Schrittweiser Ganztag für Grundschüler ab 2026

von | 6. März 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen

Wei­ßen­burg (red). Der Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung für Kin­der im Grund­schul­al­ter kommt: Schritt­wei­se, ab August 2026 – so hat es der Bun­des­tag beschlos­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund set­zen sich die FREIEN WÄHLER im Land­tag für die vol­le und fle­xi­ble Unter­stüt­zung der Kom­mu­nen bei der Umset­zung des Aus­baus von Schul­ge­bäu­den ein. „An vie­len Grund­schu­len auch bei uns in Bay­ern müs­sen wei­te­re Räu­me geschaf­fen oder aber vor­han­de­ne Räum­lich­kei­ten zusätz­lich genutzt wer­den, um dem Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­schu­le gerecht wer­den zu kön­nen – das ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung“, begrün­det der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Wolf­gang Hau­ber aus Wei­ßen­burg einen dies­be­züg­li­chen Dring­lich­keits­an­trag, den sei­ne Frak­ti­on zum Ple­num am Don­ners­tag ein­ge­bracht hat.

Dar­in wer­de auf eine mög­lichst fle­xi­ble Gestal­tung der För­der­richt­li­nie für Inves­ti­tio­nen zum Aus­bau ganz­tä­gi­ger Bil­dungs- und Betreu­ungs­an­ge­bo­te für Kin­der im Grund­schul­al­ter hin­ge­wirkt, erläu­tert Hau­ber: „Ins­be­son­de­re im Bereich von Zubau­ten und der Mög­lich­keit einer Dop­pel­nut­zung bestehen­der und zum Schul­haus benach­bar­ter Gebäu­de wol­len wir
unbü­ro­kra­ti­sche För­der­lö­sun­gen für Ganz­tags­ein­rich­tun­gen ent­wi­ckeln. Ziel ist eine gut anwend­ba­re und die vor­han­de­nen räum­li­chen Poten­zia­le opti­mal nut­zen­de Lösung für die
Kom­mu­nen in Bay­ern“, so Hau­ber wei­ter. Groß ange­leg­te bau­li­che Maß­nah­men zur Schaf­fung zusätz­li­cher Räu­me für die Ganz­tags­be­treu­ung sei­en bis zum Jahr 2026 jedoch nicht immer
rea­li­sier­bar oder wegen vor­han­de­ner Räum­lich­kei­ten in naher Umge­bung zum Schul­ge­bäu­de nötig, sagt der Abge­ord­ne­te.

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te der Deut­sche Städ­te­tag vor Ver­zö­ge­run­gen beim Aus­bau der Ganz­tags­be­treu­ung gewarnt – zu Recht, meint Hau­ber: „Viel zu lan­ge hat Ber­lin die Fest­le­gung der grund­le­gen­den Rah­men­ver­ein­ba­rung bis Janu­ar die­ses Jah­res ver­zö­gert – dar­an hin­gen wir auf Lan­des­ebe­ne. Die Kom­mu­nen brau­chen jetzt drin­gend kon­kre­te Aus­sa­gen und Rechts­si­cher­heit hin­sicht­lich der Fra­ge, wie und in wel­cher Form zusätz­li­che Räu­me geför­dert wer­den.“ Nur so erhiel­ten sie die not­wen­di­ge Pla­nungs­si­cher­heit zur Umset­zung und könn­ten För­der­gel­der pass­ge­nau in räum­li­che Gege­ben­hei­ten vor Ort inves­tie­ren – unab­hän­gig davon, ob es um einen Neu‑, Um- oder Zubau bzw. eine Dop­pel­nut­zung von Gebäu­den gehe.

Hau­ber abschlie­ßend: „Als FREIE WÄH­LER-Frak­ti­on ste­hen wir fest an der Sei­te unse­rer Bür­ger­meis­ter und Kom­mu­nal­po­li­ti­ker, damit der Aus­bau jen­seits der bis­lang zu unkla­ren und
büro­kra­ti­schen För­der­vor­ga­ben aus Ber­lin nicht aus­ge­bremst wird: Im Inter­es­se unse­rer Kin­der und im Inter­es­se einer bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf.“

Bild­un­ter­schrift: MdL Wolf­gang Hau­ber macht sich für unbü­ro­kra­ti­sche Unter­stüt­zung der Kom­mu­nen bei Neu‑, Um- und Aus­bau von Schul­ge­bäu­den stark. Foto: Bri­git­te Dorr

Dring­lich­keits­an­trag 1 zum Ple­num am 02.03.2023

der Abge­ord­ne­ten Flo­ri­an Streibl, Dr. Fabi­an Meh­ring, Tobi­as Gott­hardt, Johann Häus­ler, Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bau­er, Man­fred Eibl, Susann Enders, Dr. Hubert Fal­ter­mei­er, Hans Friedl, Eva Gott­stein, Wolf­gang Hau­ber, Dr. Leo­pold Herz, Alex­an­der Hold, Niko­laus Kraus, Rai­ner Lud­wig, Gerald Pitt­ner, Bern­hard Pohl, Kers­tin Rad­ler, Robert Riedl, Gabi Schmidt, Jut­ta Wid­mann, Ben­no Zie­rer und Frak­ti­on (FREIE WÄHLER)

