Herrenchiemsee Festspiele im Juli 2023 

von | 24. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Unter dem Mot­to „Der Welt ent­rückt“ fin­den mit ins­ge­samt drei­zehn Kon­zert­auf­füh­run­gen vom 18. ‑30. Juli 2023 unter der Lei­tung des Inten­dan­ten Josef Krö­ner die dies­jäh­ri­gen Her­ren­chiem­see Fest­spie­le statt. Als Schirm­herr fun­gie­ren Sei­ne König­li­che Hoheit Her­zog Franz von Bay­ern und Maes­tro Kent Naga­no.

Eine traum­haf­ter See- und Alpen­ku­lis­se sowie mit den Insel­bau­ten einer der wich­tigs­ten kul­tur­his­to­ri­schen Stand­or­te Deutsch­lands und ein wie gewohnt mit höchs­tem künst­le­ri­schem Anspruch zusam­men­ge­stell­tes Kon­zert­pro­gramm geben den Fest­spie­len auf dem Chiem­see das unver­wech­sel­ba­re Pro­fil und ihre Allein­stel­lung als Klas­sik­fes­ti­val-Juwel im jähr­li­chen euro­päi­schen Fes­ti­val­ka­len­der.

Nach der erzwun­ge­nen Pan­de­mie-Pau­se 2020 und 2021 konn­ten die Fest­spie­le im letz­ten Jahr end­lich wie­der statt­fin­den. Mit aus­ge­spro­chen posi­ti­ver Reso­nanz sei­tens des Publi­kums und Pres­se sowie einer Aus­las­tung von über 95 Pro­zent gehör­te der letz­te Som­mer zu den erfolg­reichs­ten in der über 20-jäh­ri­gen Geschich­te der Fest­spie­le.

Renom­mier­te Künst­le­rin­nen und Künst­ler

Auch in die­ser Sai­son kann Inten­dant Josef Krö­ner zahl­rei­che inter­na­tio­nal renom­mier­te Künst­le­rin­nen, Künst­ler und Ensem­bles auf den Inseln im Chiem­see will­kom­men hei­ßen.

Schirm­herr Kent Naga­no wird mit ins­ge­samt vier Kon­zer­ten mit drei unter­schied­li­chen Ensem­bles umfas­send ins dies­jäh­ri­ge Pro­gramm ein­ge­bun­den sein.  Außer der hei­mi­schen Klang­Ver­wal­tung wer­den die­ses Jahr neben wei­te­ren Klang­kör­pern das Kam­mer­or­ches­ter Basel, Con­cer­to Köln, das Kam­mer­or­ches­ter Mün­chen und die Hof­ka­pel­le Mün­chen zu Gast sein. Rebek­ka Hart­mann an der Vio­li­ne, der Pia­nist Tobi­as Koch am Ham­mer­flü­gel oder die jun­ge Sopra­nis­tin Niko­la Hil­len­brand sei­en als kon­zer­tie­ren­de Solis­ten stell­ver­tre­tend genannt

Fest­spie­le Eröff­nung im Müns­ter Frau­en­chiem­see

Tra­di­tio­nell fin­den die ers­ten bei­den Kon­zer­te des Fes­ti­val­pro­gramms im Müns­ter Frau­en­chiem­see statt. Erst danach beher­bergt der prunk­vol­le Spie­gel­saal im König­li­chen Schloss Her­ren­chiem­see alle wei­te­ren Auf­füh­run­gen.  Wie im aller­ers­ten Jahr setzt Johann Sebas­ti­an Bach auch dies­mal den ers­ten Ton. So wer­den am 18. Juli die Gabrie­li Sin­gers und das Orches­ter der Klang­Ver­wal­tung mit aus­ge­wähl­ten, the­ma­tisch mit dem Erz­engel Micha­el befass­ten Bach­kan­ta­ten das Eröff­nungs­kon­zert spie­len.

Eben­falls im Müns­ter Frau­en­chiem­see bringt am Tag danach das Vokal­ensem­ble Lau­sch­Werk und die Vio­li­nis­tin Rebek­ka Hart­mann unter der Lei­tung von Kent Naga­no „Mys­te­ri­en der Renais­sance“ zu Gehör. Die Auf­füh­rung umfasst eini­ge der neu tran­skri­bier­ten Meis­ter­wer­ke, die im Chi­gi-Kodex ent­hal­ten sind. Im Mit­tel­punkt steht dabei der Kom­po­nist Johan­nes Ockeg­hem, der mit sei­nen Wer­ken für den könig­li­chen Hof von Frank­reich die Ent­wick­lung von der Hoch-Renais­sance zum Barock maß­geb­lich vor­an­ge­trie­ben hat.

