Landrat besucht Hofkäserei in Pfraunfeld

von | 24. September 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Pfraun­feld (red). Land­rat Manu­el West­phal hat das Fami­li­en­un­ter­neh­men „Hof­kai­se­rei“ in Pfraun­feld besucht. Die jun­ge Grün­de­rin Mag­da­le­na Kai­ser führ­te den Land­rat zusam­men mit ihrem Vater Micha­el Schnei­der durch den klei­nen Hand­werks­be­trieb und gab dabei einen Ein­blick in regio­na­le und nach­hal­ti­ge Käse­her­stel­lung. Beglei­tet wur­den sie dabei von der Wirt­schafts­för­de­rung der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken.

Seit Pfings­ten 2023 wird die Hof­kai­se­rei als ein­zi­ge Käse­rei im Land­kreis mit Milch aus eige­ner Erzeu­gung von Mag­da­le­na Kai­ser betrie­ben. Dafür wur­de der ehe­ma­li­ge Kuh­stall fach­ge­recht und krea­tiv umge­baut und zusätz­lich mit einer gro­ßen Fens­ter­front ver­se­hen, „damit nicht nur die Zuta­ten, son­dern auch die Her­stel­lung trans­pa­rent sind‘‘, beton­te Kai­ser. Denn „jeder kennt Käse, kei­ner weiß aber genau wie er gemacht wird bis auf, dass am Anfang die Kuh steht.‘‘ Trans­pa­renz und Nach­hal­tig­keit sei­en ihr des­halb beson­ders wich­tig. Das wird in der Ver­wen­dung ehe­mals land­wirt­schaft­lich genutz­ter Gebäu­de, in der Ener­gie­ver­sor­gung durch über­wie­gend erneu­er­ba­re Ener­gien, im Pfand­sys­tem für die Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen und nicht zuletzt in der hof­ei­ge­nen Milch- und Käse­pro­duk­ti­on deut­lich. Neben Strom aus der eige­nen PV-Anla­ge erfolgt die Wär­me­be­reit­stel­lung für die Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se über eine Holz­hack­schnit­zel-Anla­ge. Für die Küh­lung wird ein und das­sel­be Was­ser über eine 10.000-Liter Zis­ter­ne im geschlos­se­nen Kreis­lauf immer wie­der ver­wen­det.

Mag­da­le­na Kai­ser erklär­te dem Land­rat anschau­lich das „Käsen‘‘ und führ­te durch die ver­schie­de­nen Pro­duk­ti­ons­räu­me – von Käse­rei, über Rei­fe­kel­ler bis hin zur Ver­pa­ckungs­sta­ti­on. Bei der Her­stel­lung von Käse wird dick­ge­leg­te Milch mit einer Käseh­ar­fe in Wür­fel geschnit­ten, wobei sich die Mol­ke abset­zen kann. Die Schnitt­grö­ße ent­schei­det dar­über, wel­che Käse­sor­te her­ge­stellt wird. Hart­kä­se wird bei­spiels­wei­se in Wei­zen­korn­grö­ße geschnit­ten, Camem­bert in Wal­nuss­grö­ße und Frisch­kä­se wird dage­gen ledig­lich geschöpft. Mit Hil­fe die­ses Ver­fah­rens ent­ste­hen in der Hof­kai­se­rei so ver­schie­den Sor­ten wie Schnitt­kä­se, Camem­bert, Frisch­kä­se, Quark und Frucht­quark. Ver­fei­nert wer­den die unter­schied­li­chen Käse­sor­ten mit regio­na­len Kräu­tern; der Frucht­quark mit Früch­ten und Bee­ren teil­wei­se aus dem eige­nen Gar­ten. Die­ser hand­werk­lich auf­wen­di­ge Pro­zess macht sich im End­pro­dukt im Ver­gleich zu indus­tri­ell her­ge­stell­tem Käse deut­lich – über­zeu­gen kann man sich selbst vor Ort in der ehe­ma­li­gen Milch­kam­mer im Selbst­be­die­nungs­re­gal.

Der Ver­kauf über regio­na­le Part­ner und an Wochen­märk­ten wird kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­baut. Auch wird Cate­ring mit hand­werk­lich beleg­ten Käse­spe­zia­li­tä­ten ange­bo­ten.

Auch im Regio­nal­ent­wick­lungs­pro­zess Alt­mühl­fran­ken 2023 wur­de das Ziel einer regio­na­len Käse­rei im Land­kreis for­mu­liert. Bei der Betriebs­be­sich­ti­gung hob Land­rat Manu­el West­phal her­vor: „Beson­ders freut mich, dass hier nicht nur Käse her­ge­stellt wird, son­dern die Pro­duk­ti­ons­ket­te von Anfang bis Ende mit­ge­dacht wird.‘‘ Das Bei­spiel von Mag­da­le­na Kai­ser zeigt, dass der Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen auch für jun­ge, inno­va­ti­ve Exis­tenz­grün­der inter­es­sant ist.

Bild­un­ter­schrift: Land­rat Manu­el West­phal bei der Besich­ti­gung der moder­nen Käse­rei im ehe­ma­li­gen Kuh­stall mit Mag­da­le­na Kai­ser, ihrem Vater Micha­el Schnei­der (l.) und Sebas­ti­an Regens­bur­ger (r.) von der Wirt­schafts­för­de­rung der Zukunfts­in­itia­ti­ve alt­mühl­fran­ken. Foto: Land­rats­amt Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen