Hohe Dynamik am Arbeitsmarkt

von | 7. August 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Arbeits­lo­sig­keit steigt mode­rat. Zugleich fin­den mehr Per­so­nen eine neue Stel­le als im Juli der Vor­jah­re

Daten im Über­blick

Arbeits­lo­sen­zahl im Juli: +314 zu Vor­mo­nat (4,3 Pro­zent) auf 7.615

Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich: + 480 (+6,7 Pro­zent)

Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: +0,1 auf 2,9 Pro­zent

Arbeits­lo­sen­quo­te im Vor­jahr: 2,7 Pro­zent

(red). Wie jedes Jahr nahm die Arbeits­lo­sig­keit im Juli zu. Die Stei­ge­rung zum Vor­mo­nat fällt heu­er mit 4,3 Pro­zent etwas stär­ker aus als letz­tes Jahr, als sie 3,0 Pro­zent betrug. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten liegt 6,7 Pro­zent höher als im Vor­jahr. Erst­mals steigt die Dif­fe­renz zum Vor­jahr wie­der etwas an. Vor­her ging sie von 10,2 Pro­zent im Janu­ar auf bis zu 5,4 Pro­zent im Juni kon­ti­nu­ier­lich zurück.

Zugleich weist der Arbeits­markt in Regi­on eine hohe Dyna­mik auf. So fan­den im Juli mit 773 Per­so­nen 170 mehr als im Vor­mo­nat eine neue Arbeits­stel­le. „Das ist bemer­kens­wert, weil in den letz­ten vier Jah­ren der Abgang in Erwerbs­tä­tig­keit im Juli immer gerin­ger aus­ge­fal­len ist als im Vor­mo­nat. Ein Umstand, der posi­tiv stimmt, zeigt er doch, dass der Arbeits­markt trotz der wei­ter­hin schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Lage wei­ter­hin auf­nah­me­fä­hig ist“, zeigt sich Wolf­gang Lan­ger, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer der Agen­tur für Arbeit Ans­bach-Wei­ßen­burg opti­mis­tisch.

Pri­mä­re Ursa­che für die Zunah­me der Arbeits­lo­sig­keit im Juli ist, dass sich zum Ende des Schul- und Aus­bil­dungs­jah­res jun­ge Men­schen arbeits­los mel­den. So geht über die Hälf­te des Anstiegs der Arbeits­lo­sig­keit im Ver­gleich zum Vor­mo­nat auf Per­so­nen unter 25 Jah­ren zurück.

„Auch wenn es sich hier­bei um eine für die Jah­res­zeit nor­ma­le Ent­wick­lung han­delt, die in den Vor­jah­ren bis­wei­len sogar noch stär­ker aus­ge­fal­len ist, gilt arbeits­los gemel­de­ten unter 25 Jah­ren unse­re beson­de­re Auf­merk­sam­keit. Denn kein Jugend­li­cher darf ver­lo­ren gehen. Des­halb unter­stüt­zen wir die­se jun­gen Men­schen inten­siv dabei, ein sta­bi­les Fun­da­ment für ihre beruf­li­che Zukunft zu legen“, erklärt Lan­ger.

Noch vie­le freie Aus­bil­dungs­stel­len – gute Chan­cen für Bewerber*innen

Die Chan­cen für jun­gen Men­schen am Aus­bil­dungs­markt sind jeden­falls gut, zumal es mehr Aus­bil­dungs­stel­len als Bewerber*innen gibt. So waren im Juli 2.849 Bewerber*innen bei der Berufs­be­ra­tung und 4.103 Aus­bil­dungs­stel­len beim Arbeit­ge­ber-Ser­vice gemel­det. Rech­ne­risch kam ein*e Bewerber*in auf rund 1,4 Aus­bil­dungs­stel­len. Im Vor­jahr lag das Ver­hält­nis bei 1,5.

