Studie: Bayern braucht pro Jahr 18.700 neue Sozialwohnungen

von | 30. Januar 2026 | Allgemein, Altmühlfranken, Gunzenhausen, Treuchtlingen, Weißenburg

Jün­ge­re und Älte­re sind die Ver­lie­rer auf dem Woh­nungs­markt im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Jün­ge­re und älte­re Men­schen gehö­ren zu den Ver­lie­rern, wenn es ums Woh­nen geht: „Etli­che der rund 1.530 Azu­bis im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen woh­nen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz frei­wil­lig. Denn eine eige­ne Woh­nung kön­nen sie sich oft nicht leis­ten“, sagt Iris San­to­ro von der Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das Woh­nen wer­de gera­de auch für Azu­bis mehr und mehr zum Pro­blem. Das zeigt, so die IG BAU Mit­tel­fran­ken, der aktu­el­le „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ vom Pest­el-Insti­tut, den die Gewerk­schaft mit in Auf­trag gege­ben hat.

„Tra­gisch ist es, wenn ein Aus­bil­dungs­ver­trag nicht zustan­de kommt, weil das Woh­nen zu teu­er ist. Etwa dann, wenn Jugend­li­che weder eine Woh­nung noch ein WG-Zim­mer in der Nähe des Aus­bil­dungs­be­triebs bezah­len kön­nen“, so Iris San­to­ro. Die Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken warnt: „Wenn Aus­bil­dungs­ver­trä­ge am Woh­nungs­man­gel und an zu hohen Mie­ten schei­tern, dann ist das Maß voll. Das kann sich die hei­mi­sche Wirt­schaft nicht erlau­ben“, so Iris San­to­ro.

Des­halb soll­ten der Bund und der Frei­staat Bay­ern den Neu­bau von Azu­bi-Woh­nun­gen unter­stüt­zen – vor allem im Umfeld von Aus­bil­dungs­zen­tren. Iris San­to­ro spricht sich dabei auch für Steu­er­an­rei­ze aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass sei­ne Aus­zu­bil­den­den ein Dach über dem Kopf bekom­men. Pro­ble­me auf dem Woh­nungs­markt hät­ten auch Stu­die­ren­de. „Des­halb muss es auch in Uni­ver­si­täts­städ­ten eine geziel­te För­de­rung für den Neu­bau von Stu­di-Woh­nun­gen geben“, so San­to­ro.

Dar­über hin­aus warnt die IG BAU Mit­tel­fran­ken vor „Wohn­ar­mut im Alter“. Sie hat dabei die gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge im Blick: rund 12.700 Baby-Boo­mer im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die nach Berech­nun­gen des Pest­el-Insti­tuts bis 2035 kom­plett in Ren­te sein wer­den. „Vie­le der Baby-Boo­mer im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen bekom­men nur eine nied­ri­ge Ren­te. Denn sie haben oft Pha­sen von Arbeits­lo­sig­keit hin­ter sich. Außer­dem haben sie ganz häu­fig auch für nied­ri­ge Löh­ne gear­bei­tet. Wenn die Baby-Boo­mer in den nächs­ten Jah­ren in Ren­te gehen, wer­den etli­che sich ihre bis­he­ri­ge Woh­nung kaum oder gar nicht mehr leis­ten kön­nen: Sie woh­nen sich regel­recht arm“, sagt Iris San­to­ro.

Die IG BAU warnt vor einer wei­te­ren Ver­schär­fung auf dem Woh­nungs­markt. „Mie­ten ken­nen seit Jah­ren nur eine Rich­tung: nach oben. Das muss sich ändern. Wir brau­chen wie­der sin­ken­de und damit bezahl­ba­re Mie­ten“, for­dert IG BAU-Bezirks­chefin San­to­ro. Ein wich­ti­ger Schritt, um dahin zu kom­men, sei­en mehr Sozi­al­woh­nun­gen. „Nur mehr güns­ti­ger Wohn­raum sorgt für Druck auf die Mie­ten am Markt. Der Neu­bau von Sozi­al­woh­nun­gen muss zur poli­ti­schen Her­zens­sa­che und zur Sache der poli­ti­schen Ver­nunft wer­den“, so Iris San­to­ro.

