„Fit im Auto” gilt auch für Senioren

von | 8. Oktober 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Die Gebiets­ver­kehrs­wacht Gun­zen­hau­sen bie­tet inter­es­sier­ten älte­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern eine bedarfs­ge­rech­te Wei­ter­bil­dung mit Fahr­trai­ning und Theo­rie an.

Gun­zen­hau­sen (red). Die Zah­len spre­chen für sich: Älte­re Men­schen zäh­len zu den schwä­che­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern. Alters­be­ding­te Erkran­kun­gen, nach­las­sen­de kör­per­li­che Wider­stands­kraft, unsi­che­rer wer­den­de Bewe­gungs­ab­läu­fe oder zuneh­men­de Reak­ti­ons­schwä­chen füh­ren dazu, dass Senio­ren über­pro­por­tio­nal häu­fig in schwe­re Unfäl­le ver­wi­ckelt sind. Das nimmt die Gebiets­ver­kehrs­wacht Gun­zen­hau­sen zum Anlass, inter­es­sier­ten Senio­rin­nen und Senio­ren eine qua­li­fi­zier­te Wei­ter­bil­dung anzu­bie­ten. Das Mot­to des Trai­nings: “Fit im Auto”.

Ein­ge­schränk­tes Hören und Seh­schwä­chen, krank­heits­be­ding­te und medi­ka­men­tös beding­te Beein­träch­ti­gun­gen füh­ren zusam­men mit den vor­ste­hend genann­ten Begleit­erschei­nun­gen zu Unsi­cher­heit und zu einem stei­gen­den Unfall­ri­si­ko. “Wir ver­fol­gen gespannt die Dis­kus­si­on im Hin­blick auf die For­de­rung der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft, wonach älte­re Men­schen gesetz­lich ver­pflich­tet wer­den sol­len, sich ab einem gewis­sen Alter einem Fahr­eig­nungs­test zu unter­zie­hen”, sagt Roland Schmidt, 2. Vor­sit­zen­der der Gun­zen­häu­ser Ver­kehrs­wacht. “Mir wäre es am liebs­ten, wenn es uns auf frei­wil­li­ger Basis gelän­ge, all denen den Wind aus den Segeln zu neh­men, die hier mit gesetz­li­chen Auf­la­gen Fak­ten schaf­fen wol­len.”

Auf das Auto ange­wie­sen

Im länd­li­chen Raum sei­en älte­re Men­schen drin­gend auf ihr eige­nes Fahr­zeug ange­wie­sen — sei es zum Erle­di­gen von Ein­käu­fen, für Arzt­be­su­che, Ver­an­stal­tun­gen im sozia­len oder aber gesell­schaft­li­chen Bereich. “Des­halb möch­ten wir dazu bei­tra­gen, die­se indi­vi­du­el­le Mobi­li­tät nach Mög­lich­keit bis ins hohe Alter zu erhal­ten.” Das erfor­dert nach Auf­fas­sung des Ver­kehrs­wacht-Vor­sit­zen­den von Sei­ten der Senio­ren aller­dings die Bereit­schaft, sich theo­re­tisch und fahr­prak­tisch wei­ter­zu­bil­den, sich immer wie­der ein­mal auf aktu­el­len Stand zu brin­gen.

Die Unfall­zah­len sen­ken

Nach Über­zeu­gung von Roland Schmidt, der bei der Ver­kehrs­wacht Gun­zen­hau­sen seit Jah­ren für die Umset­zung der Fahr­si­cher­heits­pro­gram­me ver­ant­wort­lich ist, kann die frei­wil­li­ge Teil­nah­me an alters­ge­mä­ßen Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen dazu bei­tra­gen, die Unfall­zah­len deut­lich nach unten zu kor­ri­gie­ren. “Die Ent­wick­lung des Ver­kehrs schrei­tet rasant vor­an, stän­dig gibt es neue Ver­kehrs­vor­schrif­ten. Das ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung gera­de für Senio­ren.” Vie­le von ihnen sei­en schlicht­weg über­for­dert, die aller­meis­ten seit lan­gem nicht mehr auf dem aktu­el­len Stand in punk­to Ver­kehrs­recht.