Räum­li­che Poten­zia­le aus­schöp­fen — Aus­bau der ganz­tä­gi­gen För­de­rung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern unbü­ro­kra­tisch vor­an­trei­ben

Der Land­tag wol­le beschlie­ßen: Die Staats­re­gie­rung wird auf­ge­for­dert, mit Blick auf den not­wen­di­gen Aus­bau der Ganz­tags­be­treu­ung und der schritt­wei­sen Ein­füh­rung des Rechts­an­spruchs ab 2026 auf eine mög­lichst fle­xi­ble Gestal­tung der För­der­richt­li­nie für Inves­ti­tio­nen zum Aus­bau ganz­tä­gi­ger Bil­dungs- und Betreu­ungs­an­ge­bo­te für Kin­der im
Grund­schul­al­ter und Ein­rich­tung von Ganz­tags­an­ge­bo­ten hin­zu­wir­ken und dabei ins­be­son­de­re im Bereich von Zubau­ten und der Mög­lich­keit der Dop­pel­nut­zung von bestehen­den und geeig­ne­ten zum Schul­haus benach­bar­ten Gebäu­den und Räum­lich­kei­ten unbü­ro­kra­ti­sche För­der­lö­sun­gen für den Aus­bau und Betrieb der Ganz­tags­ein­rich­tun­gen zu ent­wi­ckeln. Ziel ist eine gut anwend­ba­re und die vor­han­de­nen räum­li­chen Poten­zia­le nut­zen­de Lösung für die Kom­mu­nen in Bay­ern.

Begrün­dung:
Zeit­ge­mä­ßer Unter­richt, aber auch Ganz­tags­bil­dung braucht nicht nur zeit­li­che Frei­räu­me, son­dern auch ganz kon­kre­ten Raum, in dem Lern­ar­ran­ge­ments und selbst­be­stimm­te Lern­for­men umge­setzt wer­den kön­nen. Der Bau von Schul­ge­bäu­den und Ganz­tags­ein­rich­tun­gen muss des­halb so gestal­tet und geför­dert wer­den, dass Schu­len mög­lichst opti­mal als Lern‑, Erfah­rungs- und Lebens­raum ein­ge­bet­tet in den sie umge­ben­den Raum fun­gie­ren kön­nen. Gleich­zei­tig ist aber klar, dass der für das Jahr 2026 beschlos­se­ne Rechts­an­spruch auf Ganz­tags­be­treu­ung Schul­auf­wands­trä­ger, Schu­len und Koope­ra­ti­ons­part­ner in vie­ler­lei Hin­sicht vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen stellt. So ist neben der Suche nach qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal ins­be­son­de­re auch die Fra­ge nach geeig­ne­ten Räum­lich­kei­ten ein wich­ti­ges Auf­ga­ben­feld. Da groß ange­leg­te bau­li­che Maß­nah­men zur Schaf­fung zusätz­li­cher Räu­me für die Ganz­tags­be­treu­ung bis dahin nicht immer zu rea­li­sie­ren sind, stellt sich für die meis­ten Schu­len die Fra­ge: Wie kön­nen bereits vor­han­de­ne Räu­me so genutzt wer­den, dass sie sowohl die Zwe­cke der Halb­tags- als auch der Ganz­tags­schu­le erfül­len? Bis heu­te sind jedoch krea­ti­ve Lösun­gen hin­sicht­lich der Nut­zung von vor­han­de­nen Räum­lich­kei­ten und Grund­stü­cken, die eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­te Umset­zung des Ganz­tags ori­en­tiert an den Bedürf­nis­sen vor Ort ermög­li­chen wür­den, sehr enge Gren­zen gesetzt.

Ange­sichts des not­wen­di­gen Aus­baus von Ganz­tags­ein­rich­tun­gen gilt es des­halb, die För­der­richt­li­ni­en für Inves­ti­tio­nen zum Aus­bau ganz­tä­gi­ger Bil­dungs- und Betreu­ungs­an­ge­bo­te für Kin­der im Grund­schul­al­ter im Ein­klang mit den für die För­der­richt­li­ni­en ver­bind­li­chen Vor­ga­ben aus der zur Unter­schrift vor­lie­gen­den Bund-Län­der-Ver­ein­ba­rung so zu gestal­ten, dass eine mög­lichst fle­xi­ble und indi­vi­du­ell pas­sen­de Umset­zung des Ganz­tags­aus­baus für Schu­len bezie­hungs­wei­se Sach­auf­wand­trä­ger ermög­licht wird.