Im Ver­gleich zum Vor­jahr waren im Juli 25 Bewerber*innen mehr gemel­det. 768 Bewerber*innen und damit rund 27 Pro­zent sind noch unver­sorgt, also noch ohne Aus­bil­dungs­platz. Im Jahr zuvor waren es zu die­sem Zeit­punkt 24 Pro­zent.

Aus­bil­dungs­stel­len waren im Juli 264 weni­ger gemel­det als im Vor­jahr. 1.985 also 48 Pro­zent waren noch unbe­setzt. Vor einem Jahr waren es nahe­zu genau­so vie­le.

„Eine Berufs­aus­bil­dung ist ein guter Start ins Berufs­le­ben und bie­tet her­vor­ra­gen­de Aus­sich­ten. Auch jetzt haben Spät­ent­schlos­se­ne noch die Chan­ce auf einen Aus­bil­dungs­platz. Wer im Herbst eine Aus­bil­dung begin­nen möch­te, soll­te sich umge­hend an unse­re Berufs­be­ra­tung wen­den“, appel­liert Wolf­gang Lan­ger. „Auf der ande­ren Sei­te bera­ten und unter­stüt­zen wir ger­ne Aus­bil­dungs­be­trie­be, die auch schwä­che­ren oder älte­ren Bewerber*innen eine Chan­ce geben“, so Lan­ger.

Beruf­li­che Bil­dung lohnt sich immer

Beruf­li­che Bil­dung lohnt sich immer und stei­gert die Chan­cen auf dem Arbeits­markt. Zum Bei­spiel ste­hen den 3.319 Per­so­nen ohne Berufs­aus­bil­dung, die im Juli arbeits­los gemel­det waren gera­de ein­mal 1.289 gemel­de­te Stel­len auf Hel­fer­ni­veau zur Ver­fü­gung.

„Um die­ser Dis­kre­panz zu begeg­nen, und die Chan­cen von arbeits­los gemel­de­ten Men­schen am Arbeits­markt zu erhö­hen, för­dern wir bereits seit lan­gem deren beruf­li­che Wei­ter­bil­dung“, erläu­tert Wolf­gang Lan­ger.

Weni­ger neu gemel­de­te Stel­len als im Vor­mo­nat

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­tern 893 neue Stel­len im Lau­fe des Monats. Das sind 70 bzw. 7,3 Pro­zent weni­ger als im Vor­mo­nat und 180 bzw. 16,8 Pro­zent weni­ger als im Vor­jahr.

Der größ­te Anteil an neu gemel­de­ten Stel­len kam mit 161 aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be. Danach folgt die Arbeit­neh­mer­über­las­sung mit 145 neu­en Stel­len, aus dem Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen wur­den 111, aus dem Groß- und Ein­zel­han­del 108 und aus der öffent­li­che Ver­wal­tung 70 Stel­len neu gemel­det. Das Bau­ge­wer­be mel­de­te 46 und das Gast­ge­wer­be 39 neue Stel­len.

Offe­ne Stel­len vor allem für Beru­fe in der Fer­ti­gung

Die Arbeitgeber*innen boten 1.788 offe­ne Stel­len für Arbeitnehmer*innen mit Beru­fen in der Fer­ti­gung an. Das sind 38 mehr als im Vor­mo­nat. 615 Stel­len und damit 22 mehr als im Vor­mo­nat wur­den für Per­so­nen mit Gesund­heits­be­ru­fen ange­bo­ten und 598 für Arbeitnehmer*innen mit Bau- und Aus­bau­be­ru­fen, 19 weni­ger als im Vor­mo­nat.

