NABU: So helfen Sie Tieren im Garten

von | 22. April 2025 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Weni­ger Rasen­mä­hen für mehr Igel, Insek­ten und blü­hen­de Viel­falt 

(red). Der Regen der ver­gan­ge­nen Tage lässt das Grün im Gar­ten sprie­ßen. Wie jedes Früh­jahr dröh­nen über­all in Baden-Würt­tem­berg Frei­schnei­der und Rasen­mä­her, und Mäh­ro­bo­ter machen kur­zen Pro­zess, nicht nur mit Blüm­chen und Gras. Der NABU bit­tet jetzt, auf Wild­tie­re im Gar­ten Rück­sicht zu neh­men und gelas­sen mit Wild­pflan­zen umzu­ge­hen. „Kaum aus dem Win­ter­schlaf erwacht, kann der ers­te Früh­jahrs-Rasen­schnitt eines Mäh­ro­bo­ters, etwa für Igel auf Nah­rungs­su­che oder wech­sel­war­me Rep­ti­li­en wie Blind­schlei­chen, töd­lich enden. Igel ver­lie­ren ihre Sta­cheln, ein Bein­chen oder ihr Leben. Daher gilt: Weni­ger PS und mehr Hand­ar­beit hal­ten uns nicht nur kör­per­lich fit, der Ver­zicht auf gro­ßes Gerät und häu­fi­ges Mähen hilft vie­len Tie­ren im Gar­ten. „Ver­zich­ten Sie am bes­ten ganz auf Mäh­ro­bo­ter, beson­ders aber in der Däm­me­rung und nachts, wenn Igel unter­wegs sind und beauf­sich­ti­gen Sie stets ihren Mäh­ro­bo­ter. Wer nur Wege mäht, spart sich jede Men­ge Arbeit. Las­sen Sie doch ein­fach einen Teil des Rasens zur Wie­se wach­sen. Dann fin­den Insek­ten und Vögel mehr Nah­rung und wir Men­schen mehr Ruhe“, rät NABU-Arten­schutz­ex­per­tin Alex­an­dra Ickes.

Weni­ger Rasen­pfle­ge für mehr Arten­viel­falt

Wo Mäh­ro­bo­ter täg­lich fah­ren, ver­wan­deln sie Gär­ten in öde Grün­flä­chen. Dort wächst kei­ne ein­zi­ge Blu­me, dabei sind vie­le Insek­ten auf hei­mi­sche Wild­blu­men ange­wie­sen. Natur­na­he Gär­ten kön­nen ihnen wert­vol­le Lebens­räu­me bie­ten. „Ange­sichts des dra­ma­ti­schen Ver­lus­tes an Bio­di­ver­si­tät in der Natur soll­te jeder Gar­ten doch eigent­lich ganz selbst­ver­ständ­lich zum Lebens­raum für Schmet­ter­lin­ge, Vögel und Wild­bie­nen wer­den“, appel­liert Ickes. Die jüngst ver­öf­fent­lich­te Rote Lis­te der Wild­bie­nen in Baden-Würt­tem­berg zei­ge, wie drin­gend gehan­delt wer­den müs­se: Von den 494 erfass­ten Arten ist fast die Hälf­te durch Lebens­raum­ver­lus­te gefähr­det, wie die Klei­ne Sal­bei-Schmal­bie­ne oder die Klei­ne Blatt­schnei­der-Bie­ne. Stark gefähr­det ist die Rote Schne­cken­haus­bie­ne, die in Schne­cken­häu­sern nis­tet.

Wer­den Grün­flä­chen nur zwei bis drei Mal im Jahr gemäht, sie­deln sich nach kur­zer Zeit stand­ort­ty­pi­sche Wild­blu­men ganz von allein an, zunächst etwa Gän­se­blüm­chen, Löwen­zahn und Klee­ar­ten, spä­ter auch Wie­sen­sal­bei, Wit­wen­blu­me oder Wie­sen­mar­ge­ri­te. Hum­meln schlür­fen mit ihrem lan­gen Rüs­sel bevor­zugt den Nek­tar aus Lip­pen­blüt­ler, wie dem Gun­der­mann. Taucht die klei­ne Pflan­ze mit den hüb­schen lila Blü­ten auf, soll­te man ihr und wei­te­ren blü­hen­den Neu­an­kömm­lin­gen Platz geben. „Wagen Sie ein Expe­ri­ment und las­sen Sie im Gar­ten die Bio­di­ver­si­tät wach­sen. Mit etwas Geduld fin­den Rau­pen und Schmet­ter­lin­ge, Gras­hüp­fer und Wild­bie­nen von allein den Weg in Ihren Gar­ten“, so Ickes. Als Start­hil­fe für mehr Blü­ten­viel­falt eig­nen sich Saat­gut­mi­schun­gen aus hei­mi­schen Wild­pflan­zen, die es im Fach­han­del und online gibt.

NABU-Tipps für mehr blü­hen­de Viel­falt:

Mit einer NABU-Paten­schaft Wild­bie­nen erle­ben und schüt­zen: Der NABU Baden-Würt­tem­berg setzt sich für den Schutz der Wild­bie­nen im Land ein. Mit einer Viel­zahl an Pro­jek­ten sor­gen wir dafür, dass Insek­ten mehr blü­ten­rei­che Lebens­räu­me in Stadt und Dorf fin­den. Patin­nen und Paten erhal­ten regel­mä­ßig span­nen­de Hin­ter­grund­be­rich­te und wer­den zu einer exklu­si­ven Exkur­si­on ein­ge­la­den. Wei­te­re Infos unter: www.NABU-BW.de/Patenschaften.

Foto: Pix­a­bay