Fund/Objekt des Monats Mai der Museen Weißenburg

von | 8. Mai 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg — Im Mai prä­sen­tie­ren die Muse­en Wei­ßen­burg ein Frag­ment eines repa­rier­ten römi­schen Ter­ra Sigil­la­ta Tel­lers.
Die berühm­te Ter­ra Sigil­la­ta ist ein moder­ner Begriff aus dem 18. Jahr­hun­dert.

Wie die anti­ken Römer die­se Kera­mik nann­ten, ist nicht sicher geklärt. Dis­ku­tiert wird der Aus­druck vasa Samia, der bei
Pli­ni­us dem Älte­ren Erwäh­nung fin­det. Ursprüng­lich im 1. Jh. v. Chr. in Arez­zo ent­wi­ckelt, erfreu­te sich die TS-Kera­mik schnell gro­ßer Beliebt­heit bei der römi­schen Bevöl­ke­rung. Typisch römisch konn­te die­se Kera­mik schnell güns­tig und in gro­ßer Stück­zahl in Manu­fak­tu­ren pro­du­ziert wer­den. Die Ver­zie­run­gen waren viel­fäl­tig und konn­ten in Form von flo­ra­len Mus­tern, Tie­ren, Gla­dia­to­ren, ero­ti­schen Sze­nen und vie­lem mehr mit Matri­zen (Modeln) rea­li­siert wer­den. Die­se Arbeit konn­te folg­lich auch von unaus­ge­bil­de­ten Leu­ten erle­digt wer­den, ledig­lich für das For­men auf der Töp­fer­schei­be war eine aus­ge­bil­de­te Fach­kraft von Nöten.

Die Beson­der­heit an die­sem Stück sind die bei­den Blei­klam­mern, die von einer anti­ken Repa­ra­tur zeu­gen. Frei­lich wur­de nicht jedes defek­te Gefäß repa­riert. Hat­te die Kera­mik aber einen hohen emo­tio­na­len Wert oder war aus ande­ren Grün­den wich­tig für den Besit­zer, kam es durch­aus zu Repa­ra­tu­ren, teil­wei­se sogar zu meh­re­ren.

Bild­un­ter­schrift: Römi­sche Scha­le mit Blei­klam­mern. Foto: Muse­en Wei­ßen­burg