Job-Perspektiven für junge Menschen im Kreis Weißenburg-Gunzenhausen

von | 29. Juni 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Pleinfeld, Treuchtlingen, Weißenburg

Gewerk­schaft NGG: „In Schu­len gehört das Wort ‚Tarif­lohn‘ ins Voka­bel­heft“
Vom Job her „süß & lecker“: Im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen pro­du­zie­ren 840 Beschäf­tig­te Nah­rungs­mit­tel

Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen (red). Der Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen kann lecker und macht satt: Ins­ge­samt 43 Betrie­be mit immer­hin rund 840 Beschäf­tig­ten im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen pro­du­zie­ren Nah­rungs­mit­tel. Dazu kom­men noch ein­mal 8 Unter­neh­men, die Geträn­ke her­stel­len. Dar­auf hat die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten hin­ge­wie­sen. Die NGG Nürn­berg-Fürth beruft sich dabei auf Zah­len der Arbeits­agen­tur.

Die Gewerk­schaft hat für alle Jugend­li­chen im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die vor dem Start ins Arbeits­le­ben ste­hen und eine Aus­bil­dung suchen, eine Bot­schaft parat: „Essen und Trin­ken – das geht immer. Die Ernäh­rungs­bran­che bie­tet rela­tiv kri­sen­si­che­re Jobs“, sagt Regi­na Schle­ser von der NGG Nürn­berg-Fürth. Außer­dem zah­le gera­de die Lebens­mit­tel­in­dus­trie gute Löh­ne. Dafür habe sich die Gewerk­schaft am Tarif­tisch stark gemacht – von der Süß­wa­ren­in­dus­trie über die Braue­rei­en bis zu den Mol­ke­rei­en.

Die NGG Nürn­berg-Fürth kri­ti­siert aller­dings, dass in vie­len Schu­len im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen die Berufs­ori­en­tie­rung oft zu kurz kom­me. „Jun­ge Men­schen aufs Berufs­le­ben vor­zu­be­rei­ten, bedeu­tet auch, mit ihnen Job-Per­spek­ti­ven zu bespre­chen. Von der Lebens­mit­tel­tech­nik übers Labor bis zum Lager mit sei­ner Logis­tik: Das Spek­trum an Aus­bil­dungs­be­ru­fen, in die jun­ge Men­schen bei der Lebens­mit­tel­her­stel­lung ein­stei­gen kön­nen, ist enorm breit. Aber es spielt in den Abschluss­klas­sen vie­ler Schu­len lei­der über­haupt kei­ne Rol­le. Das muss sich drin­gend ändern“, so Schle­ser.

Dabei sei das Pro­du­zie­ren von Lebens­mit­teln „ein wei­tes Feld mit span­nen­den Jobs“: von der Milch bis zum Müs­li­rie­gel und vom Mate­ri­al­ein­kauf bis zum Mar­ke­ting. Auch wenn es dar­um gehe, über die Rol­le von Gewerk­schaf­ten zu infor­mie­ren, sei „bei vie­len Schu­len im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen noch Luft nach oben“, kri­ti­siert die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Nürn­berg-Fürth, Regi­na Schle­ser.

Immer­hin sei­en Gewerk­schaf­ten die Garan­ten für fai­re Löh­ne und gute Arbeit. „Es ist wich­tig, schon in der Schu­le einen ent­schei­den­den Begriff aus dem Arbeits­le­ben zu ler­nen: Das Wort ‚Tarif­lohn‘ gehört ins Voka­bel­heft. Jugend­li­che müs­sen wis­sen, dass Gewerk­schaf­ten oft hart mit den Arbeit­ge­bern rin­gen, um die Lohn­lat­te so hoch zu legen, dass man mit dem, was man ver­dient, auch gut leben kann“, so Regi­na Schle­ser. Das gehö­re zum „ABC des Arbeits­le­bens“ – und damit auf die Unter­richts­plä­ne der Schu­len. „Andern­falls las­sen sich jun­ge Men­schen spä­ter viel zu leicht über den Tisch zie­hen, wenn sie einen Arbeits­ver­trag unter­schrei­ben“, warnt die Gewerk­schaf­te­rin.

Vor dem ers­ten Arbeits­ver­trag soll­te aller­dings eine Aus­bil­dung ste­hen, so die NGG Nürn­berg-Fürth. Wer als Azu­bi Tipps und Hil­fe brau­che, kön­ne sich an das Inter­net­fo­rum der Jugend im Deut­schen Gewerk­schafts­bund (DGB-Jugend) wen­den: www.dr-azubi.de. „Hier bekom­men Azu­bis schnell, unkom­pli­ziert und kos­ten­los kom­pe­ten­te Ant­wor­ten auf die Fra­gen, die ihnen auf den Nägeln bren­nen“, sagt Regi­na Schle­ser. Außer­dem kön­nen sich Azu­bis genau­so wie Berufs­tä­ti­ge auch an die NGG Nürn­berg-Fürth wen­den, wenn sie in den Bran­chen der NGG arbei­ten: tel. 0911 20 90 12 0 oder region.nuernberg-fuerth@ngg.net.

Die Gewerk­schaft decke ein brei­tes Spek­trum ab: Hotels und Gast­stät­ten genau­so wie die kom­plet­te Lebens­mit­tel­her­stel­lung – vom Bier bis zum Brot und Bur­ger, von der Cola bis zum Crois­sant und Camem­bert, von der Milch bis zum Müs­li­rie­gel und zur Möh­re, vom Käse bis zum Kote­let­te und Kass­ler­bra­ten.

Bild­un­ter­schrift: Mal vol­ler, mal lee­rer: der Ein­kaufs­korb. „Aber irgend­et­was ist immer drin. Denn Lebens­mit­tel wer­den jeden Tag
gebraucht. Wer sie her­stellt, hat des­halb auch einen rela­tiv kri­sen­si­che­ren Job“, sagt die NGG Nürn­berg-Fürth. Als Gewerk­schaft ver­tritt sie die Inter­es­sen von Beschäf­tig­ten der Ernäh­rungs­wirt­schaft. Foto: NGG | Tobi­as Sei­fert