Schwere Brandschutzmängel festgestellt — Kein Unterricht an der Senefelder Schule in Treuchtlingen

von | 18. Oktober 2023 | Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Treucht­lin­gen (do). In der Sene­fel­der-Schu­le in Treucht­lin­gen kann ab sofort kein Unter­richt mehr statt­fin­den. Die Nut­zung des Alt­ge­bäu­des muss­te ges­tern auf­grund schwer­wie­gen­der Män­gel beim Brand­schutz ein­ge­stellt wer­den. Rund 1200 Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind davon betrof­fen. Eine Not­be­treu­ung ist gewähr­leis­tet. Schul­lei­tung und Ver­wal­tung wer­den – bis neue Räu­me gefun­den wer­den – unter dem Schutz der Treucht­lin­ger Wehr im Gebäu­de blei­ben.

Die Schlie­ßung bedeu­tet für alle Betei­lig­ten eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. „Es gibt aber kei­ne Alter­na­ti­ve“, mach­te Land­rat Manu­el West­phal beim Pres­se­ge­spräch deut­lich. Nach­dem er tags zuvor über Män­gel infor­mier­te wur­de, hat­te er umge­hend eine gemein­sa­me Bege­hung ver­an­lasst und eine Kri­sen­sit­zung ein­be­ru­fen. Dabei wur­de von der Kreis­brand­in­spek­ti­on fest­ge­stellt, dass der Brand­schutz­an­strich am Stahl­werk sei­ne Wir­kung ver­lo­ren hat. Dies wür­de bedeu­ten, dass im Fal­le eines Bran­des die Bau­trä­ger nicht mehr hal­ten wür­den und der Stahl­ske­lett­bau in sich zusam­men­bre­chen könn­te. Zudem wur­den wei­te­re Män­gel in der Lei­tungs­füh­rung fest­ge­stellt. An 30 Stel­len wur­den die Decken geöff­net und dabei fest­ge­stellt, dass eini­ge Rauch­ab­schlüs­se nicht funk­tio­nie­ren. Auch die Brand­ab­schot­tung erwies sich in vie­len Berei­chen nicht mehr als ord­nun­ge­mäß, was bedeu­ten wür­de, dass das Gebäu­de bei einem Brand kom­plett ver­rau­chen könn­te, so Kreis­bau­meis­ter im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, Mar­kus Glä­ser. Bei einem Brand wäre es des­halb zu gefähr­lich, die Ein­satz­kräf­te ins Gebäu­de zu las­sen. Ihre Sicher­heit sei nicht mehr gewähr­leis­tet, ergänzt Kreis­brand­meis­ter Mat­thi­as End­res.

Der Beschluss des Land­rats­am­tes kam für alle über­ra­schend. Zudem muss jetzt noch geklärt wer­den, wer bereits vor Jah­ren ein Brand­schutz­gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben hat und in wel­cher Schub­la­de dies lan­de­te. Denn erst jetzt sind dem Land­rats­amt älte­re Unter­la­gen über­ge­ben wor­den, die bereits auf Brand­schutz­män­gel hin­wei­sen. “Wir wer­den der Sache nach­ge­hen”, ver­sprach Land­rat Manu­el West­phal.

„Die Situa­ti­on ist nicht ein­fach, die Vor­lauf­zeit sehr knapp“. Ziel sei es aber, so schnell wie mög­lich in den Prä­senz­un­ter­richt zurück­zu­keh­ren und die hohe Qua­li­tät des Unter­richts auf­recht zu erhal­ten, ver­si­cher­te Schul­lei­ter Ste­fan Reut­ner. Wich­tig sei es nun, dass die Abschluss­klas­sen den Prä­senz­un­ter­richt auf­neh­men kön­nen. Nach den Herbst­fe­ri­en sol­len bereits die Abschluss­klas­sen aller Schul­zwei­ge im Fach­trakt der Schu­le in den Prä­senz­un­ter­richt zurück­keh­ren. Ins­ge­samt brau­che es krea­ti­ve Lösun­gen und die Sicher­heit sei obers­tes Gebot. Mit Treucht­lin­gens Bür­ger­meis­te­rin Dr. Dr. Kris­ti­na Becker sei man bereits im Gespräch, um in der Nähe der Schu­le Aus­weich­quar­tie­re zu fin­den. Auch über Con­tain­erlö­sun­gen wer­de bereits nach­ge­dacht, um die rund zwei Jah­re, bis der Bau­ab­schnitt III – der Bau mit den Klas­sen­zim­mern — fer­tig­ge­stellt ist, zu über­brü­cken.

Die 1.200 Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Gesamt­schu­le sei­en bereits ges­tern über ein schul­in­ter­nes Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tem über die Schul­schlie­ßung infor­miert wor­den, so Schul­lei­ter Ste­fan Reut­ner. Es wur­de eine Not­be­treu­ung im neu gebau­ten Fach­trakt der Schu­le ein­ge­rich­tet. Spä­tes­tens ab kom­men­den Mon­tag sol­len die Schü­le­rin­nen und Schü­ler von Mit­tel- und Real­schu­le sowie des Gym­na­si­ums im Distanz­un­ter­richt beschult wer­den. Wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen wer­den über den Schul­ma­na­ger wei­ter­ge­ge­ben.

Foto: Bri­git­te Dorr