Selbstbewusste bunte Bilder — Heidis heile Welt
Pappenheim — In der Städtischen Galerie in Pappenheim finden immer wieder Ausstellungen der unterschiedlichsten Kunstrichtungen statt. Uschi Kreißl, die Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins, hat bei der jüngsten Vernissage am Sonntag, 20. September, erläutert, dass der Verein damit dem geschätzten Publikum zeigen möchte, welche Vielfalt von Kunstrichtungen oder Kunstvorstellungen es gibt, von der abstrakten Richtung über realistische Malerei, zu Performances und Installationen etc. Die Einordnung, ob sie gefällt oder nicht, bleibt jedem selber überlassen.
Seit Sonntag stellt nun die Bieswangerin – keine Pappenheimerin!, wie sie selber anmerkt – Heidi Fesl aus. Deren exakt gemalte Bilder vermitteln auf den ersten und zweiten Blick korrekte Kopien der Wirklichkeit. Das verwundert auch nicht, wenn man weiß, woher sie ihre Anregungen genommen hat, nämlich vom dem bekannten Pappenheimer Künstler Heinrich Mangold, dem ja ursächlich das Entstehen der Städtischen Galerie in Pappenheim zu verdanken ist. Seit ihrer Kindheit hat Heidi Fesl gemalt und hat in ihrem Beruf im Marketingbereich „ihre Kreativität ausleben können“, wie sie selber sagt. Schon 2007 hatte sie hier in Pappenheim eine Ausstellung, damals mit Landschaften und Ortsbildern. Jahrelang hatte sie dann eine Malpause eingelegt, aber 2020 ließ sie sich durch eine Ausstellung der Malschule Mantel in Weißenburg erneut inspirieren und malt seitdem besonders gerne Motive mit Tieren und „wohlgenährten Frauen“, wie sie sie selber ironisch nennt – nur noch in Öl. Diese Farbtechnik mit ihrem kräftigen Grundton liebt sie seitdem besonders, sie „mag’s gern bunt und gegenständlich“. Schaut man sich ihre Bilder länger an – also auf den „dritten Blick“, merken die Betrachtenden, dass sie mehr sein wollen als nur ein „Abklatsch“ der Wirklichkeit.
Christa Seuberth, die die Künstlerin zur Eröffnung nach ihrer Kunst befragt hatte, erkennt in ihren Bildern daher ein Stück Humor, ein Augenzwinkern, eine gewisse Hintersinnigkeit. Heidi Fesl sieht sich selber nicht als realitätsnahe Malerin, denn dann müsste sie auch das Negative mitnehmen, sie möchte das Schöne festhalten, „das Grausame in der Welt muss sie nicht auch noch darstellen“, wie sie im Interview bekennt. Ihre Tiere können nicht bös schauen, sie tragen ein Lächeln im Kopf. Auch wenn sie weiß, dass sie dann niedlich wirken, sie bringt sie einfach nicht anders auf die Leinwand oder das Papier, sie muss bunt und fröhlich malen, wie sie in ihrer charmanten Art den zahlreich erschienenen Gästen zur Ausstellungseröffnung offenherzig erzählte. Man spürt, wie sehr ihre bunten freundlichen Bilder untrennbar mit ihrer Grundhaltung zum Leben verbunden sind – offenherzig, bunt, frei und persönlich. Nach der freundlichen Begrüßung durch Bürgermeister Florian Gallus intonierten passend zu dieser optimistischen Stimmung Christine Köhnlein und Andreas Müller flotte Stücke mit Klavier und Klarinette an diesem Sonntagvormittag zur Freude der Gäste.
Städtische Galerie, An der Stadtmühle 1, Zugang von der Klosterstraße aus geöffnet jeden Sonn- und Feiertag von 14 bis 17 Uhr bis einschließlich 8. November 2026, Eintritt frei.
Bildunterschrift: Bürgermeister Florian Gallus mit der Künstlerin Heidi Fesl vor dem Bild “Allee”. Foto: Städtische Galerie


