Klima-Landwirtschaft: Gemeinsam für Klima, Biodiversität und Region

von | 12. Februar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Der Kli­ma­wan­del betrifft uns alle und wird in unse­rem All­tag zuneh­mend spür­bar. Umso wich­ti­ger ist es, jetzt aktiv zu han­deln – ins­be­son­de­re in der Land­wirt­schaft. Denn sie ist nicht nur von den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels unmit­tel­bar betrof­fen, son­dern bie­tet zugleich einen ent­schei­den­den Hebel, um wirk­sa­me Maß­nah­men für Kli­ma­schutz, Kli­ma­an­pas­sung und Bio­di­ver­si­tät umzu­set­zen. Mit dem Pro­jekt „Kli­ma-Land­wirt­schaft“, das 2022 im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen vom Fach­be­reich Kli­ma­schutz und der Wirt­schafts­för­de­rung der Zukunfts­in­itia­ti­ve Alt­mühl­fran­ken initi­iert wur­de, ist genau dies gelun­gen. Nach der drei­jäh­ri­gen Pro­jekt­lauf­zeit konn­ten die Pro­jekt­part­ner jetzt Bilanz zie­hen und die fällt durch­aus posi­tiv aus, denn die Maß­nah­men für Kli­ma­schutz, Bio­di­ver­si­tät und regio­na­le Zusam­men­ar­beit zei­gen ers­te Effek­te.

Von Juli 2022 bis Juni 2025 arbei­te­ten ansäs­si­ge Unter­neh­men, land­wirt­schaft­li­che Betrie­be und Kom­mu­nen im Land­kreis Hand in Hand, um nach­hal­ti­ge und zukunfts­wei­sen­de Lösun­gen zu rea­li­sie­ren. Unter dem Mot­to „In der Regi­on – für die Regi­on“ konn­ten viel­fäl­ti­ge Maß­nah­men umge­setzt wer­den, die öko­lo­gi­sche, land­wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Vor­tei­le ver­ei­nen. Das Pro­jekt Kli­ma-Land­wirt­schaft ver­folgt dabei einen ganz­heit­li­chen Ansatz. Ergän­zend zu Maß­nah­men zum Humus­auf­bau und zur För­de­rung der Bio­di­ver­si­tät liegt ein beson­de­rer Schwer­punkt auf der Ver­bes­se­rung des Was­ser­ma­nage­ments in der Land­schaft. Die­ser Ansatz ent­spricht unmit­tel­bar den Zie­len des land­kreis­wei­ten Pro­jekts „Kli­ma­re­si­li­enz in Alt­mühl­fran­ken“, dass die Res­sour­ce Was­ser in den Mit­tel­punkt rückt.

Zen­tra­le Zie­le von Kli­ma-Land­wirt­schaft waren die Stär­kung der Bio­di­ver­si­tät als Grund­la­ge für sta­bi­le und wider­stands­fä­hi­ge Öko­sys­te­me sowie die För­de­rung des Humus­auf­baus und ‑erhalts. Dadurch soll­te die CO₂-Spei­cher­fä­hig­keit der Böden erhöht und die Land­wirt­schaft lang­fris­tig bes­ser an die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels ange­passt wer­den, indem die Frucht­bar­keit der Böden erhal­ten und gestärkt wird. Ein ver­bes­ser­ter Humus­ge­halt trägt zudem zu einer höhe­ren Was­ser­auf­nah­me- und Spei­cher­fä­hig­keit der Böden bei und leis­tet damit einen wich­ti­gen Bei­trag zum Was­ser­ma­nage­ment und zur Redu­zie­rung von Boden­ero­si­on durch Wind- und Was­ser­ab­trag.

Dar­über hin­aus lag ein wei­te­rer Schwer­punkt auf der Auf­wer­tung der regio­na­len Land­schaft. Durch geziel­te öko­lo­gi­sche Maß­nah­men wie bei­spiels­wei­se die Pflan­zung und Pfle­ge von Hecken und Obst­bäu­men, die Anla­ge von Blüh­wie­sen und von Feld­vo­gel­strei­fen, das Ein­brin­gen von Lese­stei­nen in die Land­schaft, sowie wei­te­ren Maß­nah­men wur­den neue und wert­vol­le Lebens­räu­me für Tie­re und Pflan­zen geschaf­fen sowie bestehen­de Lebens­räu­me auf­ge­wer­tet.

„In der Land­wirt­schaft sind Kreis­lauf­wirt­schaft und ein nach­hal­ti­ger Umgang mit Böden und Natur von zen­tra­ler Bedeu­tung. Nur so kön­nen wir eine zukunfts­fä­hi­ge Land­wirt­schaft für kom­men­de Gene­ra­tio­nen sichern und dies war eigent­lich mei­ne größ­te Inten­si­on, war­um ich mich als Land­wirt für das Pro­jekt bewor­ben habe“, beton­te Land­wirt Mat­ti­as Kirsch.

