Weißenburg — Im Mai präsentieren die Museen Weißenburg ein Fragment eines reparierten römischen Terra Sigillata Tellers.
Die berühmte Terra Sigillata ist ein moderner Begriff aus dem 18. Jahrhundert.
Wie die antiken Römer diese Keramik nannten, ist nicht sicher geklärt. Diskutiert wird der Ausdruck vasa Samia, der bei
Plinius dem Älteren Erwähnung findet. Ursprünglich im 1. Jh. v. Chr. in Arezzo entwickelt, erfreute sich die TS-Keramik schnell großer Beliebtheit bei der römischen Bevölkerung. Typisch römisch konnte diese Keramik schnell günstig und in großer Stückzahl in Manufakturen produziert werden. Die Verzierungen waren vielfältig und konnten in Form von floralen Mustern, Tieren, Gladiatoren, erotischen Szenen und vielem mehr mit Matrizen (Modeln) realisiert werden. Diese Arbeit konnte folglich auch von unausgebildeten Leuten erledigt werden, lediglich für das Formen auf der Töpferscheibe war eine ausgebildete Fachkraft von Nöten.
Die Besonderheit an diesem Stück sind die beiden Bleiklammern, die von einer antiken Reparatur zeugen. Freilich wurde nicht jedes defekte Gefäß repariert. Hatte die Keramik aber einen hohen emotionalen Wert oder war aus anderen Gründen wichtig für den Besitzer, kam es durchaus zu Reparaturen, teilweise sogar zu mehreren.
Bildunterschrift: Römische Schale mit Bleiklammern. Foto: Museen Weißenburg


