FREIE WÄHLER-Fraktion verteidigt Bürgerentscheide als Ausdruck direkter Demokratie

von | 25. Juli 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

MdL Wolf­gang Hau­ber: Bür­ger­be­geh­ren gehö­ren zur poli­ti­schen Kul­tur Bay­erns – Kran­ken­haus­pla­nung darf nicht aus­ge­schlos­sen wer­den!

Wei­ßen­burg (red).. Die Vor­schlä­ge des Run­den Tisches zur Wei­ter­ent­wick­lung kom­mu­na­ler Bür­ger­ent­schei­de in Bay­ern sto­ßen bei der FREIE WÄH­LER-Frak­ti­on grund­sätz­lich auf Zustim­mung – ins­be­son­de­re dort, wo es um mehr Klar­heit bei Fris­ten, digi­ta­le Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten oder eine zeit­li­che Begren­zung von Unter­schrif­ten­samm­lun­gen geht. Gleich­zei­tig warnt die Frak­ti­on davor, bewähr­te Mit­spra­che­rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger leicht­fer­tig zu beschnei­den.

„Bür­ger­ent­schei­de gehö­ren zur demo­kra­ti­schen DNA unse­res Frei­staats – dar­an darf nicht gerüt­telt wer­den“, betont Wolf­gang Hau­ber, Landtagsabgeordnete/r der FREIEN WÄHLER. Gera­de bei emo­tio­nal sen­si­blen The­men wie der Kran­ken­haus­pla­nung sei es wich­tig, das Ver­trau­en der Bevöl­ke­rung in poli­ti­sche Pro­zes­se zu bewah­ren. „Wenn wir hier Betei­li­gungs­rech­te ein­schrän­ken, ent­steht der fata­le Ein­druck, dass Ent­schei­dun­gen über die Köp­fe der Men­schen hin­weg getrof­fen wer­den“, so Hau­ber wei­ter.

Die FREIE WÄH­LER-Frak­ti­on spricht sich daher klar gegen Über­le­gun­gen aus, Bür­ger­ent­schei­de im Bereich der Kran­ken­haus­pla­nung künf­tig voll­stän­dig aus­zu­schlie­ßen. Sol­che Vor­ha­ben sei­en nicht nur sach­lich frag­wür­dig, son­dern auch poli­tisch ris­kant – denn sie könn­ten Ängs­te und Miss­trau­en schü­ren, statt die­se zu befrie­den. „Kran­ken­häu­ser sind eine tra­gen­de Säu­le der regio­na­len Daseins­vor­sor­ge im Frei­staat – sowohl in urba­nen Zen­tren als auch in der Flä­che. Gera­de kom­mu­na­le Kli­ni­ken leis­ten einen ent­schei­den­den Bei­trag zur Ver­sor­gungs­si­cher­heit, weil sie oft dort ein­sprin­gen, wo pri­va­te Trä­ger nicht mehr wirt­schaft­lich arbei­ten kön­nen”, argu­men­tiert Hau­ber.

Ein Aus­schluss kom­mu­na­ler Bür­ger­be­geh­ren bei Kran­ken­haus­fra­gen sei daher ein schwe­rer Feh­ler. „Eine Kli­nik ist mehr als ein medi­zi­ni­scher Betrieb – sie ist Teil des kom­mu­na­len Selbst­ver­ständ­nis­ses und schafft Bin­dung, Ver­trau­en und Iden­ti­fi­ka­ti­on. Ent­schei­dun­gen über ihren Bestand dür­fen nicht an den Bür­gern vor­bei getrof­fen wer­den.”

Zudem sei die Kran­ken­haus­pla­nung eng mit der demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­on vor Ort ver­knüpft: „Die Bür­ger gestal­ten über gewähl­te Ver­wal­tungs- und Auf­sichts­gre­mi­en mit – sie haben ein Recht dar­auf, über Struk­tur­ent­schei­dun­gen mit­zu­be­stim­men. Bür­ger­ent­schei­de sind des­halb ein legi­ti­mes Mit­tel, um Bedarfs­ge­rech­tig­keit nicht nur gesund­heits­öko­no­misch, son­dern auch gesell­schaft­lich ein­zu­ord­nen”, so Hau­ber abschlie­ßend.

Foto: Bri­git­te Dorr