Mehr Sicherheit für die Kleinsten

von | 24. September 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken Teil des Tele-Neu­ge­bo­re­nen-Not­arzt­diens­tes


Wei­ßen­burg — Die Geburts­hil­fe­sta­ti­on des Kli­ni­kums Alt­mühl­fran­ken in Wei­ßen­burg ist seit Juli 2026 Teil des baye­ri­schen Tele-Neu­ge­bo­re­nen-Not­arzt­diens­tes (TeleN­NAD). Damit kön­nen Neu­ge­bo­re­ne bei medi­zi­ni­schen Auf­fäl­lig­kei­ten rund um die Uhr und an sie­ben Tagen in der Woche zusätz­lich zum erfah­re­nen Team vor Ort tele­me­di­zi­nisch von einem erfah­re­nen Päd­ia­ter oder Neo­na­to­lo­gen ein­ge­schätzt wer­den.

Der Ärzt­li­che Direk­tor des Kli­ni­kums Alt­mühl­fran­ken, Dr. Chris­ti­an Mau­ne, freut sich zusam­men mit Gynä­ko­lo­gin Kat­ja Anu­schek und Ober­ärz­tin Dr. univ. Vio­le­ta Sta­siuc, dass nun inner­halb kür­zes­ter Zeit mit­tels der Tele­me­di­zin die neo­na­to­lo­gi­sche Exper­ti­se aus dem Süd­kli­ni­kum Nürn­berg nach Wei­ßen­burg geholt wer­den kann. Bild: Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken, J. Mül­ler

Das Ange­bot ergänzt die bewähr­te Ver­sor­gung durch Ärz­te, Heb­am­men sowie Pfle­ge­fach­kräf­te am Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken. Bei Bedarf kann inner­halb kür­zes­ter Zeit eine spe­zia­li­sier­te neo­na­to­lo­gi­sche Exper­ti­se aus dem Süd­kli­ni­kum Nürn­berg zuge­schal­tet wer­den. Über eine siche­re tele­me­di­zi­ni­sche Ver­bin­dung kön­nen die Fach­ärz­te die Situa­ti­on gemein­sam mit dem Team vor Ort beur­tei­len, Befun­de bespre­chen und Emp­feh­lun­gen für das wei­te­re Vor­ge­hen geben.

„Die Auf­nah­me in den Tele-Neu­ge­bo­re­nen-Not­arzt­dienst ist ein wich­ti­ger zusätz­li­cher Schritt für die Sicher­heit unse­rer jüngs­ten Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten“, meint Dr. Chris­ti­an Mau­ne, Ärzt­li­cher Direk­tor des Kli­ni­kums Alt­mühl­fran­ken. „Die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Neu­ge­bo­re­nen mit beein­träch­tig­ten Vital­wer­ten erfor­dert beson­de­re Erfah­rung und eine spe­zi­ell auf die­ses Alter abge­stimm­te Exper­ti­se. Mit dem TeleN­NAD kön­nen wir die­se Kom­pe­tenz im Bedarfs­fall inner­halb weni­ger Minu­ten zusätz­lich ein­ho­len.“

Zusätz­li­che Exper­ti­se – rund um die Uhr ver­füg­bar

Gera­de in sel­te­nen oder plötz­lich auf­tre­ten­den Not­fall­si­tua­tio­nen kann die unmit­tel­ba­re Unter­stüt­zung durch einen erfah­re­nen Päd­ia­ter oder Neo­na­to­lo­gen ent­schei­dend sein. Für Kin­der bedeu­tet die tele­me­di­zi­ni­sche Mit­be­ur­tei­lung eine noch grö­ße­re dia­gnos­ti­sche und the­ra­peu­ti­sche Sicher­heit. Eltern pro­fi­tie­ren davon, dass ihr Kind auch in einer belas­ten­den Situa­ti­on gemein­sam von meh­re­ren spe­zia­li­sier­ten Fach­kräf­ten ein­ge­schätzt wird und not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen schnell und fun­diert getrof­fen wer­den kön­nen.

„Für Eltern ist es beru­hi­gend zu wis­sen, dass neben unse­rem erfah­re­nen Team vor Ort jeder­zeit eine wei­te­re hoch­spe­zia­li­sier­te Ein­schät­zung mög­lich ist“, erklärt Dr. Mau­ne. „Die Tele­me­di­zin ersetzt nicht die per­sön­li­che Betreu­ung durch unse­re Ärz­tin­nen und Ärz­te, Heb­am­men und Pfle­ge­kräf­te. Sie erwei­tert viel­mehr unse­re Mög­lich­kei­ten und schafft eine zusätz­li­che Sicher­heits­ebe­ne“, so der erfah­re­ne Medi­zi­ner wei­ter.

