Meinheim zündet den Funken für „Unser Dorf hat Zukunft“ in Mittelfranken

von | 17. Juli 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Mein­heim — Wenn ein Dorf weiß, wie es die eige­ne Zukunft in die Hand nimmt, dann Mein­heim. Der Ort im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen ist ein ech­ter Medail­len-Garant: Mit der Bun­des­gold­me­dail­le 2023 und dem euro­päi­schen Gold-Tri­umph bei der Entente Flo­ra­le 2024 im Gepäck bot die Gemein­de die per­fek­te Büh­ne für wich­ti­ge Neue­run­gen rund um den Dorf­wett­be­werb „Unser Dorf hat Zukunft“. Das Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung (ALE) Mit­tel­fran­ken und das Baye­ri­sche Kom­pe­tenz­zen­trum Länd­li­che Ent­wick­lung (BayLE) hat­ten zu einer Infor­ma­ti­ons- und Aus­tausch­ver­an­stal­tung gela­den. Kreis­fach­be­ra­tun­gen aus allen sie­ben Land­krei­sen, Unter­stüt­zer des Wett­be­werbs vom Bezirks­ver­band für Gar­ten­bau und Lan­des­pfle­ge, dem baye­ri­schen Bau­ern­ver­band und der Regie­rung von Mit­tel­fran­ken sowie Bür­ger­meis­ter und Prak­ti­ker aus dem Bron­ze­dorf Buben­heim, Stadt Treucht­lin­gen, waren gekom­men. 

Die posi­ti­ve Stim­mung im uri­gen Gast­raum der Pen­si­on im Ort war der emo­tio­na­le Start­schuss für die 29. Run­de des legen­dä­ren Wett­be­werbs: Ideen­ge­ber war Graf Lenn­art Ber­na­dotte im Jahr 1961 – damals unter dem Namen „Unser Dorf soll schö­ner wer­den“. In den Anfangs­jah­ren ging es vor allem um Grün- und Blu­men­schmuck, um Dör­fer gegen die Land­flucht attrak­tiv zu machen. Ange­sto­ßen durch den Struk­tur­wan­del und den Nach­hal­tig­keits­ge­dan­ken, wan­del­te sich die rein opti­sche Ver­schö­ne­rung im Jahr 1998 auch nament­lich um den Zusatz „Unser Dorf hat Zukunft“. Heu­te hat sich die eins­ti­ge Schön­heits­kon­kur­renz längst zu einer Zukunfts­werk­statt ent­wi­ckelt, bei der sozia­le The­men, Nach­hal­tig­keit und wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät im Fokus ste­hen.

Der Weg von der Kreis- bis zur Bun­des­ebe­ne führt über einen klar getak­te­ten Fahr­plan, der im Som­mer 2027 so rich­tig Fahrt auf­nimmt. Bis Juni des kom­men­den Jah­res kön­nen sich Gemein­den über das Online-Por­tal bewer­ben, das vor­aus­sicht­lich ab Herbst zur Ver­fü­gung steht. Das ALE und die Kreis­fach­be­ra­tun­gen unter­stüt­zen ger­ne dabei. Nach dem anschlie­ßen­den Kreis­ent­scheid, der bis Novem­ber 2027 läuft, mel­den die Kreis­fach­be­ra­ter die qua­li­fi­zier­ten Orte an die Ämter für Länd­li­che Ent­wick­lung wei­ter. Im Mai und Juni 2028 folgt die Bezirks­run­de mit den Jury-Berei­sun­gen, ehe bis August 2028 die Wei­ter­mel­dung an das BayLE erfolgt. Nach dem Lan­des­ent­scheid und der fina­len Nomi­nie­rung für den Bund schließt sich im Jahr 2029 der Kreis, wenn die zukunfts­fä­higs­ten Dör­fer Deutsch­lands auf Bun­des­ebe­ne gekürt wer­den. Wel­ches emo­tio­na­le Feu­er­werk ein sol­cher Erfolg aus­löst, beschreibt Kir­chen­sit­ten­bachs Bür­ger­meis­ter Klaus Albrecht aus dem mit­tel­frän­ki­schen aktu­el­len Bun­des­gold­dorf Ober­krum­bach: „Als die Kom­mis­si­on in unser Dorf kam, habe ich in die Augen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger geschaut: Die haben geglänzt und eini­ge Leu­te hat­ten Trä­nen in den Augen.“ Das neue Mot­to bringt es auf den Punkt: „Unser Dorf. Unse­re Zukunft.“ Der Wett­be­werb soll Gemein­schaf­ten fest zusam­men­schwei­ßen und einen ech­ten Ruck durch die Regi­on gehen las­sen. Für die neue Run­de gibt es ein star­kes Signal: Um den Ein­stieg zu erleich­tern und noch mehr Dör­fer zum Mit­ma­chen zu moti­vie­ren, ist bei­spiels­wei­se ein Start­geld von 1.000 Euro für gute ers­te Aktio­nen vor­ge­se­hen.

