In der Stadt- und Schulbücherei finden sich mehr als 200 Titel von Autorinnen und Autoren aus der Altmühlstadt oder deren Umfeld

von | 6. September 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Gun­zen­hau­sen (red). Wenn Autorin­nen und Autoren aus unse­rem Land­kreis und der umlie­gen­den Regi­on gesucht wer­den, dann fal­len eini­ge bekann­te Namen: Am erfolg­reichs­ten dürf­ten der­zeit Mar­ti­na Bog­dahn mit ihrem Debüt­ro­man „Müh­len­som­mer“ und der Wei­ßen­bur­ger Jour­na­list und Sach­buch-Autor Uwe Rit­zer sein. Dann fol­gen Anja Sta­por und Melis­sa C. Hill, die gemein­sam die erfolg­rei­chen Jugend­ro­ma­ne „Lupus Noc­tis“ und „Tris­tan Mor­ta­lis“ geschrie­ben haben. Anja Sta­por ver­öf­fent­licht zudem unter ihrem Mäd­chen­na­men Mäde­rer Regio­nal­kri­mis mit Schau­platz in Würz­burg. In Gun­zen­hau­sen auf­ge­wach­sen und heu­te in Ber­lin lebend, zählt auch Tho­mas Medi­cus zu den erfolg­rei­chen Autoren, die es regel­mä­ßig in die Best­sel­ler­lis­ten schaf­fen.

Doch das sind längst nicht alle Lokal­ma­ta­do­ren! Ulri­ke Engel­hardt und Jür­gen Huber vom Team der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen haben nach in der Regi­on gebo­re­nen oder heu­te in der Regi­on leben­den Autorin­nen und Autoren gesucht und unter dem Such­be­griff „Autor:in aus der Regi­on“ 199 Titel gesam­melt. Das ältes­te Werk stammt von dem frü­he­ren Dekan in Pap­pen­heim Karl Stö­ber: „Erzäh­lun­gen aus dem Alt­mühl­ta­le“, ver­fasst im 19. Jahr­hun­dert, das der Treucht­lin­ger Kel­ler-Ver­lag im Jahr 1991 noch­mals auf­ge­legt hat.

Der bekann­te Hei­mat­for­scher und Bezirks­arzt Dr. Hein­rich Eidam ver­öf­fent­lich­te im Jahr 1928 ein geschicht­li­ches Werk über „Deutsch­lands Beset­zung durch die Römer“, in der Stadt- und Schul­bü­che­rei ist noch eines der raren Exem­pla­re vor­han­den.

Mit der Geschich­te in der Regi­on haben sich zahl­rei­che Autorin­nen und Autoren beschäf­tigt. Die meis­ten Titel gibt es sicher­lich vom Gun­zen­häu­ser Stadt­ar­chi­var Wer­ner Mühl­h­äu­ßer, ver­tre­ten sind auch der Autor und Ver­le­ger Dr. Johann Schrenk, die His­to­ri­ke­rin Dia­na Fitz und der frü­he­re Land­rat Georg Rosen­bau­er.

Ein gro­ßer Name ist auch der in Treucht­lin­gen gebo­re­ne Schrift­stel­ler und Lyri­ker Lud­wig Fels, der sich ins­be­son­de­re in den 1970er und 1980er Jah­ren als kan­ti­ger Poet und Ver­tre­ter der Arbei­ter­li­te­ra­tur pro­fi­lier­te. Inter­es­sant für Gun­zen­hau­sen ist das bio­gra­fi­sche Werk „Veil­chen­blu­ten“ der Schrift­stel­le­rin Dag­mar Scherf. Sie kam als Flücht­lings­kind am Ende des Zwei­ten Welt­kriegs nach Gun­zen­hau­sen, erleb­te hier die Bom­ben­an­grif­fe in der Nürn­ber­ger Stra­ße.

In der Spar­te der Rei­se­li­te­ra­tur erfolg­reich sind der Pap­pen­hei­mer Andre­as Hal­ler, der im Micha­el Mül­ler Ver­lag zahl­rei­che Rei­se­füh­rer ver­öf­fent­licht hat. Mar­git und Micha­el Klee­mann aus Ost­heim sind wahr­haf­te Alpen­ken­ner und haben sich in der Spar­te der Wan­der­füh­rer einen Namen gemacht.