Auch das Team der Geburts­hil­fe erlebt die Unter­stüt­zung posi­tiv. Die Mög­lich­keit, sich bei beson­de­ren Fra­ge­stel­lun­gen direkt mit erfah­re­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus der Neo­na­to­lo­gie aus­zu­tau­schen, stärkt die Hand­lungs­si­cher­heit und trägt dazu bei, dass sich die Mit­ar­bei­ten­den in kri­ti­schen Situa­tio­nen noch siche­rer füh­len.

Regel­mä­ßi­ge Schu­lun­gen und abge­stimm­te Aus­stat­tung

Ein wei­te­rer Bestand­teil des TeleN­NAD ist die regel­mä­ßi­ge Fort­bil­dung der teil­neh­men­den Teams. Ärz­tin­nen und Ärz­te, Heb­am­men und Pfle­ge­kräf­te der Geburts­hil­fe des Kli­ni­kums Alt­mühl­fran­ken wer­den monat­lich von beson­ders erfah­re­nen Fach­kräf­ten aus den spe­zia­li­sier­ten Zen­tren geschult. Dabei wer­den medi­zi­ni­sche Abläu­fe, Not­fall­si­tua­tio­nen und die Zusam­men­ar­beit über die tele­me­di­zi­ni­sche Ver­bin­dung pra­xis­nah trai­niert.

Zudem kön­nen die schu­len­den Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen die am Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken vor­han­de­ne Aus­stat­tung und das medi­zi­ni­sche Mate­ri­al ein­se­hen. So lässt sich über­prü­fen, ob bestimm­te Mate­ria­li­en im Not­fall ver­füg­bar und sinn­voll ein­setz­bar sind. Bei Bedarf kann die Aus­stat­tung vor Ort an die Anfor­de­run­gen und Stan­dards der tele­me­di­zi­nisch bera­ten­den Kli­nik — im Fal­le des Kli­ni­kums Alt­mühl­fran­ken das Süd­kli­ni­kum Nürn­berg — ange­gli­chen wer­den.

„Auch die regel­mä­ßi­gen Schu­lun­gen und der gemein­sa­me Blick auf die vor­han­de­nen Mate­ria­li­en sind für uns sehr wert­voll“, betont Dr. Mau­ne. „Sie ver­bes­sern nicht nur die Abläu­fe, son­dern sor­gen auch dafür, dass die Zusam­men­ar­beit im Ernst­fall rei­bungs­los funk­tio­niert. Das posi­ti­ve Feed­back von Eltern und Mit­ar­bei­ten­den zeigt uns, dass die­ses Ange­bot einen ech­ten Mehr­wert schafft.“

Teil der vir­tu­el­len Kin­der­kli­nik Bay­ern

Der Tele-Neu­ge­bo­re­nen-Not­arzt­dienst ist Teil der „vir­tu­el­len Kin­der­kli­nik“ Bay­erns. Die­se wur­de 2024 ein­ge­rich­tet, um unter ande­rem mit­hil­fe eines Bele­gungs­ma­nage­ments freie Kapa­zi­tä­ten in der Kin­der- und Jugend­me­di­zin bes­ser zu erfas­sen und die Ver­sor­gung inner­halb Bay­erns zu koor­di­nie­ren.

Der Auf­bau des TeleN­NAD begann im Okto­ber 2025 und wur­de durch das Baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit sowie Stern­stun­den e.V. geför­dert. Zum 1. Okto­ber 2025 wur­de die vir­tu­el­le Kin­der­kli­nik um den Fach­be­reich Neo­na­to­lo­gie erwei­tert – also um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Vor­sor­ge von Neu­ge­bo­re­nen.

An der Kin­der­kli­nik Pas­sau wur­de ein zen­tra­les Koor­di­nie­rungs­zen­trum für tele­me­di­zi­ni­sche Ange­bo­te für Neu­ge­bo­re­ne ein­ge­rich­tet. Ziel des Netz­werks ist es, bei geburts­hilf­li­chen Not­fäl­len unver­züg­lich erfah­re­ne Neo­na­to­lo­gin­nen und Neo­na­to­lo­gen zuzu­schal­ten und dadurch schwer­wie­gen­de Kom­pli­ka­tio­nen, Todes­fäl­le und blei­ben­de Schä­den bei Neu­ge­bo­re­nen mög­lichst zu ver­mei­den. Bay­ern­weit betei­li­gen sich neun regio­na­le Ver­sor­gungs­zen­tren als hoch­spe­zia­li­sier­te Zen­tren für Neu­ge­bo­re­nen­me­di­zin sowie mehr als 21 Geburts­kli­ni­ken an dem Netz­werk.

Mit der Teil­nah­me am Tele-Neu­ge­bo­re­nen-Not­arzt­dienst stärkt das Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Neu­ge­bo­re­nen in der Regi­on und ver­bin­det die per­sön­li­che Betreu­ung vor Ort mit der spe­zia­li­sier­ten Exper­ti­se eines über­re­gio­na­len neo­na­to­lo­gi­schen Netz­werks.

Foto: Kli­ni­kum Alt­mühl­fran­ken, J. Mül­ler