Altmühlsee — In Kooperation mit der Volkshochschule (vhs) Weißenburg-Gunzenhausen und dem Seniorenbeirat der Stadt Gunzenhausen waren interessierte Seniorinnen und Senioren zu einer besonderen Schifffahrt auf dem Altmühlsee eingeladen. Insgesamt 41 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten eine stimmungsvolle Rundfahrt, die von musikalischen Beiträgen des Merkendorfers Dietmar Klenk (Schifferklavier, Trompete) begleitet wurde. Stimmungsvoll war auch das gemeinsame Trompetenstück, das er gemeinsam mit Schiffskapitän Herbert Gutmann spielte.
Im Anschluss an die Rundfahrt gab Kurt Amslinger spannende Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Altmühlsees. Die Flutung des Sees erfolgte bereits im Frühjahr 1985 überraschend schnell – am Karfreitag desselben Jahres war der See bereits vollständig gefüllt. Zeitzeugen berichten, dass sich an diesem Tag über 10.000 Menschen am Seezentrum Muhr einfanden, obwohl die Infrastruktur damals noch kaum vorhanden war.
Amslinger schilderte eindrucksvoll seine persönlichen Erinnerungen als Bauernkind und später als vom See betroffener Landwirt. Durch die Flutung verlor seine Familie rund zwei Drittel ihrer Wiesenflächen. Diese lagen zuvor auf fruchtbarem Schwemmlandboden entlang der Altmühl. Die Bewirtschaftung war oft mühsam, insbesondere durch regelmäßige Sommerhochwasser, die die Heuernte erschwerten. Verdorbenes Heu musste damals häufig verbrannt werden.
Auch das damalige Landleben wurde lebendig beschrieben: Kinder sammelten Kiebitzeier und während der Heuernte kamen Bauern aus einem Umkreis von bis zu 20 Kilometern zusammen. In Laubenzedel stauten sich die Gespanne vor dem Gasthaus Karl, wo man sich Zeit für eine Rast nahm und Kontakte pflegte.
Nach der Flutung entwickelte sich der Altmühlsee rasch zu einem beliebten Ausflugsziel im Fränkischen Seenland. Amslinger war einer der ersten Seenführer und organisierte unter anderem große Reisegruppen, darunter einen mehrwöchigen Aufenthalt mit rund 1000 Landfrauen aus Niederbayern.
Mit den Jahren veränderten sich jedoch die Rahmenbedingungen. 1994 wurde die Durchfahrt zur Langweidmühle eingestellt, was einen wichtigen Bestandteil der Führungen ausmachte. Im selben Jahr gab Amslinger auch seine Milchviehhaltung auf und orientierte sich beruflich neu in der Reisebranche.
Der gelungene Ausflug fand schließlich bei Kaffee und Kuchen im Auszeithaus am Altmühlsee einen gemütlichen Ausklang.
Foto: Thomas Thill


