Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert 3 Euro höheren Stundenlohn

von | 6. September 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

IG BAU will raus aus dem Nied­rig­lohn für Gebäu­de­rei­ni­ger
Min­des­tens 16,50 Euro pro Stun­de fürs Sau­ber­ma­chen:
180 Rei­ni­gungs­kräf­te im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

(red). Sau­be­rer Lohn für sau­be­re Arbeit: Wer im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen Büros, Schu­len, Arzt­pra­xen oder Alten­hei­me sau­ber hält, der soll dafür schon bald deut­lich mehr Geld im Porte­mon­naie haben. Denn die Stun­den­löh­ne in der Gebäu­de­rei­ni­gung sol­len um 3 Euro stei­gen. Das for­dert die Gebäu­de­rei­ni­ger-Gewerk­schaft IG BAU Mit­tel­fran­ken. Der Min­dest­lohn der Rei­ni­gungs­bran­che wür­de dann auf 16,50 Euro pro Stun­de nach oben gehen. „Das ist der Lohn, den die meis­ten Rei­ni­gungs­kräf­te im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ver­die­nen. Und das muss das neue Lohn-Limit für die har­te Arbeit sein, die die Beschäf­tig­ten in der Gebäu­de­rei­ni­gung leis­ten“, sagt Iris San­to­ro.

Die Vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken rech­net vor: „Am Monats­en­de käme eine Gebäu­de­rei­ni­ge­rin dann auf knapp 2.790 Euro brut­to, wenn sie Voll­zeit arbei­ten kann. Die meis­ten haben aller­dings nur einen Teil­zeit­job. Sie sind an den Tages­rand­zei­ten – früh­mor­gens und spät­abends – im Ein­satz. Also dann, wenn die aller­meis­ten Berufs­tä­ti­gen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen noch schla­fen oder schon ihre Frei­zeit genie­ßen.“ Die Arbeit in der Rei­ni­gungs­bran­che sei „ein Kno­chen­job“. Und der gehe an die Sub­stanz: „Der Job ist kör­per­lich anstren­gend. Und er for­dert vie­len vie­les ab: Es macht nicht immer Spaß, Schul­toi­let­ten sau­ber zu machen“, sagt Iris San­to­ro. Dazu kom­me ein enor­mer Zeit­druck. Und oft sei­en Rei­ni­gungs­kräf­te auch mit belas­ten­den Situa­tio­nen kon­fron­tiert – beim Sau­ber­ma­chen von Kran­ken- oder Pfle­ge­zim­mern zum Bei­spiel.

„Es wird daher höchs­te Zeit, in der Gebäu­de­rei­ni­gung anstän­di­ge Löh­ne zu zah­len. Die Zei­ten, in denen sich eine Gebäu­de­rei­ni­ge­rin brav ans Ende der Lohn­ket­te stellt, sind vor­bei“, macht San­to­ro von der IG BAU Mit­tel­fran­ken klar. Immer­hin hät­ten die meis­ten der rund 180 Beschäf­tig­ten der Gebäu­de­rei­ni­gung im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen – dar­un­ter vie­le Mini-Job­ber – „kei­nen ein­zi­gen Cent an Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie“ bekom­men. Schon des­halb sei jetzt ein „ordent­li­cher Nach­hol­be­darf beim Lohn“ für die Rei­ni­gungs­kräf­te not­wen­dig. Für einen gelern­ten Glas- und Fas­sa­den­rei­ni­ger bedeu­te dies, dass er künf­tig eben­falls 3 Euro mehr und damit 19,70 Euro pro Stun­de ver­die­nen müs­se, so die Gewerk­schaft.

Aber auch der Nach­wuchs im Gebäu­de­rei­ni­ger-Hand­werk soll pro­fi­tie­ren: Für Azu­bis im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr for­dert die IG BAU ein Plus von 150 Euro pro Monat. Die Ver­gü­tung wür­de dann schon zum Aus­bil­dungs­start bei 1.050 Euro lie­gen. Im drit­ten Aus­bil­dungs­jahr sol­len, so die For­de­rung der IG BAU, Azu­bis mit 1.500 Euro pro Monat nach Hau­se gehen. Das wären 300 Euro mehr als heu­te. Die Ver­hand­lun­gen der IG BAU mit dem Bun­des­in­nungs­ver­band des Gebäu­de­rei­ni­ger-Hand­werks gehen in der kom­men­den Woche (Hin­weis f.d. Red.: Mitt­woch, 11. Sep­tem­ber) in die zwei­te Run­de.

Bild­un­ter­schrift: Um die­se Zahl wird gera­de sau­ber „her­um­ge­putzt“: 16,50 Euro. Denn das soll der neue Min­dest­lohn in der Gebäu­de­rei­ni­gung wer­den, for­dert die Gebäu­de­rei­ni­ger-Gewerk­schaft IG BAU. Sie will, dass die Stun­den­löh­ne in allen Lohn­grup­pen der Rei­ni­gungs­bran­che um 3 Euro nach oben gehen. Glas- und Fas­sa­den­rei­ni­ger wür­den dann 19,70 Euro pro Stun­de ver­die­nen. Foto: IG BAU Flo­ri­an Göri­cke