Fit gegen Fakes!

von | 27. März 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Beim Work­shop von gun­net e.V. und Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen gab es Tipps zum Umgang mit Des­in­for­ma­ti­on

Gera­de in den sozia­len Netz­wer­ken, aber auch auf Blogs oder dubio­sen Nach­rich­ten­por­ta­len kur­sie­ren vie­le Posts und Bei­trä­ge, die gezielt Fakes und Fak­ten mischen. Im Work­shop sen­si­bi­li­sier­te Dr. Katha­ri­na Ley­rer, die Exper­tin für Recht und Ethik an der FAU-Erlan­gen ist, für gän­gi­ge Mani­pu­la­ti­ons­tech­ni­ken. Zudem zeig­te sie, wie man mit bereits im Umlauf befind­li­chen Des­in­for­ma­tio­nen umge­hen kann. Den sehr inter­es­sier­ten Work­shop-Teil­neh­mern in der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen wur­de gleich Gele­gen­heit gege­ben, sich im Ent­lar­ven von Ver­dre­hun­gen und Fak­ten-Fäl­schun­gen zu üben.

Fünf Fra­ge­stel­lun­gen kön­nen dabei hel­fen, Des­in­for­ma­ti­on zu erken­nen: Wer­den in der Nach­richt Pseu­do-Exper­ten benannt, deren Behaup­tun­gen nicht über­prüf­bar sind? Gibt es Logik-Feh­ler in der Behaup­tung, bei­spiels­wei­se bewuss­te Ver­ein­fa­chun­gen oder Ver­fäl­schun­gen? Wer­den uner­füll­ba­re Erwar­tun­gen geschürt, um dann der Ent­täu­schung so rich­tig Luft machen zu kön­nen? Wird selek­tiv zitiert oder wer­den klei­ne Feh­ler auf­ge­bauscht, um eine gan­ze Insti­tu­ti­on oder eine Per­son zu dis­kre­di­tie­ren? Wird eine Ver­schwö­rung behaup­tet oder gan­ze Per­so­nen­grup­pen unter Gene­ral­ver­dacht gestellt?

Wich­tig ist auch, die Ver­läss­lich­keit von Quel­len zu prü­fen. Dazu nann­te die Work­shop-Lei­te­rin eini­ge Kri­te­ri­en: Die Autoren­schaft der Nach­richt soll­te klar und das Datum der Ver­öf­fent­li­chung erkenn­bar sein. Wei­ter soll­te man auf einen nach­voll­zieh­ba­ren Kon­text ach­ten und es soll­te Links bezie­hungs­wei­se Hin­wei­se zur Pri­mär­quel­le geben.

Zu aktu­el­len und gän­gi­gen The­men lohnt es sich, so Dr. Katha­ri­na Ley­rer, einen Fak­ten­check wie den BR-Fak­ten­fin­der, den ARD-Fak­ten­fin­der oder auch den Fak­ten­check des Medi­en­hau­ses „Cor­rec­tiv“ oder des öster­rei­chi­schen Ver­eins „Mimi­ka­ma“ zu nut­zen. Sie weist dar­auf hin, dass es bei der Dis­kus­si­on über Des­in­for­ma­ti­on am wich­tigs­ten ist, im ers­ten Schritt Fak­ten rich­tig­zu­stel­len, dann die Des­in­for­ma­ti­on noch ein­mal kon­kret zu benen­nen und erst im Anschluss auf Denk­feh­ler und Trug­schlüs­se hin­zu­wei­sen.

Gefälsch­te Bil­der und Vide­os sei­en – so die Exper­tin – nicht immer leicht zu erken­nen. Hilf­reich kann ein Hoch­la­den eines ver­däch­ti­gen Bil­des in Goog­le Lens oder TinyEye sein. Hier kann die Her­kunft und das Datum der ers­ten Ver­öf­fent­li­chung samt Quel­le eines Bil­des oft geklärt wer­den.

KI-gene­rier­te Vide­os zu erken­nen wird immer schwie­ri­ger. Manch­mal sind bei Fake-Vide­os Far­ben und Beleuch­tung unna­tür­lich, unrea­lis­ti­sche Per­spek­ti­ven und zu per­fek­te Abbil­dun­gen kön­nen eben­so ein Hin­weis sein. Manch­mal reicht ein­fach der gesun­de Men­schen­ver­stand aus: Ist das rea­lis­tisch was hier pas­siert?

Gemein­sam ein­ge­la­den zum Work­shop hat­ten gun­net e. V. und Büche­rei. Gun­net-Vor­sit­zen­der Mar­tin Bosch dank­te Nik Bau­mann, die als Vor­stands­mit­glied von gun­net und als Büche­rei­mit­ar­bei­ten­de sozu­sa­gen eine Dop­pel­rol­le ein­nahm und den Work­shop mit Dr. Katha­ri­na Ley­rer vom Daten­kom­pe­tenz­zen­trum für wis­sen­schaft­li­che Samm­lun­gen orga­ni­siert hat­te.

Bild­un­ter­schrift: Dr. Katha­ri­na Ley­rer von der FAU Erlan­gen (ste­hend) mit gun­net-Vor­sit­zen­dem Mar­tin Bosch und zwei Teil­neh­mern am Work­shop „Fit gegen Fakes! Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Gut­h­mann