Krimilesung mit Kabarett-Sound

von | 7. Februar 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen

Viel zu lachen gab es bei der Kri­mi­nacht in der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen mit Hel­mut Vorn­dran

Gun­zen­hau­sen (red). Wer bei der Kri­mi­nacht der Stadt- und Schul­bü­che­rei Gun­zen­hau­sen eine Lesung erwar­tet hat­te, bei der „Blut liter­wei­se“ fließt, der wur­de ent­täuscht. Fans des Regio­nal­kri­mi-Autors Hel­mut Vorn­dran aber wuss­ten: Es wird eher gelacht, als gemor­det – und das nicht nur bei der Lesung, son­dern auch beim vom Büche­rei­team orga­ni­sier­ten Rah­men­pro­gramm mit einer lebens­ech­ten Tat­ort-Sze­ne im Foy­er, einem Kri­mi-Quiz „Vorn­dran gegen vier“ und einem kri­mi­nell guten Buf­fet.

Mit mitt­ler­wei­le 14 Kri­mis hat sich Hel­mut Vorn­dran in der frän­ki­schen Regio­nal­kri­mi-Sze­ne einen Namen gemacht und setzt mit sei­nem Ermitt­ler­team um Haupt­kom­mis­sar Franz Hader­lein in Sachen Come­dy Maß­stä­be. Gemor­det wird in der Bam­ber­ger oder Cobur­ger Gegend, aber im neus­ten Fall „Die Quok­ka-Insel“ gibt es auch einen Abste­cher zu einer aus­tra­li­schen Insel.

Büche­rei­lei­te­rin Caro­lin Föt­tin­ger stell­te zum Auf­takt der lan­gen Kri­mi­nacht den bei Rat­tels­dorf, rund 20 Kilo­me­ter nörd­lich von Bam­berg, leben­den Hel­mut Vorn­dran vor und erin­ner­te an sei­ne Gast­spie­le in Dit­ten­heim beim „Tota­len Bam­ber­ger Caba­ret“, dem er bis 2013 ange­hör­te.

„Eigent­lich ist das, was ich jetzt mache, die Fort­set­zung des Kaba­retts mit ande­ren Mit­teln“, mein­te Hel­mut Vorn­dran und warn­te, dass in sei­nen Lesun­gen oft kei­ne Lei­che vor­kom­me. So ließ er auch bei der Kri­mi­nacht – wohl schon zum Bedau­ern eini­ger Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer – den ver­zwick­ten Kri­mi-Plot der „Quok­ka-Insel“ außen vor und ver­leg­te sich ganz auf die Spar­te „Frän­ki­scher Humor“.  Über­haupt ist Hel­mut Vorn­dran ein Fan des Dia­lekts und des Fran­ken­lands schlecht­hin: „Wer in Fran­ken stirbt, ist zufrie­de­ner tot als anders­wo“, ver­si­chert er dann auch glaub­wür­dig.

Trotz der skur­ri­len Figu­ren wie „Lager­feld“, dem aus dem Bauch her­aus han­deln­den Kri­po-Cow­boy mit den Mar­ken­zei­chen Son­nen­bril­le und Pfer­de­schwanz, oder sei­ner neu­en Freun­din Kira Sün­kel, der schrof­fen Ermitt­le­rin Mar­ke „Intel­li­genz­si­lo“, kommt in Vorn­drans Kri­mis die soli­de Recher­che nicht zu kurz. Es wer­den zudem immer loka­le Beson­der­hei­ten und inter­es­san­te Orte in die Kri­mi­hand­lung ein­ge­bet­tet. Eh es aber zu ernst wird, lässt er Ermitt­ler­schwein „Rie­men­schnei­der“ oder des­sen Toch­ter „Press­sack“ von der Lei­ne.

Beim Publi­kums­quiz mit Bil­der­rät­seln und nicht ganz ein­fach zuor­den­ba­ren Zita­ten aus der Kri­mi­welt gab es ein Cas­ting: Wer wird nach der kuli­na­ri­schen Pau­se mit „vege­ta­ri­scher Lei­che“ oder „geroll­tem Motiv“ beim Quiz „Vorn­dran gegen vier“ antre­ten? Bei dem von Babett Gut­h­mann vor­be­rei­te­ten und sehr frän­kisch mode­rier­tem Quiz gab es Fra­gen zu his­to­ri­schen Ver­bre­chen in Gun­zen­hau­sen, zu Vorn­drans Kri­mi­welt und die Kate­go­rie „Wisst ihr des“ mit Fra­gen zu den Son­der­bar­kei­ten der Kri­mi-Lite­ra­tur. Kaba­rett­reif waren Hel­mut Vorn­drans Kom­men­ta­re und Inter­view-Bei­trä­ge, die ins Quiz ein­ge­bet­tet waren.

Fazit eines lan­gen Kri­mi­abends: Eine „Mords-Auf­re­gung“ beim Kri­mi­plot gab es nicht, aber dafür umso mehr zu lachen und ein ech­tes Büche­rei-Erleb­nis mit vie­len krea­ti­ven und kuli­na­ri­schen Bei­trä­gen des Büche­rei­teams mit Nico­le Kehr­s­te­phan, Ulri­ke Zatsch­ker, Ulri­ke Engel­hardt, Vanes­sa Just, Nik Bau­mann und Jür­gen Huber.

Bild­un­ter­schrift: Gute Stim­mung herrsch­te beim Kri­mi-Quiz, wo es hieß: „Vier gegen Vorn­dran“. Mit dabei waren v.l.n.r.: Nor­bert Metz, Bri­git­te Nefzger, Leo­nie Herold, Jür­gen Stark, Jana Biland­zic und der Kri­mi­au­tor Hel­mut Vorn­dran. Foto: Stadt Gunzenhausen/Babett Gut­h­mann