In einer leben­di­gen Podi­ums­run­de dis­ku­tier­ten die Fach­leu­te lei­den­schaft­lich über neue Dyna­mi­ken für den länd­li­chen Raum. Dr. Anne Rit­zin­ger und Bet­ti­na Göttl vom BayLE gaben dabei den Teil­neh­mern einen fun­dier­ten Über­blick über eine ganz wesent­li­che Neue­rung: Die Zustän­dig­keit für den Dorf­wett­be­werb wech­selt inner­halb des Staats­mi­nis­te­ri­um für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft, Fors­ten und Tou­ris­mus von der Land­wirt­schafts­ver­wal­tung zur Ver­wal­tung für Länd­li­che Ent­wick­lung und damit in Mit­tel­fran­ken vom Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Fürth-Uffen­heim in die Hän­de des Amtes für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken. Ein stra­te­gi­scher Wech­sel, der per­fekt zum neu­en Mot­to passt, da das ALE mit sei­nen Instru­men­ten Inte­grier­te Länd­li­che Ent­wick­lung, Dorf­er­neue­rung und Flur­neu­ord­nung die ganz­heit­li­che Ent­wick­lung der Hei­mat wie kaum eine ande­re Behör­de im Blick hat. „Als Ver­wal­tung für Länd­li­che Ent­wick­lung sehen wir uns als Unter­stüt­zer und Netz­wer­ker, um die­sen tra­di­ti­ons­rei­chen Dorf­wett­be­werb für die Men­schen im länd­li­chen Raum wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen aus der Land­wirt­schafts­ver­wal­tung, die den Wett­be­werb bis­her so enga­giert beglei­tet haben, haben da einen sehr guten Grund­stein gelegt “, betont ALE-Behör­den­lei­ter Wolf­gang Neu­kirch­ner wäh­rend der Debat­te.

Am Nach­mit­tag ging es dann in die Pra­xis. Bei einem inspi­rie­ren­den Rund­gang durch das Gold­dorf Mein­heim erleb­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer haut­nah, wie aus Bür­ger­en­ga­ge­ment ech­te Lebens­qua­li­tät ent­steht. Bür­ger­meis­ter Wil­fried Cra­mer und Tho­mas Eschen­ba­cher führ­ten die Grup­pe als Gast­ge­ber gemein­sam von einer Erfolgs­ge­schich­te zur nächs­ten. Ers­te Sta­ti­on war die hoch­mo­der­ne Nah­wär­me­zen­tra­le, gefolgt von einem Stopp auf dem Fried­hof, der ein­drucks­voll zeigt, wie Natur- und Denk­mal­schutz im Dorf Hand in Hand gehen. Wei­ter ging es vor­bei am idyl­li­schen Streu­obst­gar­ten und dem ehe­ma­li­gen Lösch­wei­her bis hin zum stol­zen Bür­ger­haus – dem leben­di­gen Herz­stück des Mein­hei­mer Gemein­schafts­le­bens. Aber auch an eini­gen schmu­cken Pri­vat­häu­sern samt sehens­wer­ter Vor­gär­ten führ­te der Weg vor­bei – allen vor­an an dem 2011 mit dem Staats­preis aus­ge­zeich­ne­ten Gebäu­de in der Haupt­stra­ße 15. Denn auch die vie­len pri­va­ten Maß­nah­men sind wich­ti­ge Mosa­ik­stein­chen auf dem Weg zum Gold­dorf. „Wir haben durch den Dorf­wett­be­werb viel Eupho­rie und vie­le tol­le Momen­te für das Dorf gewon­nen“, erklärt Bür­ger­meis­ter Wil­fried Cra­mer sicht­lich stolz. Er beton­te jedoch auch, dass Mein­heim von dem fach­li­chen Feed­back der ver­schie­de­nen Jurys unheim­lich pro­fi­tiert hat.

Bild­un­ter­schrif­ten: Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ver­sam­meln sich mit Bür­ger­meis­ter Wil­fried Cra­mer vor dem leben­di­gen Herz­stück des Ortes – dem Bür­ger­haus. Foto: Amt für Länd­li­che Ent­wick­lung Mit­tel­fran­ken oder ALE Mit­tel­fran­ken