Fachkonferenz „Landwirtschaft und Kirche: Gemeinsam für ein klimafreundliches Land“

von | 14. Februar 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Hesselberg/Gerolfingen (red). Kir­che: Gemein­sam für ein kli­ma­freund­li­ches Land“. Peter Schlee, Refe­rent der Fach­stel­le, hat­te für die über 50 Teil­neh­men­den aus Umwelt­ar­beit, Land­wirt­schaft, Ver­bän­den, Behör­den und Kir­che ein viel­sei­ti­ges Pro­gramm zusam­men­ge­stellt. Fach­vor­trä­ge, Podi­ums­dis­kus­sio­nen und Work­shops bil­de­ten den Rah­men, der nicht nur der Gewin­nung von neu­em Wis­sen, son­dern auch dem gegen­sei­ti­gen Aus­tausch und Netz­wer­ken sowie der Schaf­fung von Impul­sen für die Arbeit der Fach­stel­le die­nen soll­te.

Vier gemein­sa­me Zie­le von Kir­che und Land­wirt­schaft lie­ßen sich am Ende aus­ma­chen. Für die Zukunft gehe es dar­um: die Ernäh­rung zu sichern, rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie zu nut­zen, für Bio­öko­no­mie zu sor­gen (also mög­lichst viel „schwar­zen Koh­len­stoff“ zu erset­zen durch „grü­nen Koh­len­stoff“ aus nach­wach­sen­den Quel­len) und Res­sour­cen zu schüt­zen bzw. die Arten­viel­falt zu erhal­ten. Man war sich einig: gute Bei­spie­le sol­len gezeigt wer­den. Man wol­le Mut machen, die bevor­ste­hen­den Auf­ga­ben anzu­ge­hen.

Aber es sei auch ein gesell­schaft­li­cher Dia­log nötig, denn man müs­se wis­sen, dass ein gro­ßer Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess vor uns allen lie­ge und die­ser auch Kos­ten ver­ur­sa­che. Es kämen Zumu­tun­gen auf alle zu – die gesell­schaft­li­che Dis­kus­si­on dar­über müs­se geführt wer­den. Der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess sei mach­bar, aber es sei nötig, die Her­aus­for­de­run­gen gesamt­ge­sell­schaft­lich und gemein­sam anzu­ge­hen, dabei mit­ein­an­der zu kom­mu­ni­zie­ren und Ein­blick in ver­schie­de­ne Lebens­be­rei­che zu bekom­men. Man wis­se nicht nur in der Stadt wenig vom Leben und Arbei­ten auf dem Land – auch in den Dör­fern bzw. im länd­li­chen Raum wis­se man zu wenig von­ein­an­der. Ein­la­dun­gen aus­zu­spre­chen, um z.B. Betrie­be ken­nen zu ler­nen – ein­an­der mit Wert­schät­zung, aber v.a. auch Respekt zu begeg­nen – sei sehr wich­tig.

Die Kir­che kön­ne dazu Räu­me anbie­ten – für Begeg­nung und Kom­mu­ni­ka­ti­on, aber auch für Bil­dung – beton­ten die Ans­bach-Würz­bur­ger Regio­nal­bi­schö­fin Gise­la Bor­now­ski und Kir­chen­rä­tin Bet­ti­na Nau­mann, die in der Evan­ge­li­schen Lan­des­kir­che Ansprech­part­ne­rin für das Refe­rat Länd­li­cher Raum ist. So hof­fe man, dass noch vie­le Ver­an­stal­tun­gen wie die­se Fach­kon­fe­renz statt­fin­den wer­den – am Hes­sel­berg, aber auch an ande­ren Bil­dungs­zen­tren oder in Kir­chen­ge­mein­den.

Einig­keit bestand dar­über, dass Land­wir­tin­nen und Land­wir­te Fach­leu­te auf ihrem Gebiet sind und für ihre Arbeit Respekt und Wert­schät­zung erhal­ten sol­len. Gün­ther Felß­ner, der Prä­si­dent des Baye­ri­schen Bau­ern­ver­bands, beton­te: Land­wir­te tüf­teln ger­ne. Sie stel­len ihr Wis­sen eben­so ger­ne auch der Gesell­schaft zur Ver­fü­gung. Dazu braucht es einen Rah­men, aber eben auch unter­neh­me­ri­sche Frei­hei­ten. Die Krea­ti­vi­tät dürf­te nicht ein­ge­schränkt wer­den. Es sei­en gute Rah­men­be­din­gun­gen nötig – Anrei­ze wür­den viel bes­ser wir­ken als Ver­bo­te.

Gün­ther Felß­ner erklär­te: Die Land­wir­te könn­ten sich gut im Bereich erneu­er­ba­re Ener­gien ein­brin­gen. Dabei gehe es dar­um, mög­lichst schnell mit umsetz­ba­ren Din­gen anzu­fan­gen und so lie­ber klei­ne­re, aber rea­lis­ti­sche Zie­le auf­zu­stel­len, die man auch errei­chen kön­ne. Er plä­dier­te dafür, mit dem anzu­fan­gen, was man habe und bei­spiels­wei­se nicht zu war­ten, bis Trak­to­ren auf Elek­tro- oder Was­ser­stoff­be­trieb umge­stellt wer­den könn­ten. Man kön­ne land­wirt­schaft­li­che Maschi­nen statt mit Die­sel mit Bio­kraft­stof­fen betan­ken und so Pflan­zen­öle zum Tan­ken ver­wer­ten. Dabei gehe es nicht dar­um, Palm­öl aus ande­ren Län­dern zu impor­tie­ren. Wir brau­chen eine Frei­stel­lung für hei­mi­sche Bio­kraft­stof­fe für die Land­wirt­schaft – am bes­ten sofort, so Gün­ther Felß­ner.

Bild­un­ter­schrift: Die Teil­neh­men­den der Fach­kon­fe­renz lie­ßen sich auch von schlech­tem Wet­ter die Stim­mung nicht ver­der­ben. Foto: C. Marx