Männertag befasst sich mit Burnout

von | 29. Juni 2026 | Allgemein, Gunzenhausen

Psy­cho­lo­ge aus Bay­reuth warnt vor Über­las­tungs­fol­gen und macht Hoff­nung auf Wie­der­her­stel­lung.

Gun­zen­hau­sen — Der Män­ner­tag auf der Hen­solts­hö­he Mit­te Juni rich­te­te sich unter dem Mot­to „Auf­tan­ken statt aus­bren­nen“ an Män­ner, die mit hohen Belas­tun­gen in ver­schie­de­nen Lebens­be­rei­chen umge­hen und gab auch Hin­wei­se zu Schutz­maß­nah­men vor Belas­tun­gen in Beruf, Ehren­amt und Fami­lie. Der Ein­la­dung der drei Gast­ge­ber Geist­li­ches Zen­trum Hen­solts­hö­he, Hen­solts­hö­her Gemein­schafts­ver­band und Deka­nat Gun­zen­hau­sen folg­ten 135 Män­ner. Als Refe­rent kam der Diplom-Psy­cho­lo­ge Bernd Hild­ner, der zusam­men mit sei­ner Frau eine Pra­xis für Psy­cho­the­ra­pie und christ­li­che Seel­sor­ge betreibt. Der Psy­cho­lo­ge mach­te deut­lich, dass Burn­out typi­scher­wei­se Men­schen im mitt­le­ren Alter betref­fe, die in ihrer Lebens­pha­se häu­fig viel Ver­ant­wor­tung über­näh­men, hohe Ansprü­che an sich selbst stell­ten und sich mit gro­ßem Ein­satz enga­gier­ten. Ein Pro­blem sieht Hild­ner dar­in, dass vie­le Betrof­fe­ne erst in Bera­tung oder in die Pra­xis kom­men, wenn es schon fast zu spät ist. Er mach­te jedoch auch Mut und beton­te, dass voll­stän­di­ge Wie­der­her­stel­lung nach einem Burn­out mög­lich sei. Der Weg dort­hin erfor­de­re aller­dings Zeit. Hild­ner nann­te einen Zeit­raum von sechs Mona­ten bis zu zwei Jah­ren.

Burn­out-Prä­ven­ti­on durch bewuss­te Gren­zen und recht­zei­ti­ges Han­deln

Die­se lan­ge Pha­se kön­ne man sich durch recht­zei­ti­ge Prä­ven­ti­on erspa­ren. Denn die Anzei­chen von Burn­out kön­ne man früh erken­nen und gegen­steu­ern. Hild­ner nann­te Erschöp­fung, inne­re Unru­he, kör­per­li­che Beschwer­den, Gereizt­heit und Unzu­läng­lich­keits­ge­füh­le. Auch depres­si­ve Ver­stim­mun­gen und Ängs­te gehö­ren zu den Sym­pto­men. Bei den Ursa­chen mach­te er deut­lich, dass meist meh­re­re Fak­to­ren zusam­men­kä­men. Dazu zäh­len hohe Arbeits­be­las­tung, feh­len­de Wert­schät­zung und stän­di­ge Erreich­bar­keit. Auch Unter­for­de­rung, hohe Ansprü­che an sich selbst, man­geln­de Abgren­zung, fami­liä­re Belas­tun­gen und das Leug­nen eige­ner Gren­zen nann­te der Psy­cho­lo­ge als dem Burn­out vor­aus­ge­hen­de Fak­to­ren.

Dar­über hin­aus brach­te er auch geist­li­che Fra­gen zur Spra­che, etwa wenn Arbeit im kirch­li­chen Kon­text über­höht, oder ein Dienst mit fal­schen Erwar­tun­gen ver­bun­den wer­de. Der Nach­mit­tag stand im Zei­chen der Wider­stands­fä­hig­keit im Umgang mit Kri­sen und Belas­tun­gen. Zu den prak­ti­schen Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men, die Hild­ner benann­te, gehö­ren unter ande­rem: das Leben zu ver­lang­sa­men, „Nein“ sagen zu ler­nen und gesun­de Abgren­zung ein­zu­üben. Aus­zei­ten bewusst gestal­ten, Stress­ma­nage­ment ernst neh­men und Auf­ga­ben dele­gie­ren sei­en wei­te­re Maß­nah­men. Auch geist­li­che Res­sour­cen wie Gebet, Bibel­le­sen, der zen­tra­le Jesus-Bezug bei Chris­ten und der Sonn­tag als Ruhe­tag wur­den ein­be­zo­gen. Unter dem Strich gel­te, beton­te der Refe­rent, dass man das Gute tun dür­fe, aber begrenzt und dar­über hin­aus Aus­gleich und Erho­lung brau­che.

Die Nürn­ber­ger Band Eben­bild und Work­shops prä­gen das Pro­gramm

Neben den Vor­trä­gen von Hild­ner bot der Män­ner­tag Semi­na­re und Work­shops an. The­men waren Selbst­ver­tei­di­gung, medi­zi­ni­sche Trai­nings­the­ra­pie, Sport und Reha­bi­li­ta­ti­on. Die Ange­bo­te wur­den gut ange­nom­men und führ­ten zu offe­nen Dis­kus­sio­nen und reger Betei­li­gung. Die Akus­tik-Pop-Rock-Band „Eben­bild“ aus Nürn­berg brach­te ihre Lebens- und Kri­sen­er­fah­rung in ihren Songs zum Aus­druck und trug mit ihren Lie­dern und einem geist­li­chen Impuls zur inhalt­li­chen Prä­gung des Tages bei. Der nächs­te Män­ner­tag auf der Hen­solts­hö­he ist für den 6. März 2027 geplant.

Bild­un­ter­schrift: Andre­as Theiss und Tho­mas Jero­min führ­ten durch das Pro­gramm und gaben den Aus­blick auf den nächs­ten Män­ner­tag am 6. März 2027. Foto Mat­thi­as Schmidt