Gruft, Grab, Garten – Gunzenhausens letzte Ruhestätten im Fokus

von | 14. September 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Bekannt­lich sind im Tod alle Men­schen gleich. Irgend­wann trifft es uns alle und bereits der Apos­tel Pau­lus hob in sei­ner span­nen­den Escha­to­lo­gie die gesell­schaft­li­che Bedeu­tung von Fried­hö­fen her­vor. Wir alle benö­ti­gen einen Ort des Rück­zugs, der Trau­er und Ein­kehr, ein beson­de­res Fleck­chen Hoff­nung auf Erden, auf dem wir unse­ren Ver­stor­be­nen unge­stört nahe sein kön­nen. Seit weni­gen Jah­ren zählt die deut­sche Fried­hofs­kul­tur zum imma­te­ri­el­len Welt­kul­tur­er­be, Grund genug für Stadt­ar­chi­var Wer­ner Mühl­h­äu­ßer und Stadt­füh­re­rin Karin Elt­erlein auf Spu­ren­su­che in Gun­zen­hau­sen zu gehen. Das Ergeb­nis ver­blüfft – im Lau­fe der Jahr­hun­der­te wur­den zahl­rei­che Grä­ber­fel­der aus­ge­wie­sen und gepflegt, vie­le davon spä­ter wie­der auf­ge­löst und ver­dich­tet. Es lässt sich daher viel Span­nen­des über die Gun­zen­häu­ser Got­tes­äcker, Gedenk­stät­ten und ande­ren Orte des Frie­dens erzäh­len. Eine neue Stadt­füh­rung, ent­wi­ckelt unter dem Dach des 1200-jäh­ri­gen Stadt­ju­bi­lä­ums, wird sich dar­um küm­mern und den Fokus auf die letz­ten Gun­zen­häu­ser Ruhe­stät­ten rich­ten. Die Pre­mie­re von „Gruft, Grab, Gar­ten“ wird am Sonn­tag, den 17. Sep­tem­ber 2023, um 17 Uhr gefei­ert. Ver­pas­sen Sie das nicht!

Die Fried­hö­fe in der Wein­berg­stra­ße und in der Son­nen­stra­ße kennt ver­mut­lich jeder, beim Jüdi­schen Fried­hof in der Leon­hards­ruh­stra­ße sieht es da schon anders aus. Eine nicht mehr genutz­te letz­te Ruhe­stät­te ver­liert bald an Bedeu­tung, Erin­ne­run­gen an die­se Orte lie­fern dann manch­mal nur noch Gedenk­ta­feln oder künst­le­risch gestal­te­te Epi­ta­phe an Gebäu­de­wän­den. In Gun­zen­hau­sen rei­chen die Erkennt­nis­se ums Ster­ben bis in die Hall­statt­pe­ri­ode zurück. Ein römi­sches Grä­ber­feld am heu­ti­gen Kir­chen­platz ver­weist bei­spiels­wei­se auf eine flo­rie­ren­de Zivil­sied­lung. Ers­te Hin­wei­se lie­fer­te dies­be­züg­lich frei­lich ein­mal mehr der bekann­te Hei­mat­for­scher Dr. Hein­rich Eidam Anfang des 20. Jahr­hun­derts, gefun­den hat er am glei­chen Ort aber nicht nur römi­sche Spu­ren, son­dern auch Grab­bei­ga­ben, die wohl aus dem 7. Jahr­hun­dert stam­men. Und so ent­wi­ckelt sich Geschich­te, die Men­schen­le­ben zie­hen im Fluss vor­bei. In der Alt­mühl­stadt bekom­men wir vie­le Hin­wei­se aufs Ster­ben, u.a. durch kost­ba­re Grab­plat­ten, so u.a. in der Evan­ge­li­schen Stadt­kir­che oder im idyl­li­schen Gar­ten nahe des heu­ti­gen Ärz­te­hau­ses.

Im Rah­men der rund 75-minü­ti­gen Tour wird sich Stadt­füh­re­rin Karl Elt­erlein inten­siv mit der The­ma­tik beschäf­ti­gen und auch die ein oder ande­re Anek­do­te sowie Geschich­te zum Gezeig­ten erzäh­len. Gemein­sam mit dem Stadt­ar­chi­va­ren Wer­ner Mühl­h­äu­ßer hat sich die Ur-Gun­zen­häu­se­rin inten­siv mit der Ster­be- und Fried­hofs­ge­schich­te befasst. Die Anmel­dung zur Stadt­füh­rung „Gruft, Grab, Gar­ten“ erfolgt über die Tou­rist Infor­ma­ti­on der Stadt Gun­zen­hau­sen in der Rat­haus­stra­ße 12 (Tel.: 09831/508 300). Der Preis pro Per­son beträgt 5,50 Euro.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen zur Tour und zu den wei­te­ren Stadt­füh­run­gen in Gun­zen­hau­sen erhal­ten Sie auf der Inter­net­sei­te www.gunzenhausen.info.

Bild­un­ter­schrift: Stadt­füh­re­rin Karin Elt­erlein und Stadt­ar­chi­var Wer­ner Mühl­h­äu­ßer vor Grab­stei­nen im ehe­ma­li­gen Stadt­gar­ten.. Foto: Stadt Gun­zen­hau­sen