Erfolgreiche Kooperation im Naturschutz: Wiedehopf-Brut im Tennenloher Forst

von | 22. März 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Der Wie­de­hopf (Upu­pa epops) zählt mit sei­nem braun-weiß gefärb­ten Gefie­der sowie der oran­ge­nen Feder­hau­be, die er meist nach der Lan­dung auf­rich­tet, zu den auf­fäl­ligs­ten hei­mi­schen Vögeln. Bei Spa­zier­gän­gen im Früh­jahr ist er gut an sei­nem mar­kan­ten Balz­ruf „up up up“ zu erken­nen, wor­aus sich auch der Gat­tungs­na­me Upu­pa ablei­tet. Exten­si­ve Streu­obst­wie­sen und Wein­bergs­la­gen besie­delt er bei pas­sen­den Bedin­gun­gen eben­so, wie halb­of­fe­ne Land­schaf­ten mit locke­rer Vege­ta­ti­on. Da pas­sen­de Lebens­räu­me zuneh­mend schwin­den, fin­det der Wie­de­hopf kaum mehr Nist­mög­lich­kei­ten und wur­de als gefähr­de­te Art in die Rote Lis­te auf­ge­nom­men.

Um eine mög­li­che Wie­der­an­sied­lung des Wie­de­hop­fes im Natur­schutz­ge­biet Ten­nen­lo­her Forst zu unter­stüt­zen, haben sich bereits im Jahr 2018 unter der Feder­füh­rung der Regie­rung von Mit­tel­fran­ken meh­re­re Akteu­re zusam­men­ge­fun­den. Die Pfle­ge und Gestal­tung einer halb­of­fe­nen bis offe­nen Land­schaft durch den Bun­des­forst mit Unter­stüt­zung der Unte­ren und Höhe­ren Natur­schutz­be­hör­de und des Tier­gar­tens Nürn­berg stel­len die Grund­la­ge für die Ansied­lung des Wie­de­hop­fes im Natur­schutz­ge­biet dar. Durch die Bewei­dung mit Prze­wal­ski-Pfer­den und Pfau­en­zie­gen ent­ste­hen kurz­ra­si­ge Flä­chen mit einem guten Nah­rungs­an­ge­bot für die Jun­gen­auf­zucht der Wie­de­hop­fe.

Unter Anlei­tung eines Wie­de­hopf-Exper­ten vom Lan­des­bund für Vogel- und Natur­schutz wur­den im Ten­nen­lo­her Forst außer­dem Nist­käs­ten ange­bracht, um neue Brut­mög­lich­kei­ten zu schaf­fen. Der Groß­teil die­ser Käs­ten ent­stand in einem Pro­jekt zur Umset­zung der Baye­ri­schen Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie. Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Beruf­li­chen Schu­le B11 in Nürn­berg bau­en im Rah­men die­ses Pro­jek­tes mit fach­li­cher Beglei­tung durch die Höhe­re Natur­schutz­be­hör­de Nist­käs­ten für Arten­hilfs­pro­jek­te. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen dabei nicht nur beson­de­re Arten und deren Lebens­rauman­sprü­che ken­nen, son­dern leis­ten einen kon­kre­ten Bei­trag zum Erhalt die­ser Arten. Die Käs­ten ste­hen nach Fer­tig­stel­lung für Arten­hilfs­pro­jek­te der Regie­rung von Mit­tel­fran­ken zur Ver­fü­gung.

Bei einer Kon­trol­le der Nist­käs­ten im Ten­nen­lo­her Forst Mit­te Febru­ar konn­ten neben Meisen‑, Sta­ren- und Trau­er­schnäp­per­nes­tern auch vier erfolg­rei­che Bru­ten des Wie­de­hop­fes im Jahr 2023 nach­ge­wie­sen wer­den. Im Anschluss wur­den wei­te­re Nist­käs­ten ange­bracht, da die Hoff­nung besteht, dass im Lau­fe der nächs­ten Jah­re wei­te­re Wie­de­hopf-Paa­re in Ten­nen­lo­he brü­ten wer­den und sich dort eine sta­bi­le Wie­de­hopf-Popu­la­ti­on eta­bliert. Ein gutes Bei­spiel, wie die in der Baye­ri­schen Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie gesteck­ten Zie­le, wie ange­wand­te Natur- und Arten­schutz­maß­nah­men durch kon­struk­ti­ves Zusam­men­wir­ken meh­re­rer Akteu­re erreicht wer­den kön­nen.

Bild­un­ter­schrift: Wie­de­hop­fe; Foto: Dr. Ste­fan Böger/ Regie­rung von Mit­tel­fran­ken

 

Bild­un­ter­schrift: Wie­de­hopf­kas­ten; Foto: Dr. Ste­fan Böger/ Regie­rung von Mit­tel­fran­ken