Inklusionstage gegen Barrieren im Kopf: Menschen mit und ohne Behinderung lernen sich kennenlernen

von | 7. Juni 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Frey­ung (red). Viel Pro­gramm am 7. Juni, 19. Juli und 23. August för­dert Begeg­nung und Aus­tausch auf der Lan­des­gar­ten­schau: Frey­ung. Men­schen mit und ohne Behin­de­rung Hand in Hand, in der Mit­te der Gesell­schaft – das bedeu­tet Inklu­si­on. Auch auf der Baye­ri­schen Lan­des­gar­ten­schau in Frey­ung sol­len Bar­rie­ren im Kopf abge­baut wer­den. Auf dem Gey­ers­berg gibt es daher drei Inklu­si­ons­ta­ge mit vie­len Aktio­nen und Infor­ma­tio­nen: 7. Juni, 19. Juli und 23. August.

Das Pro­gramm der drei inte­gra­ti­ven Mitt­wo­che wird von vie­len Ein­rich­tun­gen und Ehren­amt­li­chen auf die Bei­ne gestellt. Um die Koor­di­na­ti­on küm­mert sich Inklu-Net. Das Inklu­si­ons­netz­werk im Land­kreis Frey­ung-Gra­fen­au exis­tiert bereits seit über 10 Jah­ren. „Ein­fach toll, dass es schon von Anfang an so vie­le Mit­wir­ken­de waren, die sich an der Lan­des­gar­ten­schau betei­li­gen möch­ten“, erklärt Mar­tin Wag­ner begeis­tert, einer der Netz­werk-Ver­ant­wort­li­chen. „So konn­ten wir ein viel­fäl­ti­ges und bun­tes Pro­gramm orga­ni­sie­ren.“

Schon im Dezem­ber haben sich die Akteu­re zum ers­ten Mal getrof­fen, nun haben die drei Inklu­si­ons­ta­ge den Fein­schliff bekom­men und es kann los­ge­hen. Ziel des Netz­werks ist es, kei­ne Ver­an­stal­tungs­ta­ge aus­schließ­lich für Men­schen mit Han­di­cap anzu­bie­ten, da die­se sonst wie­der unter sich sind. Viel­mehr sol­len die­se beson­de­ren Men­schen mit Lan­des­gar­ten­schau­be­su­chern ohne Behin­de­rung ins Gespräch kom­men.

Heu­te star­tet der ers­te von drei Inklu­si­ons­ta­gen, das Pro­gramm dau­ert an jedem der Mitt­wo­che jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr. Am Stand der Wohn­ge­mein­schaft Haus Kreuz­berg gibt es ver­schie­de­ne Sta­tio­nen der Sin­ne und es wird ein Rie­sen-Man­da­la aus Natur­ma­te­ria­li­en gestal­tet. Die ergän­zen­de unab­hän­gi­ge Teil­ha­be­be­ra­tung (EUTB) im Kreis-Cari­tas­ver­band betei­ligt sich mit einem Info­stand. Gäs­te kön­nen sich über das neue Bera­tungs­an­ge­bot infor­mie­ren, das für Men­schen mit (dro­hen­der) Behin­de­rung und deren Ange­hö­ri­ge seit Anfang des Jah­res im Land­kreis Frey­ung-Gra­fen­au besteht. Mit einem Anzug, der mit Gewich­ten beschwert ist, erlebt man am eige­nen Leib, wie schwie­rig Bewe­gun­gen sind, wenn man ein­ge­schränkt ist.

An allen drei Tagen gibt es einen gro­ßen Roll­stuhl­par­cours, bei dem jeder aus­pro­bie­ren kann, wie es sich anfühlt, einen Roll­stuhl berg­auf und auf ver­schie­de­nen Unter­grün­den zu bewe­gen. Da sind Geschick und Aus­dau­er gefragt. Den Par­cours betreu­en am 7. Juni der Kreis­ju­gend­ring, am 19. Juli die Mal­te­ser und am 23. August eini­ge kom­mu­na­le Beauf­trag­te für Men­schen mit Han­di­cap.

Beim Juni-Inklu­si­ons­tag ist auch der Blin­den­bund ver­tre­ten, der Simu­la­ti­ons­bril­len mit­bringt. So kann jeder erle­ben, wie es ist, plötz­lich nichts mehr zu sehen. Die Dow­ny-Grup­pe (Grup­pe für Men­schen mit Down-Syn­drom) bas­telt mit den Besu­chern Saat­bom­ben. Die­se Kugeln aus Erde und Lehm mit Saat­gut kann man auf eine Wie­se wer­fen und damit blü­hen­des Leben erzeu­gen.

Am 19. Juli sind die Wolf­stei­ner Werk­stät­ten auf der Lan­des­gar­ten­schau ver­tre­ten. Die Holz-Abtei­lung gewährt Ein­bli­cke in die Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fe der Ein­rich­tung und so wer­den bun­te Tul­pen pro­du­ziert. Ein Krea­tiv­stand von Don-Bosco-Schu­le und Lebens­hil­fe-Tages­stät­te lädt zum Bas­teln ein. Außer­dem gibt es Füh­run­gen in Gebär­den­spra­che. Das Cari­tas-För­der­zen­trum und die Cari­tas-Schu­le wer­den mit einem Gebär­den­lied und einem Tanz mit­rei­ßen.

Fröh­lich getanzt wird auch mit der Offe­nen Behin­der­ten­ar­beit der Lebens­hil­fe gemein­sam mit der Tanz­grup­pe „Skill2Dance“ aus Rin­ge­lai am 23. August. Wer lie­ber selbst etwas gestal­ten möch­te, kann Blu­men­töp­fe bepflan­zen – zusam­men mit Bewoh­nern und Ver­ant­wort­li­chen der Cari­tas-Wohn­hei­me St. Fran­zis­kus, St. Chia­ra und St. Eli­sa­beth.

Zudem gibt es im August noch ein­mal eine Neu­auf­la­ge der meis­ten Pro­gramm­punk­te für alle, die es bei den ers­ten bei­den Ter­mi­nen noch nicht zum Inklu­si­ons­tag geschafft haben. Mar­tin Wag­ner freut sich rie­sig, dass so vie­le Mit­wir­ken­de ihre Ideen ein­ge­bracht haben: „Ich hof­fe, dass die Aktio­nen dazu bei­tra­gen, Berüh­rungs­ängs­te abzu­bau­en und die brei­te Bevöl­ke­rung mit dem The­ma Inklu­si­on in Ver­bin­dung kommt.“

Bild­un­ter­schrift: Das Vor­be­rei­tungs­team freut sich auf die Inklu­si­ons­ta­ge auf der Lan­des­gar­ten­schau, (h.v.l.) Chris­toph Fuchs (Mal­te­ser), Andre­as Man­they (Wolf­stei­ner Werk­stät­ten), Lisa Göttl (Kreis­ju­gend­ring), Ste­fa­nie Diet­rich und Sil­via Geis (Dow­ny-Grup­pe), Josef Geis (Behin­der­ten­be­auf­trag­ter Frey­ung), (v.v.l.) Gerald Wag­ner (Blin­den­bund), Mar­tin Wag­ner (Inklu­n­et), Dani­el Pau­li (Heil­päd­ago­gi­sche Tages­stät­te Cari­tas), Clau­dia Grims­mann (EUTB), Lisa Tie­fen­böck (Lebens­hil­fe, Inklu­n­et). Foto: Frey­ung 2023 gGmbH