Schifffahrt auf dem Altmühlsee für Seniorinnen und Senioren

von | 18. Juni 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen

Alt­mühl­see — In Koope­ra­ti­on mit der Volks­hoch­schu­le (vhs) Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen und dem Senio­ren­bei­rat der Stadt Gun­zen­hau­sen waren inter­es­sier­te Senio­rin­nen und Senio­ren zu einer beson­de­ren Schiff­fahrt auf dem Alt­mühl­see ein­ge­la­den. Ins­ge­samt 41 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer erleb­ten eine stim­mungs­vol­le Rund­fahrt, die von musi­ka­li­schen Bei­trä­gen des Mer­ken­dor­fers Diet­mar Klenk (Schif­fer­kla­vier, Trom­pe­te) beglei­tet wur­de. Stim­mungs­voll war auch das gemein­sa­me Trom­pe­ten­stück, das er gemein­sam mit Schiffs­ka­pi­tän Her­bert Gut­mann spiel­te.

Im Anschluss an die Rund­fahrt gab Kurt Ams­lin­ger span­nen­de Ein­bli­cke in die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Alt­mühl­sees. Die Flu­tung des Sees erfolg­te bereits im Früh­jahr 1985 über­ra­schend schnell – am Kar­frei­tag des­sel­ben Jah­res war der See bereits voll­stän­dig gefüllt. Zeit­zeu­gen berich­ten, dass sich an die­sem Tag über 10.000 Men­schen am See­zen­trum Muhr ein­fan­den, obwohl die Infra­struk­tur damals noch kaum vor­han­den war.

Ams­lin­ger schil­der­te ein­drucks­voll sei­ne per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen als Bau­ern­kind und spä­ter als vom See betrof­fe­ner Land­wirt. Durch die Flu­tung ver­lor sei­ne Fami­lie rund zwei Drit­tel ihrer Wie­sen­flä­chen. Die­se lagen zuvor auf frucht­ba­rem Schwemm­land­bo­den ent­lang der Alt­mühl. Die Bewirt­schaf­tung war oft müh­sam, ins­be­son­de­re durch regel­mä­ßi­ge Som­mer­hoch­was­ser, die die Heu­ern­te erschwer­ten. Ver­dor­be­nes Heu muss­te damals häu­fig ver­brannt wer­den.

Auch das dama­li­ge Land­le­ben wur­de leben­dig beschrie­ben: Kin­der sam­mel­ten Kie­bitz­ei­er und wäh­rend der Heu­ern­te kamen Bau­ern aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilo­me­tern zusam­men. In Lau­ben­ze­del stau­ten sich die Gespan­ne vor dem Gast­haus Karl, wo man sich Zeit für eine Rast nahm und Kon­tak­te pfleg­te.

Nach der Flu­tung ent­wi­ckel­te sich der Alt­mühl­see rasch zu einem belieb­ten Aus­flugs­ziel im Frän­ki­schen Seen­land. Ams­lin­ger war einer der ers­ten Seen­füh­rer und orga­ni­sier­te unter ande­rem gro­ße Rei­se­grup­pen, dar­un­ter einen mehr­wö­chi­gen Auf­ent­halt mit rund 1000 Land­frau­en aus Nie­der­bay­ern.

Mit den Jah­ren ver­än­der­ten sich jedoch die Rah­men­be­din­gun­gen. 1994 wur­de die Durch­fahrt zur Lang­weid­müh­le ein­ge­stellt, was einen wich­ti­gen Bestand­teil der Füh­run­gen aus­mach­te. Im sel­ben Jahr gab Ams­lin­ger auch sei­ne Milch­vieh­hal­tung auf und ori­en­tier­te sich beruf­lich neu in der Rei­se­bran­che.

Der gelun­ge­ne Aus­flug fand schließ­lich bei Kaf­fee und Kuchen im Aus­zeit­haus am Alt­mühl­see einen gemüt­li­chen Aus­klang.

Foto: Tho­mas Thill