Dem­ge­gen­über stan­den 1.367 arbeits­los gemel­de­te Per­so­nen mit einem Ziel­be­ruf in der Fer­ti­gung. Das sind 53 mehr als im Vor­mo­nat. Zudem such­ten 1.092 Per­so­nen im Seg­ment der Ver­kehr- und Logis­tik­be­ru­fe wie zum Bei­spiel Lagerarbeiter*innen, 16 mehr als im Vor­mo­nat, eine Stel­le. Außer­dem waren 773 Per­so­nen im Seg­ment der Han­dels­be­ru­fe auf der Suche nach einer Arbeits­stel­le und damit 42 mehr als im Vor­mo­nat

Setzt man die Zahl arbeits­los gemel­de­ter Per­so­nen und die gemel­de­ten Stel­len ent­spre­chend der Beru­fe in Rela­ti­on, gab es im Seg­ment der Sicher­heits­be­ru­fe wie zum Bei­spiel Security-Mitarbeiter*innen 7,4 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le, bei den Rei­ni­gungs­be­ru­fen 4,2, bei den Beru­fen in Unter­neh­mens­füh­rung und ‑orga­ni­sa­ti­on wie zum Bei­spiel Tätig­kei­ten in Büro und Sekre­ta­ri­at 2,8. Auf der ande­ren Sei­te gab es im Seg­ment der Gesund­heits­be­ru­fe 0,5 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le, 0,7 bei den Bau- und Aus­bau­be­ru­fen genau­so wie bei den unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Dienst­leis­tungs­be­ru­fen wie zum Bei­spiel Beru­fe in der Finanz­dienst­leis­tung, im Rech­nungs­we­sen und der Steu­er­be­ra­tung sowie in Recht und Ver­wal­tung. 0,8 Arbeits­lo­se je gemel­de­ter Arbeits­stel­le gab es bei den Beru­fen in der Fer­ti­gung.

„Hier wird der Arbeits- und Fach­kräf­te­man­gel sicht­bar, dem wir durch die ent­spre­chen­de Bera­tung und För­de­rung von Umschu­lun­gen und der Wei­ter­bil­dung Beschäf­tig­ter begeg­nen, in den Berei­chen, in denen der Bedarf besteht“, erör­tert Wolf­gang Lan­ger.

Stadt und Land­krei­se

Der Arbeits­markt im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen waren im Juli 1.848 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 45 mehr als im Vor­mo­nat und 81 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 54 auf 206. Das sind 41 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen liegt bei 3,4 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punkt über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,1 Pro­zent­punkt über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 170 neue Stel­len, das sind 50 mehr als vor einem Monat und 33 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt in der Stadt Ans­bach

In der Stadt Ans­bach waren im Juli 1.077 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 62 mehr als im Vor­mo­nat und 44 weni­ger als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 25 auf 112. Das sind nahe­zu genau­so vie­le wie im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te in der Stadt Ans­bach liegt bei 4,5 Pro­zent, 0,3 Pro­zent­punk­te über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te unter dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 161 neue Stel­len, das sind 63 weni­ger als vor einem Monat und sie­ben mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Ans­bach

Im Land­kreis Ans­bach waren im Juli 2.963 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 136 mehr als im Vor­mo­nat und 296 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 62 auf 317. Das sind 47 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Land­kreis Ans­bach liegt bei 2,7 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punkt über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,3 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem Arbeit­ge­ber-Ser­vice im Juli 334 neue Stel­len, das sind 53 weni­ger als vor einem Monat und 77 weni­ger als vor einem Jahr.

Der Arbeits­markt im Land­kreis Roth

Im Land­kreis Roth waren im Juli 1.727 Men­schen arbeits­los gemel­det. Das sind 71 mehr als im Vor­mo­nat und 147 mehr als im Vor­jahr. Die Zahl der arbeits­los gemel­de­ten Jugend­li­chen bis 25 Jah­re stieg im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 34 auf 216. Das sind 43 mehr als im Vor­jahr.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te im Roth liegt bei 2,3 Pro­zent, 0,1 Pro­zent­punkt über dem Wert des Vor­mo­nats und 0,2 Pro­zent­punk­te über dem des Vor­jah­res.

Die Arbeitgeber*innen mel­de­ten dem gemein­sa­men Arbeit­ge­ber-Ser­vice von Arbeits­agen­tur und Job­cen­ter im Juli 228 neue Stel­len, das sind vier weni­ger als vor einem Monat und 77 weni­ger als vor einem Jahr.

Foto: Bri­git­te Dorr