Nürnberg — Auch in diesem Jahr war die Brut der Wanderfalken im Sinwellturm der Nürnberger Kaiserburg wieder erfolgreich. Heute Mittag gegen 12:00 Uhr ist pünktlich zu Ostern das erste von (hoffentlich) vier Küken geschlüpft. Zu Beginn wird der weibliche Altvogel durchgehend bei den Küken bleiben, da ihr Federkleid noch nicht ausreichend Schutz vor Kälte bietet. Das Weibchen nimmt die Küken beim sogenannten Hudern unter die schützenden, wärmenden Flügel. Sollten die Küken einmal allein im Horst sein, besteht kein Grund zur Sorge: sie bilden eine Wärmepyramide, indem sie einander die noch kaum mit Federn bedeckte Vorderseite zuwenden. Sobald sich die Küken zu Jungvögeln entwickeln, können sie immer länger ohne die schützende Wärme eines adulten Wanderfalken auskommen, bis sie sie schließlich gar nicht mehr benötigen. Nach etwa 40 Tagen verlassen sie den Horst zum ersten Mal.
Auch wenn bei den Webcams dann nicht mehr so viel zu sehen sein wird, gibt es im etwa sechs Hektar großen Projektgebiet ‚Lebensraum Burg‘ noch Spannendes zu entdecken. Mit steigenden Temperaturen blühen Pflanzenarten aller Art, die wiederum von Insekten wie z.B. Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen als Nahrungsquelle genutzt werden, während die vielen verschiedenen Singvögel ihre Gesänge und Rufe zum Besten geben. Insgesamt wurden seit Projektbeginn im Jahr 2009 gut 2.000 Pflanzen- und Tierarten im ‚Lebensraum Burg‘ nachgewiesen. Welche das sind, finden Sie auf der Projektwebseite www.lebensraum-burg.de. Darüber hinaus gibt es weitere Informationen zu den verschiedenen Lebensräumen, den auf der Burg vorkommenden Artengruppen, dem Leben der Wanderfalken sowie ein Quiz zu Greifvögeln.
Wer die Vielfalt der Nürnberger Kaiserburg erleben möchte, kann an einer der Führungen zu Vögeln, Fledermäusen oder Insekten teilnehmen oder sich bei der diesjährigen City Natur Challenge auf eigene Faust auf die Suche nach den unterschiedlichsten Arten machen. Bei einem der weltweit größten Citizen Science Projekte haben letztes Jahr über 100.000 Menschen aus 669 Städten in 62 Ländern mitgemacht. Mit den gewonnenen Daten können wertvolle Erkenntnisse zu Mustern des Biodiversitätswandels auf globaler und lokaler Ebene gewonnen werden, die Wissenschaft, Naturschutz und Politik bei fundierten Entscheidungen unterstützen. Dieses Jahr nimmt zum ersten Mal auch das Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Erlangen, organisiert durch den Botanischen Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, teil. Alle Beobachtungen, die zwischen dem 24. und 27. April 2026 mit der App iNaturalist in den Städten gemacht werden, zählen zur Challenge dazu. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebseite unter ‚Termine‘.
Bildunterschrift: Screenshot/Sichtungsmeldung ‚Lebensraum Burg‘ mit erstem Küken. Foto: Regierung von Mittelfranken