Betei­li­gung und Zusam­men­ar­beit
Im Land­kreis nah­men fünf land­wirt­schaft­li­che Betrie­be, zehn Unter­neh­men sowie neun Kom­mu­nen – dar­un­ter auch der Land­kreis selbst – aktiv am Pro­jekt teil. Durch die­se enge Zusam­men­ar­beit ent­stand ein Netz­werk regio­na­ler Akteu­re, das den Wis­sens­trans­fer, die Umset­zung von Kli­ma­schutz­maß­nah­men und die För­de­rung der Bio­di­ver­si­tät in der Regi­on nach­hal­tig stärkt. Im Rah­men des Pro­jekts über­nah­men die betei­lig­ten Unter­neh­men und Kom­mu­nen Paten­schaf­ten für land­wirt­schaft­li­che Flä­chen der teil­neh­men­den Land­wir­tin­nen und Land­wir­te. Im Gegen­zug wur­den auf die­sen Flä­chen geziel­te Maß­nah­men zum Humus­auf­bau und Humu­ser­halt sowie zur För­de­rung der Bio­di­ver­si­tät umge­setzt, die indi­vi­du­ell auf die jewei­li­gen Stand­or­te abge­stimmt waren.

„Für uns als W. L. Gore & Asso­cia­tes GmbH sind die The­men Nach­hal­tig­keit und CO₂-Bilan­zen Reduk­ti­on von gro­ßer Bedeu­tung wer­den die­se auch zukünf­tig sein, um unse­re die Nach­hal­tig­keits­zie­le und die unse­rer Kun­den zu erfül­len. Wich­tig ist uns dabei, dass wir das The­ma Nach­hal­tig­keit aktiv gemein­sam mit unse­ren Mit­ar­bei­ten­den leben. Umso schö­ner war es, im Rah­men des Pro­jekts Kli­ma-Land­wirt­schaft einen Mit­ar­bei­ter­ak­ti­ons­tag umzu­set­zen und die Bio­di­ver­si­täts­maß­nah­men eines land­wirt­schaft­li­chen Betriebs tat­kräf­tig zu unter­stüt­zen“, so Dani­el Wörn­lein der Umwelt­ma­nage­ment­be­auf­trag­te der Fir­ma W. L. Gore & Asso­cia­tes GmbH.

Wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung und Nach­hal­tig­keit
Durch die wis­sen­schaft­li­che und fach­li­che Beglei­tung der Maß­nah­men durch die Bay­Wa AG, den Land­schafts­pfle­ge­ver­band Mit­tel­fran­ken e. V. sowie das Fach­zen­trum für Ener­gie und Land­tech­nik konn­ten allen Pro­jekt­be­tei­lig­ten Nach­hal­tig­keits­zer­ti­fi­ka­te aus­ge­stellt wer­den. Die­se beschei­ni­gen und wür­di­gen die unter­stütz­ten und umge­setz­ten Kli­ma- und Umwelt­leis­tun­gen auf den land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen.

Die unab­hän­gi­ge Prü­fung umfass­te unter ande­rem Humus­pro­ben zu Beginn und am Ende des Pro­jekts sowie eine Bewer­tung des Lebens­raum­zu­stands. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chun­gen zeig­ten, dass der Humus­ge­halt trotz des ver­gleichs­wei­se kur­zen Pro­jekt­zeit­raums leicht gestei­gert bzw. erhal­ten wer­den konn­te. Zudem führ­ten die ange­leg­ten Bio­top­struk­tu­ren zu einer nach­weis­ba­ren Erhö­hung der Bio­di­ver­si­tät vor Ort. Gera­de der Erhalt humus­rei­cher Böden gewinnt im Zuge des Kli­ma­wan­dels zuneh­mend an Bedeu­tung, wie ein­schlä­gi­ge Stu­di­en des Thü­nen-Insti­tuts bele­gen.

Chan­cen für Regi­on und Akteu­re
„Das Pro­jekt eröff­ne­te viel­fäl­ti­ge Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für Unter­neh­men, Land­wir­te und Kom­mu­nen. So konn­ten regio­na­le Maß­nah­men zum Humus­auf­bau bzw. Humu­ser­halt und zur För­de­rung der Bio­di­ver­si­tät gezielt unter­stützt, Koope­ra­tio­nen zwi­schen den regio­na­len Akteu­ren gestärkt und ein eigen­ver­ant­wort­li­cher Bei­trag zum Kli­ma­schutz sowie zur Kli­ma­an­pas­sung geleis­tet wer­den“, erläu­tert die Kli­ma­schutz­ma­na­ge­rin Eva-Maria Raab. Das Pro­jekt hat gezeigt, dass regio­na­le Zusam­men­ar­beit, wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung und geziel­te Maß­nah­men ech­te Erfol­ge brin­gen – für die Umwelt, für die Land­wirt­schaft und für die Regi­on.