Der „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ vom Pest­el-Insti­tut nen­ne dabei eine ers­te Ziel­mar­ke: die Ver­dopp­lung von der­zeit 1 auf 2 Mil­lio­nen Sozi­al­woh­nun­gen bun­des­weit bis zur Mit­te des nächs­ten Jahr­zehnts. Für Bay­ern bedeu­te das kon­kret: „Bis 2035 muss es in ganz Bay­ern 283.700 Sozi­al­woh­nun­gen geben“, so Iris San­to­ro. Der „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ lege damit eine deut­li­che Mess­lat­te: 18.700 zusätz­li­che Sozi­al­woh­nun­gen für Bay­ern pro Jahr.

Um die­se Ziel­mar­ke bei den Sozi­al­woh­nun­gen zu errei­chen, sei eine inten­si­ve För­de­rung durch den Bund und den Frei­staat Bay­ern not­wen­dig. „Die För­der­gel­der des Bun­des müs­sen dabei schon gleich zum Bau­be­ginn bereit­ste­hen. Sie dür­fen nicht erst über Jah­re ver­teilt aus­ge­schüt­tet wer­den“, for­dert San­to­ro.

Ein wich­ti­ger Punkt sei­en auch die Bau­kos­ten: Um güns­ti­ger bau­en zu kön­nen, bie­te der Regel­stan­dard „Erleich­ter­tes Bau­en“ eine idea­le Lösung. „Es geht dar­um, ein­fa­cher zu bau­en – und damit fürs glei­che Geld mehr Sozi­al­woh­nun­gen bau­en zu kön­nen. Und das trotz­dem in guter Qua­li­tät, mit nied­ri­gen Instand­hal­tungs­kos­ten“, erläu­tert Iris San­to­ro.

Außer­dem müs­se der Frei­staat eine öffent­li­che Sta­tis­tik füh­ren: „Es ist wich­tig, zu wis­sen, wo in Bay­ern wie vie­le Sozi­al­woh­nun­gen pro Monat neu gebaut wor­den sind“, sagt die Vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken.Jün­ge­re und Älte­re sind die Ver­lie­rer auf dem Woh­nungs­markt im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen

Jün­ge­re und älte­re Men­schen gehö­ren zu den Ver­lie­rern, wenn es ums Woh­nen geht: „Etli­che der rund 1.530 Azu­bis im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen woh­nen noch bei ihren Eltern. Und das nicht immer ganz frei­wil­lig. Denn eine eige­ne Woh­nung kön­nen sie sich oft nicht leis­ten“, sagt Iris San­to­ro von der Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt (IG BAU). Das Woh­nen wer­de gera­de auch für Azu­bis mehr und mehr zum Pro­blem. Das zeigt, so die IG BAU Mit­tel­fran­ken, der aktu­el­le „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ vom Pest­el-Insti­tut, den die Gewerk­schaft mit in Auf­trag gege­ben hat.

„Tra­gisch ist es, wenn ein Aus­bil­dungs­ver­trag nicht zustan­de kommt, weil das Woh­nen zu teu­er ist. Etwa dann, wenn Jugend­li­che weder eine Woh­nung noch ein WG-Zim­mer in der Nähe des Aus­bil­dungs­be­triebs bezah­len kön­nen“, so Iris San­to­ro. Die Bezirks­vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken warnt: „Wenn Aus­bil­dungs­ver­trä­ge am Woh­nungs­man­gel und an zu hohen Mie­ten schei­tern, dann ist das Maß voll. Das kann sich die hei­mi­sche Wirt­schaft nicht erlau­ben“, so Iris San­to­ro.

Des­halb soll­ten der Bund und der Frei­staat Bay­ern den Neu­bau von Azu­bi-Woh­nun­gen unter­stüt­zen – vor allem im Umfeld von Aus­bil­dungs­zen­tren. Iris San­to­ro spricht sich dabei auch für Steu­er­an­rei­ze aus, wenn ein Betrieb dafür sorgt, dass sei­ne Aus­zu­bil­den­den ein Dach über dem Kopf bekom­men. Pro­ble­me auf dem Woh­nungs­markt hät­ten auch Stu­die­ren­de. „Des­halb muss es auch in Uni­ver­si­täts­städ­ten eine geziel­te För­de­rung für den Neu­bau von Stu­di-Woh­nun­gen geben“, so San­to­ro.

