Pilotprojekt zur Fassadenbegrünung am Neuen Rathaus

von | 17. Oktober 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Wei­ßen­burg — Die Stadt Wei­ßen­burg erprobt im Rah­men eines Pilot­pro­jekts die Begrü­nung der Fas­sa­de des Neu­en Rat­hau­ses.
Mit ver­schie­de­nen Wein­re­ben soll unter­sucht wer­den, wie gut sich eine Begrü­nung unter den ört­li­chen
Bedin­gun­gen umset­zen lässt und wel­che Mög­lich­kei­ten sich dar­aus für die Zukunft erge­ben.

Anlass für das Pro­jekt ist eine Poten­zi­al­ana­ly­se, die dem Stadt­rat im Dezem­ber 2025 vor­ge­stellt wur­de. Sie zeigt mög­li­che Flä­chen für Ent­sie­ge­lungs- und Begrü­nungs­maß­nah­men im Stadt­ge­biet auf. Dazu gehört auch die Fas­sa­de des Neu­en Rat­hau­ses. Ins­be­son­de­re die hohen som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren, die sich vor allem im ers­ten und zwei­ten Ober­ge­schoss bemerk­bar machen, haben die Stadt­ver­wal­tung dazu ver­an­lasst, ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten einer Fas­sa­den­be­grü­nung zu prü­fen.

Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung ist die Tief­ga­ra­ge unter­halb des Rat­hau­ses. Sie schränkt die Mög­lich­kei­ten ein, Flä­chen zu ent­sie­geln und Pflan­zen direkt in den Boden zu set­zen. Des­halb hat die Stadt eine alter­na­ti­ve Lösung ent­wi­ckelt: Die Pflan­zen wer­den in Kübeln gesetzt und sol­len von dort aus an der Fas­sa­de empor­wach­sen. Dafür wur­den drei Pflanz­kü­bel mit jeweils zwei Klet­ter­pflan­zen auf­ge­stellt. Sie befin­den sich am Ost­ein­gang, an der Ost­fas­sa­de sowie an der Süd­sei­te des Gebäu­des ent­lang der Höll­gas­se. Die unter­schied­li­chen Stand­or­te bie­ten ver­schie­de­ne Bedin­gun­gen hin­sicht­lich der Son­nen­ein­strah­lung. In den kom­men­den Wochen sol­len Stahl­sei­le als Rank­hil­fen bis zum Dach­vor­sprung ange­bracht wer­den.

Im Rah­men des Pilot­pro­jekts beob­ach­tet die Stadt, wie sich die Pflan­zen an den jewei­li­gen Stand­or­ten ent­wi­ckeln. Im Mit­tel­punkt ste­hen das Wachs­tum, die erreich­ba­re Höhe und die Dich­te des Blatt­werks. Auch die Wider­stands­fä­hig­keit der Pflan­zen sowie der erfor­der­li­che Pfle­ge- und Bewäs­se­rungs­auf­wand wer­den berück­sich­tigt. Die Ergeb­nis­se sol­len zei­gen, ob sich die kübel­ge­bun­de­ne Fas­sa­den­be­grü­nung für das Neue Rat­haus eig­net und mög­li­cher­wei­se auch auf wei­te­re städ­ti­sche Gebäu­de über­tra­gen wer­den kann. Eine aus­rei­chend dich­te Begrü­nung kann im Som­mer Schat­ten spen­den und dazu bei­tra­gen, dass sich die Fas­sa­de weni­ger stark auf­heizt. Dar­über hin­aus kön­nen begrün­te Fas­sa­den das Stadt­bild auf­wer­ten und zusätz­li­chen Lebens­raum für Insek­ten bie­ten.

Für den Ver­such hat sich die Stadt für mehr­jäh­ri­ge Wein­re­ben der Gat­tung Vitis ent­schie­den. Die ver­schie­de­nen Sor­ten unter­schei­den sich unter ande­rem in ihrem Wuchs und ihrer Wider­stands­fä­hig­keit. Mit ihren klet­tern­den Trie­ben und ver­gleichs­wei­se gro­ßen Blät­tern eig­nen sich Wein­re­ben grund­sätz­lich für eine som­mer­li­che Fas­sa­den­be­grü­nung. Durch die Aus­wahl unter­schied­li­cher Sor­ten soll sich zei­gen, wel­che Pflan­zen mit den jewei­li­gen Stand­ort­be­din­gun­gen am bes­ten zurecht­kom­men.

Auf ein­jäh­ri­ge Klet­ter­pflan­zen wur­de bewusst ver­zich­tet. Sie müs­sen jedes Jahr neu wach­sen und errei­chen eine aus­rei­chen­de Höhe und Blatt­dich­te häu­fig erst im Lau­fe des Som­mers. Mehr­jäh­ri­ge Wein­re­ben kön­nen dage­gen über meh­re­re Jah­re hin­weg wach­sen und so nach und nach eine dich­te­re Begrü­nung bil­den. Da sie im Herbst ihre Blät­ter ver­lie­ren, bleibt die Fas­sa­de im Win­ter weit­ge­hend unver­schat­tet.

Mit dem Pilot­pro­jekt möch­te die Stadt ers­te prak­ti­sche Erfah­run­gen mit einer Fas­sa­den­be­grü­nung in Pflanz­kü­beln sam­meln. Die Ergeb­nis­se sol­len als Grund­la­ge für die Ent­schei­dung die­nen, ob und in wel­chem Umfang eine Begrü­nung am Neu­en Rat­haus oder an wei­te­ren städ­ti­schen Gebäu­den künf­tig umge­setzt wer­den kann.

Foto: Stadt Wei­ßen­burg