Wei­ter­füh­rung des Pro­jek­tes Kli­ma-Land­wirt­schaft

Umso erfreu­li­cher ist es, dass die Bay­Wa AG, das Fach­zen­trum für Ener­gie und Land­tech­nik an der Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stalt Tri­es­dorf sowie der Land­schafts­pfle­ge­ver­band Mit­tel­fran­ken e. V. ihre Zusa­ge zur Wei­ter­füh­rung des Pro­jekts „Kli­ma-Land­wirt­schaft“ gege­ben haben. Aus ihrer Sicht stellt das Pro­jekt einen wich­ti­gen Bau­stein zur Bewäl­ti­gung des Kli­ma­wan­dels und sei­ner Fol­gen dar. Auch aus den Rei­hen der betei­lig­ten Land­wir­tin­nen und Land­wir­te, Kom­mu­nen und Unter­neh­men wur­de deut­lich, dass ein gro­ßes Inter­es­se besteht, das Pro­jekt im glei­chen Rah­men fort­zu­füh­ren. Sowohl land­wirt­schaft­li­che Betrie­be als auch Unter­neh­men sind zuneh­mend gefor­dert, CO₂-Bilan­zen zu erstel­len. Genau hier setzt das Pro­jekt „Kli­ma-Land­wirt­schaft“ an und bie­tet pra­xis­na­he Unter­stüt­zung, die direkt in der Regi­on ankommt.

„Auch wir als Land­kreis begrü­ßen es sehr, dass die Mög­lich­keit einer Wei­ter­füh­rung des Pro­jek­tes besteht und der Kreis­tag die­ses bereits in das Natur- und Umwelt­pro­gramm auf­ge­nom­men hat. Aus Sicht des Land­krei­ses ist das Pro­jekt ‚Kli­ma-Land­wirt­schaft‘ eine wich­ti­ge und sinn­vol­le Maß­nah­me, um die begon­ne­nen Ansät­ze kon­se­quent fort­zu­füh­ren, wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und lang­fris­tig zu ver­ste­ti­gen. Eine Fort­set­zung des Pro­jek­tes kann einen wesent­li­chen Bei­trag dazu leis­ten, unse­re Regi­on Alt­mühl­fran­ken ins­ge­samt wider­stands­fä­hi­ger gegen­über den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels zu machen und die regio­na­le Kli­ma­re­si­li­enz nach­hal­tig zu stär­ken“, so Land­rat Manu­el West­phal.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen:

Pro­jekt­pa­ten:

Unter­neh­men: Gut­mann Alu­mi­ni­um Draht GmbH, Gen­therm GmbH, HP‑T Högl­mei­er Poly­mer-Tech GmbH & Co. KG, Krau­se Prä­zi­si­ons-Kokil­len­guss GmbH, Oechs­ler AG, RF Plast GmbH, Spar­kas­se Mit­tel­fran­ken-Süd, Ver­pa Folie Gun­zen­hau­sen GmbH, VR Bank im süd­li­chen Fran­ken eG und W. L. Gore & Asso­cia­tes GmbH

Kom­mu­nen: Markt Berolz­heim, Stadt Ellin­gen, Stadt Gun­zen­hau­sen, Gemein­de Mein­heim, Gemein­de Pfo­feld, Gemein­de Soln­ho­fen, Stadt Treucht­lin­gen, Gro­ße Kreis­stadt Wei­ßen­burg i. Bay. und Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Land­wir­te: Gop­pelt Agrar, Kirsch Mat­ti­as Land­wirt­schaft,

Bio­land­hof Röt­ten­ba­cher, Phil­ipp und Chris­to­pher West­phal GmbH

Wis­sen­schaft­li­che und fach­li­che Beglei­tung: Bay­Wa AG, Land­schafts­pfle­ge­ver­band Mit­tel­fran­ken e.V., Fach­zen­trum für Ener­gie und Land­tech­nik (FEL) an den Land­wirt­schaft­li­chen Lehr­an­stalt Tri­es­dorf und der Zukunfts­in­itia­ti­ve Alt­mühl­fran­ken des Land­krei­ses

Bild­un­ter­schrift: Gemein­sam für mehr Bio­di­ver­si­tät, Kli­ma­an­pas­sung und für die Regi­on: Die betei­lig­ten Akteu­re am Pro­jekt Kli­ma-Land­wirt­schaft. Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen / Clau­dia Wag­ner