Kiss Mittelfranken und die Bürgerstiftung Kerscher verleihen zum dritten Mal den mittelfränkischen Selbsthilfepreis

von | 22. November 2024 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

(red). Über 900 Selbst­hil­fe­grup­pen gibt es in Mit­tel­fran­ken, zu allen erdenk­li­chen The­men. Für vie­le Betrof­fe­ne ist die eige­ne Selbst­hil­fe­grup­pe ein Ret­tungs­an­ker im All­tag, ein Ort der Hoff­nung und der Zuver­sicht. Ein Ort, an dem die ande­ren ver­ste­hen, wovon die Rede ist. Denn hier sind alle gleich. Was die Teil­neh­men­den ver­eint, sind ein gemein­sa­mes The­ma und der Wunsch, eine posi­ti­ve Ver­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren. „Gemein­schaft­lich selbst hel­fen“ – die Basis des bür­ger­schaft­li­chen Mit­ein­an­ders.

Die­se beson­ders wert­vol­le Form des Enga­ge­ments bedarf einer öffent­li­chen Wür­di­gung. Das haben sich auch die Bür­ger­stif­tung Ker­scher und der Ver­ein Kiss Mit­tel­fran­ken aus Nürn­berg gedacht. Denn noch immer wird der unbe­zahl­ba­re Wert der gemein­schaft­li­chen Selbst­hil­fe und deren Nut­zen für die Men­schen in der Regi­on zu wenig in der Öffent­lich­keit wahr­ge­nom­men. Mit dem im Jahr 2019 ins Leben geru­fe­nen Selbst­hil­fe­preis soll des­halb ganz bewusst ein State­ment gesetzt wer­den. Im Fokus: Die Wür­di­gung des Selbst­hil­fe­en­ga­ge­ments und die Aner­ken­nung des Stel­len­werts der gemein­schaft­li­chen Selbst­hil­fe.

Nun war es wie­der soweit: Am Frei­tag, den 15. Novem­ber 2024 wur­de der mit­tel­frän­ki­sche Selbst­hil­fe­preis zum drit­ten Mal ver­ge­ben. Eine unab­hän­gi­ge Jury mit Ver­tre­tern aus Poli­tik, Wis­sen­schaft und des öffent­li­chen Lebens hat erneut aus zahl­rei­chen ein­ge­gan­gen Bewer­bun­gen drei Selbst­hil­fe­grup­pen aus­ge­zeich­net. Die fest­li­che Preis­ver­lei­hung fand wie bereits zuvor in den Räum­lich­kei­ten der Para­cel­sus Uni­ver­si­tät auf dem Gelän­de des Kli­ni­kum Nord in Nürn­berg statt. Die Preis­gel­der in Höhe von 2.000 Euro für jede Grup­pe stell­te die Bür­ger­stif­tung Ker­scher zur Ver­fü­gung.

Ori­en­tiert am dies­jäh­ri­gen Mot­to „Mehr­Wert­Voll“ soll­ten die Bewerber*innen dar­stel­len, wel­chen Mehr­wert die eige­ne Grup­pe für ihre Teil­neh­men­den hat, aber auch wie wert­voll das Enga­ge­ment der Grup­pe für die Gesell­schaft ist. Und weil der Jury die Ent­schei­dung in die­sem Jahr beson­ders schwer­ge­fal­len ist, kam es kur­zer­hand zu einer Ergän­zung: Zusätz­lich zu den drei Haupt­preis­trä­gern wur­de ein Son­der­preis geschaf­fen – noch ein­mal dotiert in Höhe von 2.000 Euro. Die­sen Preis teil­ten sich zwei Grup­pen.

Aus­ge­zeich­net wur­den, unter begeis­ter­tem Applaus der rund 80 Teil­neh­men­den aus der Selbst­hil­fe, Poli­tik und Fach­öf­fent­lich­keit, die Grup­pen „Mil­le­ni­als und Gen Z – zusam­men gegen Depres­si­on“ (Nürn­berg), „Hal­te-Stel­le – für Frau­en mit und nach Brust­krebs“ (Markt Erl­bach), „Hör­ge­schä­dig­te“ (Erlan­gen-Höchstadt) sowie die bei­den Son­der­preis­grup­pen „CRPS“ (bay­ern­weit) und „#schmerz­selbst­hil­fe­grup­pe“ (Onlin­egrup­pe).

Bezirks­tags­prä­si­dent und Schirm­herr der Ver­an­stal­tung Peter Dani­el Fors­ter wür­dig­te in sei­ner Begrü­ßung das bedeut­sa­me Enga­ge­ment der Selbst­hil­fe­ak­ti­ven in Mit­tel­fran­ken und brach­te sei­ne Aner­ken­nung für den wich­ti­gen Bei­trag der Selbst­hil­fe für unser Gesund­heits­we­sen zum Aus­druck. Ähn­lich äußer­te sich auch Nürn­bergs Refe­ren­tin für Jugend, Fami­lie und Sozia­les Eli­sa­beth Ries, die anhand des Jah­res­mot­tos „Mehr­Wert­Voll“ die bei­den wich­ti­gen Dimen­sio­nen der gemein­schaft­li­chen Selbst­hil­fe in Erin­ne­rung rief – zum einen als Unter­stüt­zung für ein­zel­ne Betrof­fe­ne, zum ande­ren als wich­ti­ge Stim­me für die Betrof­fe­nen in der Öffent­lich­keit.

Durch den Abend führ­ten Ste­fan Mül­ler (Vor­stand­vor­sit­zen­der der Bür­ger­stif­tung Ker­scher), Eli­sa­beth Ben­zing und Tan­ja Gün­ther (Geschäfts­füh­rung bei Kiss Mit­tel­fran­ken). Zu den Laudator*innen gehör­ten Prof. Dr. Tho­mas Hil­le­ma­cher (Chef­arzt der Psych­ia­trie am Kli­ni­kum Nürn­berg), Dr. Bir­git Kreß (Bür­ger­meis­tern Markt Erl­bach), Die­ter Ros­ner (Refe­rent für Jugend, Fami­lie und Sozia­les der Stadt Erlan­gen), Micha­el Aue (Film­au­tor der Medi­en­werk­statt Fran­ken) und Dr. Ste­fa­nie Kas­per (Schmerz­me­di­zi­ne­rin am Kli­ni­kum Nürn­berg).

Bild­un­ter­schrift: Die Ver­lei­hung des mit­tel­frän­ki­schen Selbst­hil­fe­prei­ses am Kli­ni­kum Nürn­berg. Foto: Anes­tis Asla­ni­dis.