Eingesponnene Bäume – nicht immer — war es der Eichenprozessionsspinner!

von | 7. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Aktu­ell sind an vie­len Baum- und Strauch­ar­ten auf­fäl­li­ge Gespins­te zu fin­den. Ver­ur­sa­cher sind die Rau­pen von Gespinst­mot­ten, die vor allem an Trau­ben­kir­sche, Pfaf­fen­hüt­chen, Weiß­dorn, Schle­he und Wild­pflau­me fres­sen. „Die­se Rau­pen, deren Gespins­te bereits von wei­tem gut sicht­bar sind, sind für uns Men­schen völ­lig unge­fähr­lich“, betont Lud­wig Stra­ßer, Wald­schutz-Exper­te der Baye­ri­schen Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft (LWF). Auch der umfang­rei­che Blatt­fraß ist für die Bäu­me meist kein gro­ßes Pro­blem.

„Die Rau­pen der Gespinst­mot­ten ste­hen jetzt kurz vor der Ver­pup­pung und in der Regel trei­ben die befal­le­nen kah­len Sträu­cher und Bäu­me wie­der neu aus“, so Stra­ßer. An ver­schie­de­nen Laub­bäu­men, bevor­zugt der Eiche und Obst­ge­höl­zen, kann auch der eben­falls unge­fähr­li­che Rin­gel­spin­ner beob­ach­tet wer­den. Die Rau­pen leben gesel­lig in locke­ren Gespins­ten und sind durch ihre beson­de­re Fär­bung mit blau­em Kopf und blau­en Längs­strei­fen gut zu erken­nen.

Aller­dings gibt es auch Schmet­ter­lings­ar­ten, bei denen Vor­sicht gebo­ten ist. Ihre Rau­pen haben gif­ti­ge Brenn­haa­re, die bei Men­schen und Haus­tie­ren all­er­gi­sche Haut- und Schleim­haut­re­ak­tio­nen aus­lö­sen kön­nen. Als ers­tes ist hier der Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner zu nen­nen: Sei­ne Rau­pen leben gesel­lig in gro­ßen Fami­li­en und bewe­gen sich in den namens­ge­ben­den Pro­zes­sio­nen fort. Sie sind mitt­ler­wei­le in ganz Bay­ern ver­brei­tet, ernäh­ren sich aus­schließ­lich von Eiche und leben dort vom Ei bis zum fer­ti­gen Fal­ter.

Eine wei­te­re Schmet­ter­lings­art mit gif­ti­gen Brenn­haa­ren sind die Rau­pen des Gold­af­ters, die bevor­zugt an Eiche und Obst­ge­höl­zen in faust­gro­ßen, silb­rig glän­zen­den Gespins­ten leben, die sie zum Fres­sen ver­las­sen. Auf­fäl­li­ge Gespinst­sä­cke wer­den außer­dem von den Rau­pen ver­schie­de­ner Woll­af­ter-Schmet­ter­lin­ge gebil­det. So fin­det man den Bir­ken­nest­spin­ner mit gro­ßen, an den Zweig­enden hän­gen­den Gespinst­nes­tern beson­ders ent­lang von Stra­ßen­al­leen. Die Rau­pen kön­nen bei Berüh­rung bei emp­find­li­chen Per­so­nen Haut­re­ak­tio­nen aus­lö­sen. Für die­se Arten, ins­be­son­de­re den Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner gilt, sich von befal­le­nen Bäu­men fern­zu­hal­ten, Warn­schil­der zu beach­ten, Kin­der zu infor­mie­ren und jeg­li­chen Kon­takt mit Rau­pen oder Gespins­tes­tern zu ver­mei­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen auf unse­rer Web­sei­te: Zum Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner: https://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/066204/index.php

Zu Schwamm­spin­ner, Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ner und Gold­af­ter: https://www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring/193294/index.php

Bild­un­ter­schrift: Nicht schön aber unge­fähr­lich: Gespinst­mot­ten an Pfaf­fen­hüt­chen. Foto: Lud­wig Stra­ßer, LWF

Bild­un­ter­schrift: Gro­ße Vor­sicht ist gebo­ten – Gespins­te (links) und „Pro­zes­si­on“ des Eichen­pro­zes­si­ons­spin­ners. Foto: Dr. Gabi Lobin­ger, LWF