Welt­ge­tö­se

Dra­ma­tur­gisch fußt das Fest­spiel­pro­gramm in sei­nem Mot­to auf den von König Lud­wig II. inspi­rier­ten Begriff „Welt­ge­tö­se“ und lädt den Besu­cher auf eine musi­ka­li­sche Ent­de­ckungs­rei­se durch die diver­sen Epo­chen der Musik und der euro­päi­schen Geschich­te ein.

Die Band­brei­te der ent­de­cke­ri­schen Mög­lich­kei­ten ist hier­bei weit gesetzt. Der Weg wan­delt ent­lang eines Vir­tuo­sen in Ita­li­en und Böh­men beti­tel­ten Kon­zert­abends am 20. Juli über die, Vival­dis Wer­ke auf­grei­fen­de Auf­füh­rung La Tem­pes­ta Di Mare (23. Juli) hin zu Hän­dels Die Ele­men­te (24. Juli) bis zum   Kon­zert Euro­pas Wege, das Wer­ke von Tele­mann und Mozart (29. Juli).

Joseph Haydn

Ein zwei­ter Schwer­punkt des Pro­gramms 2023 ist dem Werk Joseph Haydns gewid­met, der nicht nur als bedeu­ten­der Ver­tre­ter der Wie­ner Klas­sik gilt. Wohl kein ande­rer Kom­po­nist vor oder nach ihm hat die abend­län­di­sche Musik tief­grei­fen­der ver­än­dert, beson­ders auch durch sein Wir­ken als euro­päi­scher Kos­mo­po­lit.

Mit dem Kon­zert für Vio­lon­cel­lo und Orches­ter Nr.1 (Sturm und Drang-Kon­zert­abend am 21. Juli) der Abschieds­sym­pho­nie (25. Juli), der Schöp­fung (28.Juli) und als Abschluss­kon­zert der Fest­spie­le einer Sin­fo­nia Con­cer­tan­te (Sin­fo­nie Nr. 105 in B‑Dur) am 30. Juli wird dem wei­ten Schaf­fens­spek­trum Haydns groß­zü­gig Raum gege­ben.

Der Welt ent­rückt – die Fest­spie­le als atmo­sphä­ri­sches Gesamt­pa­ket

Ein Besuch der Her­ren­chiem­see Fest­spie­le stellt wohl für jeden Zuschau­er ein her­aus­ra­gen­des atmo­sphä­ri­sches Gesamt­ereig­nis dar. Die­ses beginnt bereits mit der, die Ruhe und Ent­fer­nung vom All­tag direkt erleb­bar machen­den Schiffs­tra­ver­se über den Chiem­see.

Die Aus­sicht auf die traum­haf­te Land­schaft auf und um den See, sowie der demü­tig machen­de Blick auf die Alpen­ku­lis­se stimmt dar­über hin­aus ein auf das geball­te Schö­ne, was der Gast dann wenig spä­ter im Kon­zert im Müns­ter oder im Spie­gel­saal erwar­tet.

Die Ver­an­stal­ter haben alles getan, damit der Gast sofort ab Ankunft sowohl eine rei­bungs­lo­se See­pas­sa­ge hat und dann auf der Insel wei­te­ren Kom­fort genie­ßen kann.

Der Ser­vice beginnt beim frei­en Par­ken in Prien, der kos­ten­lo­sen Über­fahrt auf die jewei­li­ge Kon­zert­in­sel, den Shut­tle­mög­lich­kei­ten für geh­be­hin­der­te und mobil ein­ge­schränk­te Per­so­nen, den kos­ten­lo­sen Ein­füh­rungs­vor­trä­gem oder den ver­güns­tig­ten Schloss­füh­run­gen, die der Besu­cher auf Wunsch dazu­bu­chen kann.

Der Gast mit Ein­tritts­kar­te zum Kon­zert soll sich wohl­füh­len und sich ohne gro­ße Ablen­kung auf den bevor­ste­hen­den Kon­zert­ge­nuss ein­stel­len kön­nen.

Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm, Ser­vice, Hin­ter­grund unter: www.herrenchiemsee-festpiele.de   www.muenchenmusik.de

Foto: Mün­chen Musik