Dar­über hin­aus warnt die IG BAU Mit­tel­fran­ken vor „Wohn­ar­mut im Alter“. Sie hat dabei die gebur­ten­star­ken Jahr­gän­ge im Blick: rund 12.700 Baby-Boo­mer im Land­kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen, die nach Berech­nun­gen des Pest­el-Insti­tuts bis 2035 kom­plett in Ren­te sein wer­den. „Vie­le der Baby-Boo­mer im Kreis Wei­ßen­burg-Gun­zen­hau­sen bekom­men nur eine nied­ri­ge Ren­te. Denn sie haben oft Pha­sen von Arbeits­lo­sig­keit hin­ter sich. Außer­dem haben sie ganz häu­fig auch für nied­ri­ge Löh­ne gear­bei­tet. Wenn die Baby-Boo­mer in den nächs­ten Jah­ren in Ren­te gehen, wer­den etli­che sich ihre bis­he­ri­ge Woh­nung kaum oder gar nicht mehr leis­ten kön­nen: Sie woh­nen sich regel­recht arm“, sagt Iris San­to­ro.

Die IG BAU warnt vor einer wei­te­ren Ver­schär­fung auf dem Woh­nungs­markt. „Mie­ten ken­nen seit Jah­ren nur eine Rich­tung: nach oben. Das muss sich ändern. Wir brau­chen wie­der sin­ken­de und damit bezahl­ba­re Mie­ten“, for­dert IG BAU-Bezirks­chefin San­to­ro. Ein wich­ti­ger Schritt, um dahin zu kom­men, sei­en mehr Sozi­al­woh­nun­gen. „Nur mehr güns­ti­ger Wohn­raum sorgt für Druck auf die Mie­ten am Markt. Der Neu­bau von Sozi­al­woh­nun­gen muss zur poli­ti­schen Her­zens­sa­che und zur Sache der poli­ti­schen Ver­nunft wer­den“, so Iris San­to­ro.

Der „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ vom Pest­el-Insti­tut nen­ne dabei eine ers­te Ziel­mar­ke: die Ver­dopp­lung von der­zeit 1 auf 2 Mil­lio­nen Sozi­al­woh­nun­gen bun­des­weit bis zur Mit­te des nächs­ten Jahr­zehnts. Für Bay­ern bedeu­te das kon­kret: „Bis 2035 muss es in ganz Bay­ern 283.700 Sozi­al­woh­nun­gen geben“, so Iris San­to­ro. Der „Sozia­le Wohn-Moni­tor“ lege damit eine deut­li­che Mess­lat­te: 18.700 zusätz­li­che Sozi­al­woh­nun­gen für Bay­ern pro Jahr.

Um die­se Ziel­mar­ke bei den Sozi­al­woh­nun­gen zu errei­chen, sei eine inten­si­ve För­de­rung durch den Bund und den Frei­staat Bay­ern not­wen­dig. „Die För­der­gel­der des Bun­des müs­sen dabei schon gleich zum Bau­be­ginn bereit­ste­hen. Sie dür­fen nicht erst über Jah­re ver­teilt aus­ge­schüt­tet wer­den“, for­dert San­to­ro.

Ein wich­ti­ger Punkt sei­en auch die Bau­kos­ten: Um güns­ti­ger bau­en zu kön­nen, bie­te der Regel­stan­dard „Erleich­ter­tes Bau­en“ eine idea­le Lösung. „Es geht dar­um, ein­fa­cher zu bau­en – und damit fürs glei­che Geld mehr Sozi­al­woh­nun­gen bau­en zu kön­nen. Und das trotz­dem in guter Qua­li­tät, mit nied­ri­gen Instand­hal­tungs­kos­ten“, erläu­tert Iris San­to­ro.

Außer­dem müs­se der Frei­staat eine öffent­li­che Sta­tis­tik füh­ren: „Es ist wich­tig, zu wis­sen, wo in Bay­ern wie vie­le Sozi­al­woh­nun­gen pro Monat neu gebaut wor­den sind“, sagt die Vor­sit­zen­de der IG BAU Mit­tel­fran­ken.

Bild­un­ter­schrift: Mehr davon: „Her­zens­sa­che Woh­nungs­bau“. Gera­de Sozi­al­woh­nun­gen garan­tie­ren güns­ti­ges Woh­nen. Vor
allem Azu­bis und Stu­die­ren­de sind dar­auf ange­wie­sen. Aber immer häu­fi­ger auch Älte­re, die sich ihre bis­he­ri­ge
Woh­nung nicht mehr leis­ten kön­nen, wenn sie in Ren­te gehen, sagt die IG BAU Mit­tel­fran­ken. Foto: Nils Hil­le­brand