf Abrams Unge­wiss­heit und Zukunfts­angst ver­spricht Gott ihm, dass sei­ne Nach­kom­men so unzähl­bar sein wer­den wie die Ster­ne am Him­mel.
Die Pre­di­ge­rin ermu­tigt, dass auch in heu­ti­ger Unsi­cher­heit, Angst und Sor­gen Got­tes Mög­lich­kei­ten so unzähl­bar sind wie die Ster­ne. Es gehe nicht um die eige­ne Kraft und das eige­ne Kön­nen. Wenn man den Blick nach oben hebe, dann öff­net sich die Wei­te des Him­mels. Wer auf Got­tes Mög­lich­kei­ten sieht, der erlebt, sie sind so zahl­reich wie die Ster­ne am Him­mel.
Bei einem Neu­an­fang, einem Auf­bruch in ein neu­es Land wie Abram es vor sich hat­te und auch Pfar­re­rin Knöll mit der neu­en Stel­le, kann der Blick nach oben auf die Ster­ne auch erst mal ver­un­si­chern. Wo fan­ge ich an, wo höre ich auf? Ver­trau­en auf Gott und das Wis­sen, dass es nicht nur einen rich­ti­gen Weg gibt, ent­las­ten. Gott wird immer wie­der sei­ne Mög­lich­kei­ten zei­gen, er hält viel mehr bereit als wir Men­schen leis­ten kön­nen. Der Blick in den Him­mel ist daher tröst­lich und ent­las­tend. So kön­nen wir getrost der Zukunft ent­ge­gen gehen.

Nach dem Got­tes­dienst zog die Fest­ge­mein­de hin­über ins Gemein­de­haus St. Andre­as, wo mit Gruß­wor­ten und Häpp­chen wei­ter­ge­fei­ert wur­de. Deka­nats­kan­tor Micha­el Haag und sei­ne Frau umrahm­ten die Fei­er musi­ka­lisch.

Der stell­ver­tre­ten­de Land­rat Gün­ther Ober­mey­er lob­te die gute Zusam­men­ar­beit mit der Kir­che und den Ehren­amt­li­chen und wünsch­te Pfar­re­rin Knöll vie­le offe­ne Türen bei den Begeg­nun­gen mit den Men­schen.
Die 3. Bür­ger­meis­te­rin der Stadt Wei­ßen­burg, Kat­rin Schramm, freu­te sich über die neue weib­li­che jun­ge Frau­en­kraft in der Stadt und beschrieb die Kir­che als Säu­le des städ­ti­schen Lebens.
Susan­ne Pühl, Schul­be­auf­trag­te für den Bezirk Wei­ßen­burg, mach­te deut­lich, dass Reli­gi­ons­un­ter­richt wesent­lich zur Iden­ti­täts­bil­dung und Ent­wick­lung von Kin­dern bei­trägt. Pfar­re­rin Ame­lie Knöll ist in der Grund­schu­le Ellin­gen ein­ge­setzt.
Das Gruß­wort für die Öku­me­ne über­nahm Kaplan Tho­mas Büt­tel. Er über­brach­te die bes­ten Wün­sche zum Neu­be­ginn von katho­li­scher Sei­te. Das Lied „Von guten Mäch­ten wun­der­bar gebor­gen. Erwar­ten wir getrost, was kom­men mag“ sol­le Pfar­re­rin Knöll ermu­ti­gen in Zei­ten, in denen das Chris­ten­tum rück­läu­fig ist, auf Gott zu ver­trau­en und im guten Mit­ein­an­der der Haupt­amt­li­chen und in öku­me­ni­scher Ver­bun­den­heit ihren Dienst zu tun.
Pfar­re­rin Sybil­le Bloch hieß die Ein­ge­führ­te herz­lich will­kom­men im Team des Pfarr­ka­pi­tels, jun­ge und weib­li­che Haupt­amt­li­che sei­en im Deka­nat bis­her unter­re­prä­sen­tiert. Sie über­reich­te Frau Knöll ein Son­nen­glas, das sich tags­über auf­lädt und dann im Dun­keln leuch­tet als Sym­bol für ihren Dienst. Sie sol­le sich vom Licht Jesu beschei­nen las­sen und die­ses Licht voll Freu­de wei­ter­ge­ben.
Pfar­rer Alex­an­der Rei­chelt sprach für das Team der Haupt­amt­li­chen in Wei­ßen­burg. Er lern­te Pfar­re­rin Knöll bereits auf einer Fort­bil­dung ken­nen zum The­ma „was zwi­schen den Wor­ten ist“. Das sei zugleich in Pri­vi­leg, aber auch eine Auf­ga­be, wahr­zu­neh­men und zu ver­kün­di­gen was zwi­schen den Wor­ten ist.

Ver­trau­ens­frau Doris Ecker­lein vom Kir­chen­vor­stand Wei­ßen­burg erzähl­te, dass Ame­lie Knöll bereits mit offe­nen Armen auf­ge­nom­men wur­de und dass sie sehr dank­bar sei, dass es ein gutes Team der Haupt­amt­li­chen gebe. Team­ar­beit sei wich­tig, auch mit den Ehren­amt­li­chen.
Auch im Namen des Jugend­aus­schus­ses, für den Finn Len­zen sprach, wur­de die neue Pfar­re­rin herz­lich begrüßt und die jun­gen Men­schen freu­en sich auf die Zusam­men­ar­beit. Er über­reich­te als Geschenk ein T‑Shirt der Evan­ge­li­schen Jugend mit ihrem Namen drauf.
Deka­nin Ingrid Gott­wald-Weber schloss den Rei­gen der Gruß­wor­te ab und bedank­te sich bei allen, die wäh­ren der Vakanz der 3. Pfarr­stel­le ver­tre­ten und mit­ge­ar­bei­tet haben.

Zum Schluss hat­te Pfar­re­rin Ame­lie Knöll noch Gele­gen­heit Dan­ke zu sagen. In der Pre­digt sprach sie vom Ver­trau­en auf Got­tes Mög­lich­kei­ten für uns und nun haben sich so vie­le Men­schen mit ihren eige­nen Gaben und Mög­lich­kei­ten ein­ge­bracht, dass die­se Ein­füh­rung ein so wun­der­ba­res Fest wur­de.

Bild­un­ter­schrift:  Das Team der Haupt­amt­li­chen in Wei­ßen­burg ist wie­der kom­plett. Von links: Deka­nin Ingrid Gott­wald-Weber, Pfar­re­rin Catha­ri­na Fenn, Pfar­rer Alex­an­der Rei­chelt, Dia­ko­nin Pia Schleif, Pfar­re­rin Ame­lie Knöll. Foto: pri­vat