Genau da setzt die Ver­kehrs­wacht an und bie­tet ihre Hil­fe an. Bei „Fit im Auto, han­delt es sich nach Wor­ten Schmidts um ein modu­la­res Pro­gramm, das neben ein wenig Theo­rie haupt­säch­lich fahr­prak­ti­sche Übun­gen beinhal­tet.

Am Anfang des fünf­stün­di­gen Kur­ses steht für die maxi­mal zwölf Teil­neh­mer eine kur­ze Infor­ma­ti­on über wich­ti­ge Neue­run­gen im Stra­ßen­ver­kehr. Danach absol­viert eine Halb­grup­pe mit dem eige­nen Pkw im Schon­raum ele­men­ta­re Fahr­übun­gen zur Ver­bes­se­rung der eige­nen Ver­kehrs­si­cher­heit. Nach dem kor­rek­ten Ein­stel­len von Sitz, Kopf­stüt­ze und Spie­gel ste­hen dabei Fahr­übun­gen wie Sla­lom, Gefah­ren­brem­sung und Ran­gie­ren an. Hier­bei geht es dar­um, das Hand­ling des eige­nen Pkw zu ver­bes­sern, des­sen Dimen­sio­nen ken­nen zu ler­nen und die eige­nen Fähig­kei­ten rich­tig ein­zu­schät­zen.

Die ande­re Halb­grup­pe fährt und übt zwi­schen­zeit­lich im Real­ver­kehr. Jeweils drei Teil­neh­mer bege­ben sich dabei in die Obhut eines Fahr­leh­rers. Jeder Teil­neh­mer fährt für knapp eine hal­be Stun­de und erhält dabei wich­ti­ge Rück­mel­dun­gen vom Fahr­leh­rer, wäh­rend die ande­ren bei­den Teil­neh­mer das Gesche­hen von der Rück­bank aus erle­ben.

Erfah­rungs­aus­tausch am Ende

Nach etwa 90 Minu­ten wech­seln die Halb­grup­pen, so dass jeder Teil­neh­mer alle in dem bau­stein­för­mig auf­ge­bau­ten Kurs­pro­gramm vor­ge­se­he­nen Auf­ga­ben absol­viert. Im Anschluss tref­fen sich alle zwölf Teil­neh­mer zum Erfah­rungs­aus­tausch. “Die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­ein­an­der ist uns sehr wich­tig, zumal jeder Teil­neh­mer sei­nen eige­nen Erfah­rungs­schatz ein­brin­gen soll.”

Wer das Semi­nar “Fit im Auto” absol­viert, bringt sich nach Auf­fas­sung von Schmidt nicht nur auf den aktu­el­len Stand und fährt künf­tig noch siche­rer. “Wich­tig ist es uns auch, die Sou­ve­rä­ni­tät und Kom­pe­tenz jedes Teil­neh­mers posi­tiv zu beein­flus­sen. Denn Gelas­sen­heit beim Auto­fah­ren ist seit jeher ein opti­ma­ler Weg­be­glei­ter.” Der Kurs fin­det in locke­rer Atmo­sphä­re statt, es gibt kei­ner­lei Prü­fungs­stress. Der Unkos­ten­bei­trag beträgt 40,00 €.

Das Pro­gramm “Fit im Auto” fin­det am 19.10.2024 statt. Treff­punkt ist um 10 Uhr in den Räu­men der koope­rie­ren­den Fahr­schu­le Schmidt in der Tach­au­er Stra­ße 2a, 91710 Gun­zen­hau­sen. Hier erfol­gen die Ein­lei­tung und ein ers­ter Erfah­rungs­aus­tausch, eben­so das Abschluss­ge­spräch. Am Ende gibt es für alle Senio­rin­nen und Senio­ren eine Teil­nah­me­be­stä­ti­gung.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erhal­ten Inter­es­sier­te beim 2. Vor­sit­zen­den Roland Schmidt, Tel.: 09831/8847597. Anmel­dun­gen sind tele­fo­nisch oder unter www.verkehrswacht-gunzenhausen.de/termine/ mög­lich.

Foto: Pri­vat