Inklusion und Bergwaldtheater – passt das zusammen?

von | 26. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Inklu­si­on im Berg­wald­thea­ter: Wei­ßen­burg geht neue Wege

Wei­ßen­burg — Wer das Berg­wald­thea­ter im Wei­ßen­bur­ger Stadt­wald kennt, weiß: Der ehe­ma­li­ge Stein­bruch mit sei­ner beein­dru­cken­den Natur­ku­lis­se ist ein ganz beson­de­rer Ver­an­stal­tungs­ort – aber kein ein­fa­cher. Stei­le Wege, natur­be­las­se­ne Flä­chen und die mar­kan­te Topo­gra­fie machen den Reiz des Gelän­des aus, stel­len Ver­an­stal­ter jedoch seit jeher vor Her­aus­for­de­run­gen. Eine voll­stän­di­ge Bar­rie­re­frei­heit ist hier bau­lich weder rea­lis­tisch noch wirt­schaft­lich umsetz­bar.

Gera­de des­halb haben sich der neu gegrün­de­te Inklu­si­ons­bei­rat der Stadt Wei­ßen­burg, die Ver­an­stal­ter des Heim­spiel­fes­ti­vals, die Stadt Wei­ßen­burg sowie Erik Schef­fel gemein­sam gefragt: Wie kann trotz die­ser Vor­aus­set­zun­gen mehr Teil­ha­be ermög­licht
wer­den? Unter­stützt wur­den sie dabei vom Ver­ein Laut­spre­cher e. V. aus dem benach­bar­ten Spalt, der sich seit Jah­ren für inklu­si­ve Kul­tur- und Frei­zeit­an­ge­bo­te in der Regi­on ein­setzt. Ziel war es, prak­ti­ka­ble Lösun­gen zu ent­wi­ckeln, die unter den beson­de­ren Bedin­gun­gen des Berg­wald­thea­ters umsetz­bar sind.

Her­aus­ge­kom­men ist ein kon­kre­ter Maß­nah­men­ka­ta­log, der bereits beim kom­men­den Heim­spiel­fes­ti­val erst­mals erprobt wer­den soll.

Kon­kret geplant sind:

  • Ein befahr­ba­res Podest im Bereich der Haupt­büh­ne, das Roll­stuhl­fah­re­rin­nen und Roll­stuhl­fah­rern eine bes­se­re Sicht auf das Büh­nen­ge­sche­hen ermög­licht.
  • Ein zusätz­li­cher bar­rie­re­frei­er WC-Con­tai­ner.
  • Ein ehren­amt­li­ches Awa­re­ness-Team unter der Orga­ni­sa­ti­on von Laut­spre­cher e. V.
    Die­ses spe­zi­ell geschul­te Team unter­stützt Men­schen mit Geh­be­hin­de­rung bei der Bewä­li­gung der Wege im Gelän­de und beglei­tet Besu­che­rin­nen und Besu­cher mit Seh­ein-schrän­kun­gen zu ihren Plät­zen. Bei Bedarf orga­ni­siert es auch Ver­pfle­gung aus dem Gas­tro­be­reich, wenn die­ser schwer erreich­bar ist. Ergän­zend wird eine „Oase“ ein­ge­rich­tet – ein geschütz­ter Rück­zugs­ort für medi­zi­ni­sche Erst­ver­sor­gung, klei­ne­re Repa­ra­tu­ren am Roll­stuhl oder ein­fach für eine kur­ze Pau­se, wenn das Fes­ti­val­ge­sche­hen zu inten­siv wird.
    Für die Stadt Wei­ßen­burg ist die­ses Pro­jekt ein bewusst gewähl­ter Schritt: Nicht per­fek­te Lösun­gen auf dem Reiß­brett, son­dern prak­ti­ka­ble Ver­bes­se­run­gen vor Ort – gemein­sam mit regio­na­len Part­nern und ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment.
    Das Heim­spiel­fes­ti­val wird damit nicht nur musi­ka­lisch, son­dern auch gesell­schaft­lich ein star­kes Zei­chen set­zen. Das Berg­wald­thea­ter bleibt ein außer­ge­wöhn­li­cher Ort im Wei-ßen­bur­ger Stadt­wald – und soll künf­tig noch mehr Men­schen aus der Regi­on offen­ste­hen.

    Foto: Bri­git­te Dorr