Die Lie­bes­ro­ma­ne von Lil­li Lucas, eine gebür­ti­ge Ans­ba­che­rin, sind in der Stadt- und Schul­bü­che­rei sehr gefragt. Ihre roman­ti­schen Lie­bes­paa­re aller­dings haben ihr Herz in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­lo­ren, da kom­men die „Cher­ry Hills“ ins Spiel statt dem Hes­sel­berg… Melis­sa Feue­rer (heu­te Hill) und Jana Por­tas (Anja Sta­por) haben mit „Love always hopes“ und „Pfeif auf den Prin­zen, ich nehm das Alpa­ka“ eben­falls Erfolg mit dem The­ma „Lie­ben und Ver­lie­ben“.

Pro­sa und Lyrik made in Gun­zen­hau­sen gibt es von Sig­rid Mayr-Gru­ber, Chris­ta Mil­ke, Wer­ner Spoerl, Hei­ke Gron­ki, Diet­rich Dann, Elfrie­de Alte­na und Ros­wi­tha Min­namei­er.

Ein gro­ßer Markt, auch für Autorin­nen und Autoren der Regi­on, ist die Spar­te Kri­mi. Bereits erwähnt wur­de Anja Mäde­rer, die in Gun­zen­hau­sen gebo­re­ne und auf­ge­wach­se­ne Schrei­be­rin von Regio­nal­kri­mis mit Schau­platz Würz­burg. „Mord beim Spa­la­tin“ hat der in Spalt leben­de Autor Mar­tin Bur­kert ver­fasst, der auch an einer Bio­gra­fie über den Weg­be­glei­ter Luthers mit­ge­ar­bei­tet hat. In Ans­bach lässt der Wolf­rams-Eschen­ba­cher Horst Prosch sei­nen Kom­mis­sar Ben­de­le erfolg­reich ermit­teln.

In Sachen Mord­er­mitt­lung spie­len die Seen­land-Regi­on und der Raum Ans­bach auch in den Kri­mis von Her­mann Len­nert, Nico­le Ree­se und Nadi­ne Kieß­ling eine Rol­le. Der Wei­ßen­bur­ger Mar­tin Freund hat mit dem Kri­mi „Eine Baga­tel­le“ sei­ne Wahl­hei­mat in einem Kri­mi­nal­ro­man zum Schau­platz gemacht. Hin­ge­gen zieht es die Lese­rin­nen und Leser mit der Markt Berolz­hei­me­rin Alex­an­dra Wal­c­zyc in die Fer­ne: Ihr Eth­no-Thril­ler „Sturm­ge­flüs­ter“ führt ins Land der Sioux, eben­so wie das von ihr ver­fass­te Jugend­buch „Die Gesich­ter der Stei­ne“.

Auch für die Aller­kleins­ten gibt es Regio­na­les: Kürz­lich erst beim renom­mier­ten Ver­lag arsEdi­ti­on erschie­nen ist das Wim­mel-Bil­der­buch „Die gro­ße Tier­zäh­le­rei“ der Gun­zen­häu­ser Illus­tra­to­rin Corin­na Arau­ner. Beliebt bei den Kin­dern sind auch die Bären­ge­schich­ten des an der Fach­aka­de­mie für Sozi­al­päd­ago­gik Hen­solts­hö­he beschäf­tig­ten Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler Sieg­fried Stoll.

Das Büche­rei­team hat im Lau­fe der Recher­chen noch ein zwei­tes „Güte­sie­gel“ für die Regi­on ent­wi­ckelt. Hier sind Schau­plät­ze in der Regi­on gesam­melt, mit der sich ja auch Autorin­nen und Autoren befas­sen, die nicht hier wohn­haft sind. So ent­führt der Autor Robert Storch, des­sen Vater übri­gens in Hei­den­heim auf­ge­wach­sen ist, ins Klos­ter Hei­den­heim. Im 8. Jahr­hun­dert ler­nen sich im Klos­ter die Non­ne Mich­al und Gerold, der ältes­te Sohn des Gra­fen von Hei­den­heim, ken­nen.

Infor­ma­ti­on: Ein Ver­zeich­nis mit allen Autorin­nen und Autoren aus der Regi­on sowie ihre rund 200 Titel zur Aus­lei­he gibt es in der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen, Luit­pold­stra­ße 13, 91710 Gun­zen­hau­sen.

Bild­un­ter­schrift: Ulri­ke Engel­hardt und Jür­gen Huber vom Team der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen haben zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen und Bücher über die Autorin­nen und Autoren in der Regi­on zusam­men­ge­tra­gen. Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Gut­h­mann