Heidi Fesl in der Städtischen Galerie Pappenheim

von | 24. September 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Selbst­be­wuss­te bun­te Bil­der — Hei­dis hei­le Welt

Pap­pen­heim — In der Städ­ti­schen Gale­rie in Pap­pen­heim fin­den immer wie­der Aus­stel­lun­gen der unter­schied­lichs­ten Kunst­rich­tun­gen statt. Uschi Kreißl, die Vor­sit­zen­de des Kunst- und Kul­tur­ver­eins, hat bei der jüngs­ten Ver­nis­sa­ge am Sonn­tag, 20. Sep­tem­ber, erläu­tert, dass der Ver­ein damit dem geschätz­ten Publi­kum zei­gen möch­te, wel­che Viel­falt von Kunst­rich­tun­gen oder Kunst­vor­stel­lun­gen es gibt, von der abs­trak­ten Rich­tung über rea­lis­ti­sche Male­rei, zu Per­for­man­ces und Instal­la­tio­nen etc. Die Ein­ord­nung, ob sie gefällt oder nicht, bleibt jedem sel­ber über­las­sen.

Seit Sonn­tag stellt nun die Bies­wan­ge­rin – kei­ne Pap­pen­hei­me­rin!, wie sie sel­ber anmerkt – Hei­di Fesl aus. Deren exakt gemal­te Bil­der ver­mit­teln auf den ers­ten und zwei­ten Blick kor­rek­te Kopien der Wirk­lich­keit. Das ver­wun­dert auch nicht, wenn man weiß, woher sie ihre Anre­gun­gen genom­men hat, näm­lich vom dem bekann­ten Pap­pen­hei­mer Künst­ler Hein­rich Man­gold, dem ja ursäch­lich das Ent­ste­hen der Städ­ti­schen Gale­rie in Pap­pen­heim zu ver­dan­ken ist. Seit ihrer Kind­heit hat Hei­di Fesl gemalt und hat in ihrem Beruf im Mar­ke­ting­be­reich „ihre Krea­ti­vi­tät aus­le­ben kön­nen“, wie sie sel­ber sagt. Schon 2007 hat­te sie hier in Pap­pen­heim eine Aus­stel­lung, damals mit Land­schaf­ten und Orts­bil­dern. Jah­re­lang hat­te sie dann eine Mal­pau­se ein­ge­legt, aber 2020 ließ sie sich durch eine Aus­stel­lung der Mal­schu­le Man­tel in Wei­ßen­burg erneut inspi­rie­ren und malt seit­dem beson­ders ger­ne Moti­ve mit Tie­ren und „wohl­ge­nähr­ten Frau­en“, wie sie sie sel­ber iro­nisch nennt – nur noch in Öl. Die­se Farb­tech­nik mit ihrem kräf­ti­gen Grund­ton liebt sie seit­dem beson­ders, sie „mag’s gern bunt und gegen­ständ­lich“. Schaut man sich ihre Bil­der län­ger an – also auf den „drit­ten Blick“, mer­ken die Betrach­ten­den, dass sie mehr sein wol­len als nur ein „Abklatsch“ der Wirk­lich­keit.

Chris­ta Seu­berth, die die Künst­le­rin zur Eröff­nung nach ihrer Kunst befragt hat­te, erkennt in ihren Bil­dern daher ein Stück Humor, ein Augen­zwin­kern, eine gewis­se Hin­ter­sin­nig­keit. Hei­di Fesl sieht sich sel­ber nicht als rea­li­täts­na­he Male­rin, denn dann müss­te sie auch das Nega­ti­ve mit­neh­men, sie möch­te das Schö­ne fest­hal­ten, „das Grau­sa­me in der Welt muss sie nicht auch noch dar­stel­len“, wie sie im Inter­view bekennt. Ihre Tie­re kön­nen nicht bös schau­en, sie tra­gen ein Lächeln im Kopf. Auch wenn sie weiß, dass sie dann nied­lich wir­ken, sie bringt sie ein­fach nicht anders auf die Lein­wand oder das Papier, sie muss bunt und fröh­lich malen, wie sie in ihrer char­man­ten Art den zahl­reich erschie­ne­nen Gäs­ten zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung offen­her­zig erzähl­te. Man spürt, wie sehr ihre bun­ten freund­li­chen Bil­der untrenn­bar mit ihrer Grund­hal­tung zum Leben ver­bun­den sind – offen­her­zig, bunt, frei und per­sön­lich. Nach der freund­li­chen Begrü­ßung durch Bür­ger­meis­ter Flo­ri­an Gal­lus into­nier­ten pas­send zu die­ser opti­mis­ti­schen Stim­mung Chris­ti­ne Köhn­lein und Andre­as Mül­ler flot­te Stü­cke mit Kla­vier und Kla­ri­net­te an die­sem Sonn­tag­vor­mit­tag zur Freu­de der Gäs­te.

Städ­ti­sche Gale­rie, An der Stadt­müh­le 1, Zugang von der Klos­ter­stra­ße aus geöff­net jeden Sonn- und Fei­er­tag von 14 bis 17 Uhr bis ein­schließ­lich 8. Novem­ber 2026, Ein­tritt frei.

Bild­un­ter­schrift: Bür­ger­meis­ter Flo­ri­an Gal­lus mit der Künst­le­rin Hei­di Fesl vor dem Bild “Allee”. Foto: Städ­ti­sche Gale­rie