Osterüberraschung in Nürnberg: Erstes Wanderfalkenküken geschlüpft

von | 7. April 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Nürn­berg — Auch in die­sem Jahr war die Brut der Wan­der­fal­ken im Sin­well­turm der Nürn­ber­ger Kai­ser­burg wie­der erfolg­reich. Heu­te Mit­tag gegen 12:00 Uhr ist pünkt­lich zu Ostern das ers­te von (hof­fent­lich) vier Küken geschlüpft. Zu Beginn wird der weib­li­che Alt­vo­gel durch­ge­hend bei den Küken blei­ben, da ihr Feder­kleid noch nicht aus­rei­chend Schutz vor Käl­te bie­tet. Das Weib­chen nimmt die Küken beim soge­nann­ten Hudern unter die schüt­zen­den, wär­men­den Flü­gel. Soll­ten die Küken ein­mal allein im Horst sein, besteht kein Grund zur Sor­ge: sie bil­den eine Wär­me­py­ra­mi­de, indem sie ein­an­der die noch kaum mit Federn bedeck­te Vor­der­sei­te zuwen­den. Sobald sich die Küken zu Jung­vö­geln ent­wi­ckeln, kön­nen sie immer län­ger ohne die schüt­zen­de Wär­me eines adul­ten Wan­der­fal­ken aus­kom­men, bis sie sie schließ­lich gar nicht mehr benö­ti­gen. Nach etwa 40 Tagen ver­las­sen sie den Horst zum ers­ten Mal.

Auch wenn bei den Web­cams dann nicht mehr so viel zu sehen sein wird, gibt es im etwa sechs Hekt­ar gro­ßen Pro­jekt­ge­biet ‚Lebens­raum Burg‘ noch Span­nen­des zu ent­de­cken. Mit stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren blü­hen Pflan­zen­ar­ten aller Art, die wie­der­um von Insek­ten wie z.B. Wild­bie­nen, Schweb­flie­gen und Schmet­ter­lin­gen als Nah­rungs­quel­le genutzt wer­den, wäh­rend die vie­len ver­schie­de­nen Sing­vö­gel ihre Gesän­ge und Rufe zum Bes­ten geben. Ins­ge­samt wur­den seit Pro­jekt­be­ginn im Jahr 2009 gut 2.000 Pflan­zen- und Tier­ar­ten im ‚Lebens­raum Burg‘ nach­ge­wie­sen. Wel­che das sind, fin­den Sie auf der Pro­jekt­web­sei­te www.lebensraum-burg.de. Dar­über hin­aus gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den ver­schie­de­nen Lebens­räu­men, den auf der Burg vor­kom­men­den Arten­grup­pen, dem Leben der Wan­der­fal­ken sowie ein Quiz zu Greif­vö­geln.

Wer die Viel­falt der Nürn­ber­ger Kai­ser­burg erle­ben möch­te, kann an einer der Füh­run­gen zu Vögeln, Fle­der­mäu­sen oder Insek­ten teil­neh­men oder sich bei der dies­jäh­ri­gen City Natur Chall­enge auf eige­ne Faust auf die Suche nach den unter­schied­lichs­ten Arten machen. Bei einem der welt­weit größ­ten Citi­zen Sci­ence Pro­jek­te haben letz­tes Jahr über 100.000 Men­schen aus 669 Städ­ten in 62 Län­dern mit­ge­macht. Mit den gewon­ne­nen Daten kön­nen wert­vol­le Erkennt­nis­se zu Mus­tern des Bio­di­ver­si­täts­wan­dels auf glo­ba­ler und loka­ler Ebe­ne gewon­nen wer­den, die Wis­sen­schaft, Natur­schutz und Poli­tik bei fun­dier­ten Ent­schei­dun­gen unter­stüt­zen. Die­ses Jahr nimmt zum ers­ten Mal auch das Städ­te­drei­eck Nürn­berg, Fürth und Erlan­gen, orga­ni­siert durch den Bota­ni­schen Gar­ten der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg, teil. Alle Beob­ach­tun­gen, die zwi­schen dem 24. und 27. April 2026 mit der App iNa­tu­ra­list in den Städ­ten gemacht wer­den, zäh­len zur Chall­enge dazu. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf der Pro­jekt­web­sei­te unter ‚Ter­mi­ne‘.

Bild­un­ter­schrift: Screenshot/Sichtungsmeldung ‚Lebens­raum Burg‘ mit ers­tem Küken. Foto: Regie­rung von Mit­tel­fran­ken